Der OlloNi von der Firma OlloBot – das moderne Haustier mit emotionaler Bindung
Von Ronald Keusch
Vor zwei Jahren feierte die IFA bereits ihr hundertjähriges Gründungsjubiläum und auch in diesem Jahr wirkte die mittlerweile weltgrößte Messe für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte überhaupt nicht altersmüde, sondern überraschend jung und modern. Hier in Berlin traf sich mit 1.900 Ausstellern aus 49 Ländern die internationale Branche, um ihre Neuheiten und Trends zu präsentieren und Geschäfte abzuschließen.
Wie in jedem Jahr fungiert die IFA auch 2026 als wichtige Business-to-Business Plattform. Business Meetings und Geschäftsabschlüsse werden getätigt. Hersteller, Zulieferer, Einkäufer, und Investoren geben sich hier die Klinke in die Hand. Branchenführer wie Samsung, Sony, Bosch, Siemens, LG, Panasonic, DJI, Fitbit, Insta360 und viele mehr sind präsent und ziehen Fachbesucher wie auch Tagesgäste – die potentiellen Endverbraucher – an.

Ein gutes Beispiel für diesen praktischen Nutzen ist das neu entwickelte KI-Notizgerät des US-Unternehmens mit Sitz in San Francisco PLAUD, dem Weltmarktführer für Notiz- und Diktiergeräte. Robin Wieske, IMC Manager Germany, präsentiert diesen KI-Gesprächsassistenten während der IFA in Halle 25. „Plaud One ist ein großartiges Produkt, weil wir damit eine neue Arbeitsweise ermöglichen. Wir präsentieren nicht nur ein Gerät, was Gespräche aufnimmt und daraus mit KI auch Notizen macht, sondern der Nutzer kann sich mit dem Gerät über diese Notizen unterhalten“. Robin Wieske kann noch weitere Vorzüge nennen. „Das Gerät antwortet dem Nutzer, wenn er Fragen stellt und besitzt gleichzeitig eine permanente Internetverbindung, wo es recherchieren kann, ohne dass der Nutzer auf einen Bildschirm schauen muss, das System spricht einfach auf die Kopfhörer des Nutzers.“ Im Gegensatz zu Vorgänger-Modellen von PLAUD könne der Nutzer den KI-Agenten mit seiner Stimme steuern und müsse nicht mehr alles händisch am PC eintippen.
Zur Zielgruppe, die solch ein Gerät nutzt, gehören solche Berufsgruppen wie Journalisten, Anwälte, Berater und Angestellte im Banking-Bereich und im Vertrieb.
Zukunft des intelligenten Wohnens mit KI
Richtig hautnah für den Konsumenten geht es bei dem Weltkonzern MOVA auf der IFA zur Sache, wenn unter dem Leitmotiv „The AI MOVAment“ 22 weltweite Produktpremieren und 15 neue Technologien präsentiert werden.


Da wird die ganze Bandbreite rund um Wohnung und Garten bedient, von Lösungen für Outdoor-Pflege, Haushaltsreinigung, Küche, Haustierbedarf bis zu sogenannten Embodied AI, der Verkörperten Künstlichen Intelligenz. Darunter sind intelligente Systeme zu verstehen, bei denen Kameras und Sensoren Daten aus der echten Umgebung sammeln, die KI in Echtzeit denkt, plant und entscheidet, und dann Motoren und Greifer – die sogenannten Aktoren – diese Entscheidung im Raum umsetzen.

Doch KI erobert nicht nur den Arbeits- und Wohn-Alltag, sondern findet zunehmend auch auf dem breiten Gebiet der Gesundheit seine Anwendungen. Ganz neu auf der IFA sind Smarte Ringe und Armbänder von der Firma actxa®. Actxa ist ein 2015 gegründetes Tech-Unternehmen aus Singapur, das sich auf präventive Gesundheitstechnologien und KI spezialisiert hat. Marcus Soo, CEO von actxa, erklärt dazu: „Das besondere an unseren Produkten ist, dass wir den Blutzucker-Status überwachen und das während der verschiedensten täglichen Aktivitäten, wie Bewegung, Sport aber auch der Erholung im Schlaf. Die kleinen Geräte messen dazu nicht-invasiv den Blutzuckerspiegel und analysieren ihn zusammen mit anderen Parametern wie Herzfrequenz, Hauttemperatur oder Sauerstoffgehalt des Blutes.“ Und er betont weiter: „Die kleinen tragbaren Geräte gehören zur Kategorie Wellness – sie sind keine Medizinprodukte, aber sie bieten Ihnen eine ausreichend gute Lösung, um zu erfahren, wie hoch Ihr Blutzuckerwert gerade ist, so dass Sie auf eine bessere Gesundheit hinarbeiten können.“

Für den grenzenlosen Spaziergang
AlpWalk S1, so nennt sich die KI, „die sich mit dir bewegt“. AlpWalk ist ein so genanntes hüftunterstützendes Exoskelett, das an Hüfte und Oberschenkel angelegt wird. Es erkennt die Bewegungen des Trägers und unterstützt ihn dann in Echtzeit, ob beim Treppensteigen, Wandern oder Laufen. Dabei passt es sich an Tempo, Gangart und Schrittlänge an. In erster Linie wurde das Gerät für den aktiven Senior entwickelt und soll ihn im Alltag und in der Rehabilitation unterstützen.

