• Mo.. Sep. 14th, 2026

Kleine Eulen, große Mission

VonRedaktion

Sep. 14, 2026

Steinkauz in Auswilderung. Fotos © 2026 Zoo Berlin / © 2026 Tierpark Berlin

Mit vier im Tierpark Berlin aufgezogenen Steinkäuzen beteiligt sich der Tierpark erstmals an einem Auswilderungsprojekt für die bedrohte Eulenart. Gemeinsam mit dem Wiederansiedlungsprojekt im nördlichen Harzvorland und Großen Bruch in Sachsen-Anhalt soll eine langfristig stabile und sich selbst erhaltende Population aufgebaut werden.

Steinkauz im Tierpark. Fotos
© 2026 Zoo Berlin / © 2026 Tierpark Berlin

Der Steinkauz zählt zu den kleinsten Eulen Europas und ist ein typischer Kulturfolger. Über Jahrhunderte besiedelte er extensiv genutzte Streuobstwiesen, Weidelandschaften und offene Agrarflächen mit alten Höhlenbäumen als Brutplätzen. Heute gilt die Art in vielen Regionen Deutschlands als gefährdet; bundesweit leben nach Schätzungen noch rund 7.500 bis 8.000 Brutpaare. Hauptursachen für den Bestandsrückgang sind der Verlust geeigneter Lebensräume. Anders als viele andere Eulen ist er häufig auch tagsüber zu beobachten, wenn er auf Zaunpfählen, Telefonmasten oder Steinmauern nach Beute Ausschau hält

Einst war der Steinkauz im nördlichen Harzvorland heimisch, verschwand jedoch infolge des Verlusts geeigneter Lebensräume und der Intensivierung der Landwirtschaft. Da eine natürliche Wiederbesiedlung des Gebietes aufgrund der großen Entfernung zu bestehenden Vorkommen kaum zu erwarten ist, werden seit mehreren Jahren junge Steinkäuze ausgewildert. Parallel schaffen umfangreiche Maßnahmen zur Biotopentwicklung, darunter die Pflege von Streuobstwiesen und Grünland, wieder geeignete Lebensräume für die charakteristische Eulenart.

Steinkauz in Auswilderung. Fotos © 2026 Zoo Berlin / © 2026 Tierpark Berlin

Das Wiederansiedlungsprojekt blickt dabei auf eine langjährige Geschichte zurück: 2026 geht das Engagement für den Steinkauz bereits in das 34. Jahr. Im Jahr 2000 wurde im nördlichen Harzvorland bei einem Wildbestand von null Brutpaaren mit der Wiederansiedlung begonnen. Inzwischen gibt es im Arbeitsgebiet rund 16 Brutpaare, die je nach Bedarf betreut werden. Mit der Aufzucht und Abgabe von vier Jungvögeln leistet der Tierpark Berlin nun erstmals einen direkten Beitrag zu diesem erfolgreichen Artenschutzprojekt. Vier Jungvögel wurden im Tierpark Berlin unter fachkundiger Betreuung aufgezogen und für die Auswilderung vorbereitet. Im Projektgebiet werden sie schrittweise an ihre neue Umgebung gewöhnt und anschließend in die Wildnis entlassen. Dort ergänzen sie die bestehende Population, die sich dank der kontinuierlichen Auswilderungen und der intensiven Lebensraumverbesserungen in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat.  

Seit Beginn des Wiederansiedlungsprojekts konnte die Zahl der Steinkauzreviere im nördlichen Harzvorland kontinuierlich gesteigert werden.  Inzwischen gibt es dort rund 16 freilebende Brutpaare – ein ermutigendes Zeichen dafür, dass Auswilderung und Biotopentwicklung gemeinsam wirken.

Steinkauz in Auswilderung. Fotos © 2026 Zoo Berlin / © 2026 Tierpark Berlin

Mit der Auswilderung der vier Steinkäuze verbindet der Tierpark Berlin die erfolgreiche Nachzucht in menschlicher Obhut mit konkretem Artenschutz in der Natur. Damit steht das Projekt beispielhaft für das umfassende Engagement des Tierpark Berlin im weltweiten Artenschutz: Der Tierpark zählt zu den zoologischen Einrichtungen, die sich sowohl der Zucht bedrohter Arten als auch ihrer Wiederansiedlung in geeigneten Lebensräumen widmen. So engagiert sich der Tierpark unter anderem in erfolgreichen Wiederansiedlungsprojekten für Wisente in Aserbaidschan und Wildpferde in Kasachstan. Darüber hinaus werden im Rahmen verschiedener Artenschutzprogramme regelmäßig Bartgeier, Gänsegeier, Waldrappen, Feldhamster und Habichtskäuze ausgewildert.

Von Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert