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Mode mit allen Sinnen – neue Kollektion von Anja Gockel

VonRedaktion

Jan 26, 2023

Wenn Anja Gockel am Ende der Show inmitten der Models steht und alle applaudieren, dann ist das ein Moment voller Kraft und Schönheit. Es erfüllt sich, wofür sie seit über 23 Jahren kämpft: Das Charisma der Frauen sichtbar zu machen und Geschlechtsunterschiede aufzuheben. „Stellt eure Weiblichkeit in den Mittelpunkt und findet euer Gleichgewicht. Seid authentisch und mutig. Wir brauchen die weibliche Energie in der Welt“, schreibt sie auf ihrer Webseite.

Selbstbewusste Fashion in lebhaften Farben, kühn geschnitten, mit unerwarteten Materialien haben die Designerin aus Mainz über deutsche Grenzen hinaus bekannt gemacht. Im renommierten Berliner Hotel Adlon Kempinski präsentiert sie seit einigen Jahren ihre beiden jährlichen Kollektionen. Und damit ist sie auch eine Konstante für die Fashion Week geworden ist, seit der bisherige Hauptsponsor Mercedes, sich zurückgezogen hat und keine feste, zentrale Anlaufstelle für die Veranstaltungen mehr vorhanden ist. Damit hat die Modewoche an Glamour eingebüßt, was sich auf den Gästelisten deutlich bemerkbar macht. Die internationale Mode und Promi-Elite fehlte. Und vor allem ist es auch ein Problem für die vielen jungen Designer, die sich für ihre Shows keine teuren Vorführräume mieten können.

Kein Problem für Anja Gockel, die ihre traditionelle Show zur Berliner Fashion Week im Hotel Adlon Kempinski fortführen konnte und im edlen Ambiente der eleganten Lobby ihre Winterkollektion 23/24 präsentierte.

„Mode ist sinnlich“, sagt Anja Gockel in ihrer Begrüßung vor der Show. Und sie betont, dass die bisherigen fünf Sinne eigentlich nicht genügen. Sie möchte zwei weitere hinzufügen. Ästhetik und Bewusstsein. „Erst damit entsteht der Reichtum unserer menschlichen Empfindungen.“ Wir sollten alle unsere Sinne öffnen und die Welt entdecken, empfiehlt die Designerin.

Und so heißt das Motto ihrer neuen Kollektion auch sieben Sinne: „Seven senses“. Spiegelbilder auf dem Catwalk verdeutlichen die unterschiedlichen Perspektiven unserer Ansichten und ästhetischen Wahrnehmungen. Die eigens komponierte Musik und die Models – Tänzerinnen und Tänzer von europäischen Bühnen – betonten mit tänzerischen Einlagen die optische Ausdrucksstärke der Kreationen.

Mit ihrer Kollektion wagt Anja Gockel den „Vibe shift“, das kommende Trendzeitalter des Stimmungswandels in der Kultur und bei gesellschaftlichen Trends. In der Mode ist es die genderfluide Kleidung, die die Konturen zwischen Weiblichem und Männlichem durch asymmetrische Schnitte, ungleichmäßige Raffungen und zerknüllte Stoffe verschwimmen lässt. Mode ist nicht mehr perfekt gestylt sondern eher unordentlich, improvisiert, zufällig, Stimmungen unterworfen.

Männer mit bloßen Oberkörpern, durchsichtigen Tops und in weit fließenden, floralen Hosen und Röcken. Im Gegensatz dazu dominierten bei den weiblichen Models eher maskuline Looks  Die weiblichen Models trugen teilweise im Gegensatz eher maskulinere Looks. Durch die Kollektion zogen sich Farben, wie Pink, Salbei, ein dunkles blau und in Kombination mit einem zarten floralen Muster, viele Pastelltöne aber auch kräftige Tweedmuster. Oversized oder hauteng, verhüllt oder entblößt, schlicht oder opulent – Anja Gockel folgte ihren sieben Sinnen! Die Begeisterung war groß.

Fotos: Berliner Umschau/Ingrid Müller-Mertens

Von Redaktion