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Methusalem war pink – ältestes Tier im Berliner Zoo gestorben

VonRedaktion

Feb 8, 2024

Ingo wird man nun in der Flamingoanlage vermissen. Foto: Archiv Berliner Umschau/Müller-Mertens

Rosaflamingo Ingo war das älteste Tier im Zoo Berlin. Mit mindestens 75 Jahren ist er am 3. Februar verstorben. Anhand seines Ringes, den er um sein Bein trugt, kann man sein Alter nachvollziehen. Darauf steht: Kairo, 23.6.1948. Das bedeutet, dass er diesen Ring als Jungvogel bekommen hat und er damit mindestens 75 Jahre alt ist.

Flamingo Ingo wurde stolze 75 Jahre alt, Foto
© 2024 Zoo Berlin

„Dank hervorragender Pflege mit „betreutem Wohnen“ hat Ingo der Flamingo bei uns das stattliches Alter von 75 Jahren erreicht“, berichtet Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Die durchschnittliche Lebenserwartung von wild lebenden Flamingos liegt bei rund 30 Jahren. Vereinzelt können sie im natürlichen Lebensraum auch ein Alter von 50 Jahren erreichen. Die Todesursache waren laut Sektionsbefund multiple altersbedingte Veränderungen.“ Trotz – oder gerade aufgrund – seines hohen Alters überlebte Ingo schon so manche Widrigkeit und erreichte dank guter Gene ein wahres Rekordalter. Ingo Flamingo wird einen Platz im Naturkundemuseum bekommen – unter einem Dach mit anderen berühmten Tierpersönlichkeiten wie Gorilla Bobby, Großem Panda Bao Bao und Eisbär Knut.

Flamingo Ingo im Berliner Zoo. Foto © 2024 Zoo Berlin

Insgesamt leben jetzt noch 77 Flamingos im Zoo Berlin: 12 Anden-Flamingos, 29 Zwergflamingos, 16 Chile-Flamingos, 14 Rosa-Flamingos (Kuba-Flamingo) und 6 James-Flamingos

Nun ist Gorilladame Fatou das älteste Tier im Zoo – sie ist mit 66 Jahren zugleich der älteste Gorilla der Welt. Am 13. April feiert sie ihren Geburtstag. Tierische Senioren sind ein Phänomen, das mit der geschützten Haltung von Wildtieren in menschlicher Obhut entstanden ist. Im natürlichen Lebensraum werden Tiere in der Regel gar nicht so alt, dass sie an Krebs, grauem Star oder Arthrose erkranken könnten. Die natürliche Auslese sorgt dafür, dass kranke und altersschwache Tiere „aussortiert“ werden. Sie sind leichte Beute für Raubtiere, werden von Rivalen aus dem Revier verdrängt oder verhungern, weil sie selbst keine Beute mehr fangen können. In wissenschaftlich geführten Zoos hingegen leben Tiere eher in einem betreuen Wohnen mit Vollpension, bester medizinischer Versorgung und Ernährungsberatung laut einer Studie deutlich länger als in der Wildbahn. Dadurch zeigen sich bei Zootieren Alterserscheinungen, die man im natürlichen Umfeld selten bis gar nicht beobachten kann.

Von Redaktion

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