Constantin Brancusi, La Muse endormie, 1910, Bronze, Foto: Centre Pompidou, MNAM-CCI/Philippe Migeat/Dist. GrandPalaisRmn, © Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Vom 20. März bis 9. August 2026 zeigt die Neue Nationalgalerie in Berlin in Kooperation mit dem Pariser Centre Pompidou eine groß angelegte Einzelausstellung des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brancusi (1876-1957).

© Succession Brancusi – All rights reserved / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
In Frankreich wie in Rumänien ein „Nationalheiliger“. In Deutschland weitgehend unbekannt, was auch daran liegen könnte, dass sich die meisten seiner Werke im Centre Pompidou befinden und selten verliehen werden. Umfangreiche Bauarbeiten und die Schließung des Hauses bis 2030 ermöglichen nun die Leihgaben nach Berlin für die erste umfassende Werkschau des Ausnahmekünstlers.
Mehr als 150 Skulpturen, Zeichnungen, Fotos, Filme, und Archivalien. Auch Exponate aus anderen Sammlungen wie dem MoMA, der Tate, Galerie der Nationalgalerie Bukarest, spiegeln Brancusis virtuoses Schaffen.

© Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

© Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Brancusi (1876-1957) zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts und Begründer der modernen Skulptur. Nach traditionell-akademischen Anfängen in Rumänien fand er ab 1907 in Paris zu einem eigenen Stil. Seine organischen bis auf das Wesentliche reduzierten Skulpturen machen ihn zum Vorreiter der skulpturalen Abstraktion im frühen 20. Jahrhundert. Brancusis stetige Suche nach einem künstlerischen Ideal manifestiert sich in den formalen Variationen weniger Motive und dem Spiel mit wechselnden Materialien und Oberflächen. Gekonnt nutzte er spezifische Sockel, Licht, Bewegung sowie Fotografie und Film, um seine Skulpturen in Szene zu setzen.

/ David von Becker
© Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

David von Becker
© Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

David von Becker
© Succession Brancusi – All rights reserved / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Teilweise über Jahrzehnte hinweg entwickelt er seine Themen weiter. Oft geht dies mit einem zunehmenden Abstraktionsprozess einher. Das Fragmentarische und eine radikale Vereinfachung der Form sind zentrale Elemente seiner Kunst.
Ab den 1920er-Jahren präsentiert Brancusi seine Werke vorrangig in seinem Atelier in der Impasse Ronsin in Paris. Es ist für ihn nicht nur ein Ort der Arbeit, sondern gleichermaßen Ausstellungs- und Lebensraum.

© Succession Brancusi / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Neben Hauptwerken wie „Schlummernde Muse“, „Der Kuss“, „Vogel im Raum“ oder die „Unendliche Säule“ zeigt die Ausstellung erstmals außerhalb von Paris eine Teilrekonstruktion des berühmten Ateliers von Brancusi. Das Ensemble, das der Künstler 1957 dem französischen Staat vermacht hatte und heute zum Centre Pompidou gehört, gilt als Schlüssel zum Verständnis seines Werkes, als Laboratorium der Form und unmittelbares Zeugnis seines Schaffensprozesses.

© Succession Brancusi – All rights reserved / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
„Nur Dummköpfe könnten sagen, meine Werke seien abstrakt. Was sie für abstrakt halten, ist tatsächlich die realistischste Sache, die möglich ist. Denn Realität ist nicht die äußere Form, sondern die Idee, die Essenz der Dinge.“ Resümierte Brancusi sein Schaffen kurz vor seinem Tod im Jahre 1957.
Die Ausstellung steht unter der gemeinsamen Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, von Herrn Emmanuel Macron, Präsident der Französischen Republik, sowie Herrn Nicușor Dan, Präsident von Rumänien.
Eine Sonderausstellung der Neuen Nationalgalerie – Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Kooperation mit dem Centre Pompidou, Paris, 20. März – 9. August 2026
Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin