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Dschingis Khan und die Welt der Mongolen

VonRedaktion

Nov. 3, 2026

Ansicht der Ausstellung „Dschingis Khan und die Welt der Mongolen“ mit der Steinstatue eines mongolischen Würdenträgers (13.-14. Jahrhundert) © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte / Andreas Henkel

2027 jährt sich der Tod Dschingis Khans zum 800. Mal. Aus diesem Anlass präsentiert das Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin gemeinsam mit seinen mongolischen Partnern in der James-Simon-Galerie die großangelegte Sonderausstellung „Dschingis Khan und die Welt der Mongolen“. Sie erzählt die Geschichte des mongolischen Weltreichs anhand bedeutender archäologischer Funde aus der Mongolei und Europa.

Moderne Statue Dschingis Khans
© Ghenggis Khaan National Museum

Die Sonderausstellung nimmt die Geschichte des mongolischen Großreichs und dessen zentrale Herrscherfigur Dschingis Khan in den Blick. Unter seiner Herrschaft und der seiner Nachfolger entstand zwischen der Donaumündung und der Halbinsel Korea das größte zusammenhängende Weltreich der Geschichte. Die Ausstellung rückt dabei nicht allein die militärischen Eroberungen der Mongolen in den Mittelpunkt. Archäologische Forschungen der vergangenen Jahrzehnte haben das Bild des Mongolenreichs erheblich erweitert und revidiert. Funde aus dem Kernland des Reiches machen eine lange Geschichte von Steppenreichen und lokalen Herrschaften sichtbar, die zur kulturellen Identität der Mongolen beitrugen. Mobilität und die reiternomadische Lebensweise prägten die Gesellschaft über Jahrhunderte. Mit der Expansion des Reiches entstanden zugleich neue Städte und multiethnische Zentren, in denen Verwaltung, Kommunikation und Handel über große Entfernungen zusammenliefen.

Zu den den Höhepunkten der Ausstellung zählen archäologische Schätze aus der Mongolei, von denen viele noch nie in einer Ausstellung außerhalb der Mongolei zu sehen waren.

Sie geben Einblicke in die Lebenswelt, politischen Strukturen und kulturellen Verflechtungen des mongolischen Reiches und werden durch Leihgaben aus Polen, Rumänien, Stralsund, weiteren Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin sowie der Staatsbibliothek zu Berlin ergänzt.

Zu sehen sind unter anderem ein mongolischer Lamellenpanzer aus dem 13./14. Jahrhundert, die Steinstatue eines mongolischen Würdenträgers vom Gräberfeld Tavan Tolgoi sowie kostbare Gürtelbeschläge und Riemendurchzüge aus Bergkristall. Weitere Objekte führen ein in die Geschichte jener Kulturen und Reiche, die dem mongolischen Großreich vorausgingen und dessen Entstehung prägten.

Armstulpen, 1241, © Muzeum Regionalne im. Janusza Petera, Tomaszów Lubelski, Polen / Foto: Daniel Tereszczuk (li), Lamellenpanzer eines Kriegers im 13.-14. Jahrhundert (Mitte).Bronzeglocke von Karabalgasun. 8.-9. Jahrhundert (re). © Chinggis Khaan National Museum, Ulaanbaatar, Mongolei / Fotos: Uuganbaatar Otgonbaatar

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Beziehungen zwischen dem Mongolenreich und Europa. Der für Osteuropa und den Nahen Osten folgenreiche Feldzug nach Westen wird durch archäologische Funde aus Polen und Rumänien greifbar. Sie dokumentieren die Spuren der mongolischen Angriffe, aber auch die komplexen Folgen der anschließenden Herrschaft. Nach den Eroberungen und Zerstörungen setzte vielerorts der Wiederaufbau ein. Mit der sogenannten Pax Mongolica entstanden Bedingungen für wirtschaftliche und kulturelle Blüte sowie für Innovationen in Architektur, Verwaltung und Kommunikation.

Armband mit Phönix Darstellung 13.-14. Jahrhundert (li),Steinstatue eines Würdenträgers 13.-14. Jahrhundert(Mitte), Helm eines Kriegers im 13.-14. Jahrhundert(re), © Chinggis Khaan National Museum, Ulaanbaatar, Mongolei / Fotos: Uuganbaatar Otgonbaatar


Das mongolische Reich war zugleich ein Raum intensiven Austauschs. Waren, Menschen und Wissen bewegten sich über große Distanzen. Luxusgüter gelangten über die Krim und die Levante nach Europa, begleitet von neuen Kenntnissen über Länder, Städte und Handelswege. Die Ausstellung zeigt damit ein Reich, das nicht nur durch seine Eroberungen, sondern auch durch transkontinentale Vernetzung und kulturellen Austausch die Geschichte Eurasiens prägte.

Moderne Kopie einer Schildkrötenstatue der Stadt Karakorum, Mongolisches Reich, Original 13. Jahrhundert
© Chinggis Khaan National Museum, Ulaanbaatar, Mongolei / Foto: Uuganbaatar Otgonbaat

Die Ausstellung verbindet aktuelle Forschungsergebnisse mit herausragenden Objekten aus mongolischen und europäischen Sammlungen und ermöglicht so einen neuen Blick auf Dschingis Khan und die Welt, die unter seiner Herrschaft und der seiner Nachfolger entstand.

 Dschingis Khan und die Welt der Mongolen

21. Oktober 2026 bis 18. April 2027,  Museumsinsel Berlin, James-Simon-Galerie. Bodestraße, 10178 Berlin

Von Redaktion

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