Es wirkt dem alltäglichen Kraftverlust in den Beinen entgegen, der mit dem Alter einhergeht und hilft Senioren, längere Strecken zu Fuß zurückzulegen, Treppen zu steigen und sich aktiv im Freien zu bewegen. Im Unterschied zum Rollator wird die Bewegung aktiv unterstützt, die Motoren von AlpWalk liefern ein echtes Drehmoment, anstatt nur Stütze zu sein und die Hände bleiben frei.
Wie viele neugierige Besucher hat auch der Autor dieses Beitrages sich den AlpWalk S1 anlegen lassen und auf einer kleinen Treppe ausprobiert.
healthy. life. style –ein Markenclaim aus Deutschland
Auf der IFA 2026 wurde aber auch das große Thema Gesundheit mit dem Thema Wohlbefinden zusammengeführt. Dazu gehört die Firma Beurer aus Deutschland mit Sitz in Ulm. Das Familienunternehmen wurde bereits 1919 gegründet, wird in vierter Generation geführt und alles begann mit innovativer Heiztechnologie – den Heizdecken. Zu den Produktgruppen gehören heute Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, Fieberthermometer, Pulsoximeter, Inhalatoren, TENS- und EMS-Geräte zur Schmerztherapie, Heizkissen, Heizdecken, Zahnbürsten sowie Waagen. Highlights sind die Luftreiniger, nicht nur für kleine Räume. Mit den Geräten wird die Luft gefiltert und gereinigt und sie können helfen, Allergene, Staub und verschiedene Viren und Bakterien zu entfernen. Eine Wohltat für Allergiker.


Bei Beurer weiter im Angebot elektrische Kinderzahnbürsten, die den Kleinen gute Laune und Spaß beim Putzen bringen sollen und ein bekannter, weiterentwickelter Insektenstichheiler, dessen Vorgänger schon 4,6 Millionen Mal verkauft wurden. Und die Heizdecke früherer Entwicklung wurde mit neuen Materialien, stilvollem Design und sechs Temperaturstufen weiter vervollkommnet. Eine spezielle Lösung ist das kabellose Heizkissen für Schulter und Nacken mit leistungsstarkem Akku – im Zeichen von „healthy. life. style“.
Wenn Roboter Fußball spielen und mehr
Ein Anziehungspunkt der IFA war das Zusammentreffen von unterschiedlichen Robotergruppen. Die IFA hat ihren Innovationsbereich mit etwa 300 Ausstellern zur bislang größten Bühne für humanoide Roboter gemacht und zeigt praktische Einsätze in Alltag, Arbeit und Industrie.



Natürlich darf auf einer Messe wie der IFA auch die Show nicht zu kurz kommen: Da spielen Roboter von Booster Robotics Fußball und einer ist ein Elfmeterschütze, da liefern sich mehrere Roboter von Unitree einen Boxkampf, dem AgiBot kann man die Hand geben. Bei TermiTech sitzt ein Roboter am Klavier und spielt mit geübter Roboterhand ein Musikstück.



Das Unternehmen OlloBot hat für daheim mit dem neuen OlloNi SS1 ein Cyber-Haustier kreiert, das viel mehr als nur ein Technik-Spielzeug sein will. Es reagiert sowohl auf Berührungen wie auch auf Sprache. „Nice to meet you“ steht gut lesbar als Antwort auf einem kleinen Display. Aber das ist noch nicht alles. Die in dem Robo-Pet eingebaute KI erinnert sich, so der Hersteller, an Stimmungen, Gewohnheiten und sogar den Tonfall des Ansprechenden. Während viele humanoide Roboter z.B. als Assistenten im Haushalt fest definierte Aufgaben zu erledigen haben, soll der OlloNi sogar langfristige emotionale Bindungen entwickeln. Es geht hier also nicht nur darum, was der Roboter leisten, sondern welche Beziehungen er zu seinem Besitzer aufbauen kann. Für den Menschen vielleicht eine spannende Zukunft mit seinem Roboter-Freund.
Wer bei seinem IFA-Messebesuch nach den traditionellen Exponaten früherer Funkausstellungen rund um die Rundfunk- und Fernsehtechnik suchte, wird nach längerem Suchen durchaus auch etwas aufspüren. Dazu zählt im Home Entertainment der superflache Wallpaper Fernseher ohne Kabelverbindungen vom Marktführer für OLED Fernseher, dem südkoreanischen Unternehmen LG Electronics.

Er wird ausgestellt unter der Überschrift: „Fernsehen mit der Tapete“. Der Fernseher hat eine Gehäusetiefe von lediglich 9,9 Millimetern (!) und wird nahezu bündig an der Wand montiert. Bildsignale gelangen über die kabellose Zero-Connect-Box zum Fernseher, wodurch die Kabel zum Fernseher praktisch verschwinden. Das macht den W6 zu einem der innovativsten Fernseher und zu einem Highlight der IFA. Allerdings kann mit dieser High-Tech Lösung nicht die Hoffnung verbunden werden, dass das ausgestrahlte Fernsehprogramm mit seinem Fernseh-Journalismus ebenfalls ein höheres Niveau erreicht. Dafür müssen die Zahler der Zwangsgebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender und das Publikum der so genannten privaten Sender schon selber sorgen.
Fotos: Ronald Keusch (19), LG Electronics (1)
https://www.keusch-reisezeiten.de/post/2025-09-spezial-ifa