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Abschied und Willkommen im Tierpark

VonRedaktion

März 13, 2026

Sumatra-Tiger Jae Jae, einer der Lieblinge im Berliner Tierpark, lebt nicht mehr. Foto: © 2024 Tierpark Berlin

Trauer um Sumatra-Tiger Jae Jae

Sumatra-Tiger gehören zu den seltensten Großkatzen der Erde. Im natürlichen Lebensraum, auf der indonesischen Insel Sumatra, leben nur noch 400 bis 600 Tiere. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Bestand der Sumatra-Tiger durch Wilderei – unter anderem für den illegalen Handel mit Körperteilen zu angeblich medizinischen Zwecken – stark zurückgegangen. Ein weiteres gravierendes Problem ist die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraums durch Abholzung und die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen, insbesondere für Palmölplantagen. Heute gilt der Sumatra-Tiger als vom Aussterben bedroht.

Jeder Nachwuchs ist daher ein wertvoller Beitrag für die Zukunft der Tierart, denn jedes Jungtier sichert den Fortbestand der Art. Unter diesen Hoffnungsträgern nahm Jae Jae (17) eine besonders herausragende Rolle ein. Durch seine insgesamt elf Nachkommen hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass die vom Aussterben bedrohte Art weiterbesteht. Mit großer Trauer nimmt der Tierpark Berlin nun Abschied von diesem außergewöhnlichen Tiger.

Jae Jae. Foto
© 2024 Zoo Berlin / © 2024 Tierpark Berlin

Jae Jae kam 2022 aus einem französischen Zoo in den Tierpark Berlin und entpuppte sich schnell als wahrer Charmeur. Durch sein freundliches Wesen und seine Präsenz war er nicht nur bei Gästen beliebt.

„Dank eines regelmäßigen tiermedizinischen Trainings durch unser Tierpflege-Team konnten wir bei Jae Jae regelmäßig Blut abnehmen und seinen Gesundheitszustand so noch besser dokumentieren“, erklärt Kurator Matthias Papies. In den vergangenen Monaten verschlechterte sich der Allgemeinzustand des Katers zunehmend. „Bei Jae Jae zeigten die Blutwerte ein fortschreitendes Nierenversagen, welches trotz medikamentöser Therapie dauerhaft nicht mehr aufgehalten werden konnte“, erklärt Dr. Andreas Pauly, Leiter der Abteilung Tiergesundheit, Tierschutz und Forschung in Zoo und Tierpark Berlin. Schließlich musste das Team die schwere Entscheidung treffen, ihn zu erlösen, um Jae Jae weiteres Leiden zu ersparen.

Willkommen kleine Dschungelprinzessin

In Berlin wurde Jae Jae fünfmal Vater: 2022 kamen die Schwestern Luise und Lotte zur Welt, 2024 folgten die Zwillinge Ede und Kuno.

Das kleine, noch namenlose Tiger-Mädchen, letzter Nachwuch von Vater Jae Jae. Foto: © 2026 Tierpark Berlin

Im Januar 2026 erblickte das noch namenlose Tiger-Mädchen das Licht der Welt. Im Alfred-Brehm-Haus des Berliner Tierparks ist derzeit jede Bewegung ein kleines Ereignis. Tiger-Dame Mayang (15) hat in der letzten Woche ihren Neujahrsnachwuchs zum ersten Mal in das Innengehege getragen und ihm das zukünftige Spieleparadies vorgestellt. Das Tigerpflege-Team hält bewusst Abstand, um eine störungsfreie, natürliche Aufzucht zu gewährleisten.

Ein Name für die kleine Dschungelprinzessin wird in Kürze aus den zahlreichen kreativen Vorschlägen der Tierpark-Gäste von einer „Tigerjury“ aus dem Tierpark Berlin ausgewählt. In der Zwischenzeit sorgt das Tiger-Team weiterhin für größtmögliche Ruhe für Mutter und Jungtier. Mit etwas Glück können Tierpark-Gäste im Regenwaldhaus aber beobachten, wie sich die kleine Abenteurerin neugierig auf Entdeckungstour durch das Innengehege begibt.

Mama Mayang mit ihrem Nachwuch. Foto: © 2026 Tierpark Berlin

„Unser Tigernachwuchs ist außerdem noch auf der Suche nach einem Paten. Wer ein Herz für die vom Aussterben bedrohten Sumatra-Tiger hat und uns bei der Rettung dieser Art unterstützen möchte, kann sich gern bei uns melden“, verrät Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. Interessierte können sich per E-Mail an helfen@tierpark-berlin.de wenden.

Von Redaktion

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