Triumph für „Marinka“ an der Komischen Oper

"Marinka" begeistert in der Komischen Oper Berlin. Foto :Robert-Recker.de"Marinka" begeistert in der Komischen Oper Berlin. Foto :Robert-Recker.de

Die gute Nachricht: Es gibt ein Happy End! Die schlechte: Die hinreißende konzertante Aufführung von Emmerich Kalmáns „Marinka“ ist nur noch ein einziges Mal zu erleben. Und zwar am 30.Dezember in der Komischen Oper Berlin.

Johannes Dunz und Ruth Brauer-Kvam. Foto: Robert-Recker.de

Johannes Dunz und Ruth Brauer-Kvam. Foto: Robert-Recker.de

Seit nunmehr fünf Jahren macht Hausherr Barry Kosky den Operettenfans – und nicht nur diesen – mit der konzertanten Aufführung eines Werkes aus der Feder des österreich-ungarischen Komponisten Emmerich Kálmán (1882 bis 1953) ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk. Und in diesem Jahr präsentierte er eine echte Rarität: „Marinka“ – Kálmáns erstes und einziges Musical, dessen Originalpartitur als verschollen gilt. Im New Yorker Winter Garden Theatre am Broadway 1945 uraufgeführt, feiert „Marinka“ nun nach 71 Jahren am Sonntag seine europäische Erstaufführung mit einer eigens neu angefertigten Orchestrierung. Bedauerlicherweise nur mit zwei Aufführungen.

Kálmáns letztes vollendetes Werk entstand im amerikanischen Exil. Die Alte und die Neue Welt verbindend, spielt er in „Marinka“ mit Elementen aus Musical und Operette, kombiniert Wiener-Walzer-Schmäh und Broadway-Nummern. Als auf den ersten Blick völlig ungeeigneten Stoff für ein Musical wählte er die sogenannte Mayerling-Affaire, den mysteriösen Doppelselbstmord von Kronprinz Rudolf, dem einzigen Sohn des vor 100 Jahren verstorbenen österreichischen Kaisers Franz Joseph I., und seiner minderjährigen Geliebten Mary Vetsera, genannt Marinka, im Jahr 1889.

Für sein erstes und einziges »Romantic Musical« gaben Kálmán und seine Librettisten der Tragödie jedoch kurzerhand ein Happy End. Die Liebenden wandern aus in die Neue Welt.

Peter Bording, Foto: Robert-Recker.de

Peter Bording, Foto: Robert-Recker.de

Gemeinsam mit dem faszinierenden Wiener Musical-Star Ruth-Brauer Kvam führt Peter Bording charmant und stimmgewaltig in der Rolle von Rudolfs Leibfiaker Bratfisch durch den Abend – und offeriert dabei genüsslich alle indiskreten Details der amourösen Affäre.

Talya Lieberman. Foto:

Talya Lieberman. Foto:

Johannes Dunz als schwer verliebter Kronprinz, lässt mit tenoralem Glanz vor allem die Damen im Publikum dahinschmelzen, Talya Liebermann bezaubert mit exaltierter Theatralik als Gräfin Landowska .

Das glückliche Publikum, das dieser außergewöhnlichen Aufführung beiwohnen durfte, reagierte mit begeisterten Ovationen.

Yvonne Kalmán. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Yvonne Kalmán. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Und ganz besonders glücklich war Yvonne Kalmán, die Tochter des Komponisten, die das Werk 1945 zusammen mit ihrem Vater am Broadway erlebt hatte.

www.komische-oper-berlin.de

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