Prunkvolle Bayerische Staatsoper

Bayerische Staatsoper in München. Foto: Felix LöchnerBayerische Staatsoper in München. Foto: Felix Löchner

Von Volker Neef.

Redet man von der „Bayerischen Staatsoper“, dann spricht man aus architektonischer Sicht von drei verschiedenen Gebäuden. Da ist zum einen das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz als Spielstätte zu nennen. Aufführungen finden auch im Prinzregententheater in der Prinzregentenstraße 12 statt, das im Osten Münchens im Stadtteil Bogenhausen liegt. Seinen Namen erhielt es nach Prinzregent Luitpold von Bayern, der von 1821 bis 1912 lebte.

Prinzregententheater. Foto: Wilfried Hoesl

Prinzregententheater. Foto: Wilfried Hösl

Eine weitere Spielstätte der Bayerischen Staatsoper ist das Cuvillies-Theater. Ursprünglich hieß das in der Residenzstraße 1 gelegene Theater Residenztheater.

Residenztheater. Foto: Volker Neef

Residenztheater. Foto: Volker Neef

Später erhielt es seinen heutigen Namen nach dem 1695 in Belgien geborenen und 1768 in München verstorbenen Baumeister Francois de Cuvillies. Der Hauptspielort ist das Nationaltheater. Das Bayerische Staatsorchester bespielt das Opernhaus. Das Bayerische Staatsorchester kann für sich in Anspruch nehmen, zu den weltweit renommiertesten und ältesten Orchestern zu gehören. Die Wurzeln gehen auf das Jahr 1523 zurück. Der um 1490 geborene und 1543 gestorbene Komponist Ludwig Senfl trat eine Anstellung in München an der Kantorei an. Herzog von Bayern war zu jener Zeit Wilhelm IV., der auch den Beinamen „Der Standhafte“ trug. Wilhelm IV. kam 1493 in München zur Welt und verstarb 1550 in seiner Geburtsstadt. Es ist Prinzessin Henriette Adelheid Maria von Savoyen, der Kurfürstin von Bayern, die von 1636 bis 1676 lebte, zu verdanken, dass aus einer Hofoper die beeindruckende und prunkvolle Staatsoper entstand. Es waren ihre Anregungen, die zum Bau einer Staatsoper geführt hatten.

Lang ist bis heute die Liste der Uraufführungen, die in der Bayerischen Staatsoper stattgefunden haben. Wie es so ist bei solchen Aufführungen: Manche Werke sind nach nur ganz, ganz wenigen Aufführungen in einem Archiv für Musikwissenschaftler verschwunden und wurden seit über 200 Jahren nirgendwo je wieder aufgeführt. Andere Werke dagegen ziehen aktuell immer noch Musikliebhaber an, egal wo das Stück aufgeführt wird. So fanden in der Bayerischen Staatsoper beispielsweise folgende Uraufführungen statt:

Von Wolfgang Amadeus Mozart 1775 „La finta giardiniera“ und 1781 „Ideomeneo.“ Das Singspiel von Carl Maria von Weber „Abu Hassan“, nach einem Märchen aus „1.001 Nacht“, führte man hier 1811 erstmals auf. Die Uraufführung des Werkes „Teolinde“ von Giacomo Meyerbeer fand 1817 statt. Eng verbunden ist die Bayerische Staatsoper auch mit dem Namen Wagner. Damit sind sogar zwei Wagners gemeint, Richard Wagner als auch sein Sohn Siegfried. Richard Wagner führte in München folgende Uraufführungen auf: 1865 „Tristan und Isolde“, 1869 sowohl „Die Meistersinger von Nürnberg“ als auch „Das Rheingold“ und ein Jahr später „Die Walküre.“ Am 29. Juni 1888 folgte „Die Feen.“ Siegfried Wagner ließ am 23. Januar 1899 in diesem Münchener Haus erstmals seine aus drei Akten bestehende Oper „Der Bärenhäuter“ erklingen. Carl Orff und sein Werk „Der Mond“ fand 1939 hier seine Uraufführung. Natürlich sind die Zeiten der Uraufführungen auch heute in der Bayerischen Staatsoper noch immer aktuell. So fand 2016 die aus zwei Teilen bestehende Oper „South Pole“ statt, die vom 1975 in Prag geborenen Komponisten und Musikwissenschaftler Miroslav Srnka stammt. Der 1951 in Österreich geborene Nikolaus Bachler übt momentan das Amt des Intendanten aus. Generalmusikdirektor ist der 1972 im russischen Omsk geborene Dirigent Kirell Garrijewitsch Petrenko. Einer seiner Vorgänger war von 1894 bis 1896 in diesem Amt der Hofkapellmeister Richard Strauss. Welche herausragende Aufgaben Nikolaus Bachler und Kirell Garrijewitsch Petrenko haben, verdeutlicht folgende Zahl: Jährlich werden in der Bayerischen Staatsoper rund 350 Werke aufgeführt. Dabei ist eines noch anzumerken: Kein Werk wird in München zweimal hintereinander zur Aufführung gebracht.

Foto: Wilfried Hoesl

Foto: Wilfried Hösl

Das bedeutet, jeden Tag ein anderer Bühnenaufbau und jeden Tag andere Künstler oder die Künstler von der gestrigen Aufführung heute in anderen Rollen auf der Bühne zu hören. Wer nun nicht nur einer Aufführung als Zuhörer beiwohnen möchte, sondern einen intensiven Blick hinter die Kulissen des Hauses werfen möchte, ist auch ein gerngesehener Gast. Das Nationaltheater bietet regelmäßig Führungen an. So können Opernliebhaber erleben, wo der Souffleur seinen Arbeitsplatz hat, wo sich die Sängerinnen und Sänger schminken lassen und wo die Künstler ihre Garderobe anziehen. Ebenso darf man einen Blick werfen, wo sich die Opernstars zurückziehen in den Pausen. Den Lastfahrstuhl der Bayerischen Staatsoper und den Schnürboden einmal in Augenschein nehmen zu dürfen sind ebenfalls im Programm enthalten. Höhepunkt ist die Besichtigung des Königssaals und der dazugehörenden Loge. Einmal diese herausragende Loge sehen und sich auf einen der Sessel setzen zu dürfen, wo schon Könige und Bayerische Ministerpräsidenten sich niedergelassen haben, bleibt sicherlich jedem Gast unvergesslich. Die Führungen finden mehrmals wöchentlich statt. Jede Führung dauert rund eine Stunde. Man trifft sich an der Eingangshalle Nord am Marstallplatz des Nationaltheaters. Die Karten kauft man im „Opernshop“ an der Kassenhalle am Marstallplatz. Dort erfährt man auch, wann Führungen stattfinden. Die Verkaufsstelle ist von Montag bis Samstag von 10 bis 20 Uhr besetzt. Karten kosten 10 Euro, ermäßigt 5 Euro. An jeder Führung können maximal 25 Personen teilnehmen.

 www.staatsoper.de

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