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Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart

VonRedaktion

Jun 7, 2024

Der Palast der Republik in Ostberlin. Fensterfront mit dem Staatsemblem der DDR. © bpk / Gerhard Kiesling

Wo sich heute in Berlins Mitte das Humboldt Forum befindet, wurde in der DDR vor 50 Jahren Der Palast der Republik. Gebaut. Die Sonderausstellung Hin und weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Palastes von den städtebaulichen Planungen über seine Nutzung bis hin zu Schlossplatzdebatte und Abriss.

Palast der Republik © Harry Hirschfeld / Deutsches Historisches Museum / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

30 Jahre lang prägte der Palast der Republik das Zentrum Berlins. Er war von 1976 bis 1990 Sitz der Volkskammer und Ort der Repräsentation der DDR, aber auch eine Stätte der Alltagskultur mit modernem Design, Kunst, Theater und Diskothek, Restaurants und Cafés. Länger als in der DDR stand der Palast in der Bundesrepublik Deutschland: Viele Menschen erinnern sich bis heute begeistert an die kulturelle Zwischennutzung im entkernten Gebäude Anfang der 2000er Jahre. Ab 2006 erfolgte der durch den Bundestag beschlossene Abriss. Was für die einen die Befreiung von einem Repräsentationsbau des DDR-Unrechtsstaates war, empfanden andere als Auslöschung von Geschichte und Entwertung ostdeutscher Lebensleistung.

Fotos von links: Café „Espresso“ im Palast der Republik, © Abt. Öffentlichkeitsarbeit, Palast der Republik. Treppenhalle © bpk / Max Ittenbach. Gemälde von Willi Sitte © VG Bild Kunst, Bonn 2024 / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: David von Becker

Heute befindet sich an dieser Stelle das Humboldt Forum mit dem teilweisen Nachbau des Berliner Schlosses. Der Palast ist jedoch in der Erinnerung vieler Menschen weiter präsent. Programm und Ausstellung laden dazu ein, sich mit den vielfältigen Erinnerungen an den Palast auseinanderzusetzen. Sie geht damit auch der Frage nach, warum der Palast der Republik abgerissen und an seiner Stelle das Humboldt Forum in der Anmutung des barocken Schlosses errichtet wurde – über der original erhaltenen Betonfundamentierung des Palastes.

Nachgebaute Schlossfassade. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Im Zentrum der Ausstellung stehen Interviews aus dem Projekt Erinnerungsarbeit im Humboldt Forum mit sowohl prominenten wie bislang ungehörten Stimmen. Mit persönlichen Erinnerungen, besonderen Objekten und einem Blick auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen wird die Geschichte des Palastes zur Gegenwart. Die Ausstellung ist Teil des Jahresschwerpunktes zum Palast der Republik der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss. Das Programm umfasst vielfältige Veranstaltungen, Führungen und Workshops, das Theaterspektakel Bau auf! Bau ab! von Ron Zimmering ab dem 17. Mai, eine künstlerische Virtual Reality sowie spezielle Thementage u.a. mit einem Theaterstück von und mit Corinna Harfouch.

Skulptur „Die Gläserne Blume“ im Palast der Republik, Copyright: bpk / Gerhard Kiesling. Re.: Veranstaltung im Großen Saal des Palasts der Republik,© Deutsches Historisches Museum /Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss


„Der ehemalige Palast der Republik ist ebenso untrennbar mit der wechselvollen Geschichte dieses Ortes verbunden wie das rekonstruierte Berliner Schloss. Auch die Entstehung des Humboldt Forums selbst geht auf die Entscheidungen zum Rückbau des Palasts der Republik sowie zur Rekonstruktion des Berliner Schlosses zurück. Die Debatte darüber beschäftigt uns bis heute. Deshalb ist es gut und wichtig, dass das Humboldt Forum auch mit dieser Ausstellung einen Raum zur Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Ortes bietet“, sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth anläßlich der Ausstellungseröffnung.

Blick in die Sonderausstellung „Hin und Weg. Der Palast der Republik ist Gegenwart“© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: David von Becker

Und Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt Forums betonte: „Der Palast der Republik ist in seiner Geschichte und Symbolik ein gesamtdeutsches Thema. Als Stiftung Humboldt Forum fühlen wir uns für ihn und das, was die Menschen mit ihm verbinden, in besonderer Weise verantwortlich. In der mehrjährigen Vorbereitung unseres Programmschwerpunktes haben wir in vielen Gesprächen erlebt, wie sehr die Erinnerungen an den Palast der Republik sowie die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen von 1989/90 ins Heute hineinwirken.

Der Abriss des Palastes wurde zwar demokratisch entschieden, aber die Diskussion hierzu war damals sehr kontrovers – und der Abriss hat bei einigen Menschen auch Wunden gerissen. Und so beschäftigt sich das Ausstellungsprogramm mit all den Themenaspekten und Emotionen aber auch neuen Sichtweisen und manchmal kontroversen Perspektiven von Zeitzeugen.

Informationen und Tickets: 
humboldtforum.org/hin-und-weg-der-palast-der-republik-ist-gegenwart

Von Redaktion