Im Zoo Berlin ist ein neues Kapitel für eines seiner ältesten Gebäude angebrochen: Nach umfangreichen Umbau- und Modernisierungsarbeiten bieten die neuen Außenanlagen rund um das historische Antilopenhaus nun auch für die seltenen Okapis ein neues Zuhause. Während die südöstliche Seite des Hauses Tieren aus den Regenwäldern Zentralafrikas eine neue Heimat gibt, kommen die Bewohner der nordwestlichen Seite aus den Wüsten und Halbwüsten Nordafrikas.

Das Antilopenhaus gehört zu den ältesten Gebäuden des Zoo Berlin und prägt bereits seit 1872 dessen Erscheinungsbild. Nach schweren Kriegsschäden wurde das Gebäude in vereinfachter Form wiederaufgebaut und zuletzt in den 1980er Jahren denkmalgerecht saniert. Die jüngste Modernisierung wurde durch die außerordentlich großzügige Unterstützung einer pferdebegeisterten Berlinerin ermöglicht, die knapp eine Million Euro beisteuerte, sowie durch die Gemeinschaft der Förderer von Tierpark Berlin und Zoologischem Garten Berlin e.V., die weitere 455.000 Euro bereitstellte.
Seit Sommer 2025 wurde das denkmalgeschützte Antilopenhaus umfassend saniert. Ziel war es, die Haltungsbedingungen für die Tiere zu optimieren und zugleich neue Möglichkeiten für spannende Tierbeobachtungen zu schaffen. Durch das Zusammenlegen kleinerer Abschnitte entstanden größere Anlagen, in denen verschiedene afrikanische Tierarten gemeinsam leben. Diese sogenannte Vergesellschaftung entspricht dem natürlichen Zusammenleben unterschiedlicher Arten in ihrem ursprünglichen Lebensraum und bietet den Tieren mehr Abwechslung durch soziale und visuelle Reize. Auf der südöstlichen „Regenwald“-Seite teilen sich die stark gefährdeten Okapis, auch „Waldgiraffen“ genannt, ihre neue Anlage nun mit den Sitatungas.



Die naturnah gestaltete Anlage mit dichter Bepflanzung, zusätzlichen Rückzugsmöglichkeiten und vergrößerten Innenbereichen trägt den besonderen Ansprüchen der scheuen Regenwaldbewohner Rechnung. Zudem bietet sie optimale Voraussetzungen für die Haltung eines Zuchtpaares. „Wir engagieren uns bereits seit rund 40 Jahren für den Schutz der stark gefährdeten Okapis in ihrem natürlichen Lebensraum. Sie kommen ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo vor“, erklärt Kuratorin Dr. Jennifer Hahn. „In den vergangenen Jahrzehnten sind die Bestände um 50% gesunken. Ursachen sind bewaffnete Konflikte, illegaler Holzeinschlag, Bergbau sowie Wilderei. Besonders im Ituri-Wald führt die fortschreitende Abholzung zu einem dramatischen Verlust des Lebensraums. Die Bedeutung der Haltung in menschlicher Obhut nimmt daher stetig zu.“

Die nordwestliche Außenanlage bietet künftig mehreren nordafrikanischen Tierarten ein gemeinsames Zuhause. Noch sind die beiden Giraffenbullen etwas schüchtern, doch schon bald werden sie sich ihre Junggesellen-WG mit Straußen, Säbelantilopen und Mhorrgazellen teilen. Die vom Aussterben bedrohte Mhorrgazelle ist inzwischen häufiger in menschlicher Obhut als in der Natur zu finden.
Wer die Okapis einmal aus ganz besonderer Nähe erleben möchte, hat bei einem der exklusiven Lieblingstierbesuche besondere Gelegenheit – weitere Infos: https://shop.zoo-berlin.de/okapi.
FOTOS:
© 2026 Zoo Berlin / © 2026 Tierpark Berlin