„Zinn. Vom Mittelalter bis zum Jugendstil“, Ausstellungsansicht. Foto: Staatliche Museen zu Berlin / Achim Stiegel
Das Berliner Kunstgewerbemuseum präsentiert in seiner Dependance in Schloss Köpenick eine Vielzahl von Zinnobjekten vom Mittelalter bis zum Jugendstil und thematisiert gleichzeitig die Nutzung des Metalls in der Möbelkunst des heute größtenteils vergessenen Materials.

Foto: Fotostudio Bartsch
Ein Prunktisch des Kunsttischlers Johann Daniel Sommer aus dem Jahr 1684 gehört zu den kostbarsten Möbeln des Kunstgewerbemuseums. Die kunstvolle Arbeit in der sog. Boulle-Technik darf als eine der schönsten ihrer Art angesehen werden. Sie fügt nicht nur die Werkstoffe Schildpatt, Horn und Zinn dauerhaft zu einer Möbeloberfläche, sondern weist die Nähe zu Malerei und Goldschmiedearbeiten auf: Feinste Gravuren, eingelegte Zinndrähte und mit Malerei hinterlegte transparente Hornpartien – eine besondere Spezialität Sommers – sind von besonderer Schönheit.
Zinneinlagen in der Möbelkunst sind heute kaum noch bekannt, Zinngerät hingegen kennt jeder. Mit seinem niedrigen Schmelzpunkt von 232 Grad gestaltet sich die Verarbeitung des Metalls recht einfach. Das Material ist äußerst korrosionsbeständig und dadurch für die Herstellung von Geschirr geeignet.

Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Lothar Lambacher

Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Jan Friedrich Richter

Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Lothar Lambacher
Diese Eigenschaften erklären die frühzeitige Nutzung in der Spätantike. Da das weiche Material leicht beschädigt und wieder eingeschmolzen werden kann, sind aus dieser Zeit allerdings nur wenige Gegenstände erhalten.
Das Kunstgewerbemuseum besitzt eine große Sammlung von Zinngerät mit sehr seltenen Stücken, die bis ins 13. Jahrhundert zurück reichen.

Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Jan Friedrich Richter
Die Ausstellung präsentiert anhand von mehr als 100 Kunstwerken einen Überblick zur Entwicklung von Zinngerät vom Mittelalter bis in die frühe Moderne, als Zinngeräte im Jugendstil eine letzte Blüte erlebten.
Zinn vom Mittelalter bis zum Jugendstil
Eine Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums – Staatliche Museen zu Berlin
Schloss Köpenick, Kunstgewerbemuseum
Schlossinsel 1, 12557 Berlin, Öffnungszeiten: Mi – Fr 11 – 17 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr