Lichtblicke im Tierpark

Eisbärdame Tonja zeigt sich wieder. Bild © 2017 Tierpark BerlinEisbärdame Tonja zeigt sich wieder. Bild © 2017 Tierpark Berlin

Nach dem Verlust ihres Sohnes Fritz am 6.März darf Tonja nun  wieder auf die Außenanlage. Sie genießt die ersten Sonnenstrahlen und badet ausgiebig. Natürlich bekam Tonja mit, wie schlecht es ihrem Nachwuchs ging, als die Tierärzte ihn am Montagmorgen aus der Box nahmen. Die ersten Stunden suchte sie nach Fritz und war sichtlich nervös. Mittlerweile ist sie deutlich ruhiger. Auf die Tierpfleger reagiert die Eisbärin nach wie vor freundlich. Allerdings wird es sicherlich noch ein paar Tage dauern, bis sie sich wieder in ihren ursprünglichen Tagesablauf eingefunden hat. 

Tonja und Klein-Fritz. Foto: Tierpark Berlin

Tonja und Klein-Fritz. Foto: Tierpark Berlin

Über das Trauerverhalten von Eisbären im natürlichen Lebensraum ist nahezu nichts bekannt. Da Eisbären auf der Suche nach Beute große Strecken zurücklegen, kehren sie nicht zu toten Artgenossen zurück oder tragen sie umher, wie es z.B. von Elefanten oder Menschenaffen berichtet wird. In der Wurfhöhle werden tote Jungtiere von den Müttern in der Regel aufgefressen, wenn sie größer sind, ist dies eher nicht der Fall. Eisbärenmütter verteidigen ihren Nachwuchs gegen potentielle Feinde, wie Eisbärenmännchen und Wölfe, mit aller Kraft bis hin zum Tod. Hingegen müssen Jungtiere, die nicht die Kraft haben, der Mutter bei der Suche nach Beute zu folgen, irgendwann zurückgelassen werden, um das eigene Überleben und das der Wurfgeschwister nicht zu gefährden.  

„Die Abwechslung auf der Außenanlage tut Tonja sichtlich gut. Nach fünf Monaten in der Wurfhöhle badet sie viel, spielt mit ihrem Lieblingsspielzeug oder liegt in der Sonne. So wird sie hoffentlich bald über den Verlust ihres Nachwuchses hinwegkommen“, sagt Eisbärenkurator Dr. Florian Sicks.

„Gemeinsam mit Pathologen und Experten versuchen wir schnellstmöglich die Ursache für den plötzlichen Tod des kleinen Eisbären herauszufinden. Leider benötigen solche Untersuchungen etwas Zeit“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem und ergänzt: „So schnell wie möglich wollen wir Eisbären-Papa Wolodja wieder in den Tierpark holen. Zum einen wäre es eine willkommene Ablenkung für Tonja und zum anderen besteht die Chance, dass Tonja – genau wie im natürlichen Lebensraum – bald wieder Nachwuchs bekommt.“   Ab sofort können auch wieder Tierpark-Gäste Tonja besuchen und gleichzeitig die neu gestaltete Anlage bewundern.

 

 

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