Peter Pan in der Komischen Oper

Abenteuer im Nimmerland. Foto: Ingrid Müller-MertensAbenteuer im Nimmerland. Foto: Ingrid Müller-Mertens

von Klara Berger.

Peter Pan, der kleine Junge aus dem „Nimmerland“, der sich weigert, erwachsen zu werden, ist die berühmteste Erfindung des schottischen Journalisten und Dichters James M. Barrie. Inspiriert durch seine Patenkinder schuf Barrie Anfang des 20. Jahrhunderts ein faszinierendes Traumreich, in dem die Gesetze der Erwachsenen noch keine Macht über die Fantasie der Kinder haben. Mit Hilfe des fliegenden Peter entwischen John, Michael und Wendy Darling aus ihrem Londoner Kinderzimmer dem Zorn ihres Vaters. Ab geht es im Flug direkt zur Insel Nimmerland.

Peter Pan (Eric Jurenas) fliegt ins Kinderzimmer. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Peter Pan (Eric Jurenas) fliegt ins Kinderzimmer. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Mit Peter als Anführer und Wendy als Ersatzmutter erleben die vier nun ein spannendes Abenteuer im Kampf gegen die gefährlichen Piraten unter ihrem grimmigen Gebieter Captain Hook. Doch am Ende ist auch diese große Freiheit nur eine Flucht vor der Verantwortung und dem Erwachsen-werden. Immer Kind sein – selbst dieser Traum verliert eines Tages seinen Reiz …

Das fantasievolle Märchen, mit dem Generationen von Kindern aufgewachsen sind, ist nun in der Komischen Oper Berlin zu erleben. Schräge Tanzrhythmik trifft auf akrobatische Flugnummern, große Orchesterklänge auf Stadtlandschaftscartoons und Jazz auf Gruselkrokodil – Richard Ayres’ Musik bietet die angemessene Klangkulisse für den Märchen-Klassiker. Und dabei ist es gar nicht leicht heutzutage, mit den ungeahnten technischen Möglichkeiten von Film- und Fernsehproduktionen zu konkurrieren. Daher hat es Regisseur Keith Warners mit seiner Inszenierung erst gar nicht versucht, sondern setzt konsequent auf die eher bescheidenen aber fantasieanregenden Mittel des Theaters. Das Bühnenbild von Jason Southgate begeistert mit seiner farbenfrohen, prächtigen Ausstattung im Stil des viktorianischen bürgerlichen Ambientes. Eine bezaubernde Puppenstube mit allem, was das Kinderherz im vorigen Jahrhundert begehrte und das auch heute gegen die computeranimierte Reizüberflutung eine ganz eigene Magie entfaltet. Und so mag vielleicht für einige der jungen begeisterten Zuschauer Barbie künftig einen Wendy-Look bekommen, Bauklötze, bizarre Piraten oder das Gruselkrokodil wieder Interesse finden.

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Die durchweg hervorragenden Solisten – in den Hauptrollen Eric Jurenas (Peter Pan) und Mirka Wagner (Wendy Darling) – und insbesondere der bestens aufgelegte Kinderchor der Komischen Oper kamen beim jugendlichen Publikum sehr gut an. Und das von Anthony Bramall geleitete Orchester vermag die teilweise recht schrillen Töne effektvoll umzusetzen.

www.komische-oper-berlin.de

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