Babyboom im Tierpark

Baumstachler-Nachwuchs im Tierpark. Foto: Tierpark Berlin 2017Baumstachler-Nachwuchs im Tierpark. Foto: Tierpark Berlin 2017

Pünktlich zum Pfingstfest präsentiert der Tierkindergarten im Tierpark Berlin seinen zahlreichen Nachwuchs und sorgt damit für Frühlingsgefühle und ein Feuerwerk der Endorphine. Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat den Menschen bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert den Zusammenhang von Proportionen, Schlüsselreizen und Emotionen erklärt. Auch das evolutionsbiologische Ziel der kindlichen Niedlichkeit ist bekannt.

Wer hätte gedacht, dass Stacheln so zuckersüß sein können? Der Nachwuchs von Baumstachler-Paar Anni und Oskar ist der hinreißende Beweis. Zusammen mit dem am 22. Mai geborenen Waldbison-Jungen sorgt er schon kurz hinter dem Eingang Bärenschaufenster für Verzückung.

Weißschwanz-Stachelschwein. Foto: Tierpark Berlin 2017

Weißschwanz-Stachelschwein. Foto: Tierpark Berlin 2017

Der kleine Baumstachler kam am 27. April zur Welt und erwärmt seitdem die Herzen seiner stolzen Eltern und der Besucher gleichermaßen. Das erste Jungtier von Baumstachler-Mama Anni ist die bisher erste Aufzucht eines Nordamerikanischen Baumstachlers in der Geschichte des Tierpark Berlin. Und in unmittelbarer Entfernung, unweit des Terrassencafé Kakadu, wartet schon ein naher Verwandter der Baumstachler mit seinem Nachwuchs: Familie Weißschwanz-Stachelschwein hat am 20. Mai bezaubernden Zuwachs bekommen, der schon fleißig das Aufstellen seiner Mini-Stacheln probt.

Weißschwanz-Stachelschwein. Foto: Tierpark Berlin 2017

Weißschwanz-Stachelschwein. Foto: Tierpark Berlin 2017

Nicht ganz im Einklang mit den rundlichen Kinderproportionen, dafür nicht minder süß, ist das zarte Giraffengazellen-Mädchen Thaba, das am 21.April zur Welt kam und seit dieser Woche mit riesigen Kulleraugen die Welt außerhalb des Stalls erkundet. Beim Anblick ihrer spitzen, abstehenden Ohren drängt sich die Frage auf, ob Yoda da seine Finger im Spiel hatte. Doch die Tierparkkuratoren sind sich ziemlich sicher, dass Männchen Jess der Vater von Mutter Priscillas erstem Nachwuchs ist. Giraffengazellen haben unter den savannenbewohnenden Antilopen-Arten eine einmalige ökologische Nische besetzt: Der lange Hals und das Aufstellen auf die Hinterbeine ermöglicht es ihnen, Laub von höherliegenden Ästen zu zupfen, an das andere Antilopenarten nicht herankommen können. „In den Zoologischen Gärten von Berlin leben insgesamt zwei Paare dieser seltenen Antilopenart“, berichtet Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem stolz. „Damit sind Zoo und Tierpark Berlin nicht nur deutschlandweit, sondern sogar in ganz Europa die einzigen Zoos, die diese besonderen Tiere halten.“

Südliche Giraffengazelle. Foto: Tierpark Berlin

Südliche Giraffengazelle. Foto: Tierpark Berlin 2017

Die Südliche Giraffengazelle wird von der Weltnaturschutzorganisation  IUCN als potenziell gefährdet eingestuft, denn außerhalb der Nationalparks und Schutzreservaten in Kenia, Tansania und Somalia nehmen die Bestände ab. Die Ursachen sind die übermäßige Jagd für den Fleischverzehr, die Ausbreitung der Landwirtschaft sowie die Übertragung von Krankheiten durch Hausrinder.

Zweifachen Nachwuchs gibt es auch bei den kalifornischen Zwergwapitis, die Ende des 19. Jahrhunderts in ihrem natürlichen Lebensraum durch europäische Siedler beinahe ausgerottet wurden. Nur noch fünf Tieren waren damals am Leben. Die beiden weiblichen Kitze kamen am 23. und 26. Mai im Tierpark zur Welt und lassen Kindheitserinnerungen an Bambi aufleben. Dank erfolgreicher Zuchtprogramme und Schutzmaßnahmen konnten die kleinsten aller Wapitis vor dem Aussterben gerettet werden und mittlerweile leben wieder mehrere tausend Zwergwapitis in Schutzgebieten entlang der kalifornischen Pazifikküste.

Waldbison. Foto: Tierpark Berlin

Waldbison. Foto: Tierpark Berlin 2017

Doch das ist noch lange nicht alles: Auch die Transkaspischen Kreishornschafe haben im Mai Zuwachs bekommen. Der fröhliche, siebenköpfige Lämmer-Kindergarten gehört zur deutschlandweit einzigen Gruppe dieser gefährdeten Wildschafe aus Zentralasien. Auch die stark bedrohten Chaco-Pekaris haben am 10. Mai Drillinge bekommen. Im Mai geborene Jungtiere sind auch bei den gefährdeten Arabischen Oryx (geb. 8. Mai) und den PalawanBengalkatzen (geb. 19. Mai) zu sehen. Seit Mai gucken auch noch zwei Östliche Bergkängurus und ein Graues Riesenkänguru aus den Beuteln ihrer Mütter. Quantitativer Rekordhalter sind eindeutig die Nacktmulle: Bei der Geburt am 6. Mai erblickten ganze 19 BabyNacktmulle das Licht der Welt.

Der niedliche Tierpark-Nachwuchs hat bisher noch keine Paten.

Informationen dazu unter http://www.tierpark-berlin.de/de/unterstuetzen/patenschaften/tie

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