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Pippi Langstrumpf rockt die Komische Oper

VonRedaktion

Nov 7, 2022

Titelfoto: Barbara Braun

Über die Bühne der Komischen Oper Berlin wirbelt die wohl beliebteste „Ich-mache-mir-die-Welt-wie-sie-mir-gefällt-Vertreterin: Viktualia Rollgardina Schokominza Efraimstochter Langstrumpf – kurz Pippi . Es gibt kaum eine andere Figur aus der Feder der schwedischen Autorin Astrid Lindgrens, die solch eine weltweite Bekanntheit und generationenübergreifende Zuneigung erringen konnte.

Uraufführung Pippi Lang#strumpf Bild: Devi-Ananda Dahm als Pippi mit dem Kinderchor der Komischen Oper. Foto: Barbara Braun

Ein Mädchen mit mehr Kraft als jeder Erwachsener und das voller Mut alle Konventionen durchbricht – kein Wunder, dass sich der Kinderbuchklassiker bis heute größter Beliebtheit erfreut und – davon kann man nach der Premiere ausgehen – nun auch als Oper die jugendliche Zielgruppe begeistern wird.

Komponiert von Franz Wittenbrink im Jazz, Pop und Rock’n’Roll-Sound, in Szene gesetzt von Dagmar Manzel. Die bekannte Theater- und Filmschauspielerin, Sängerin, Tatort-Kommissarin und gefeierter Operettenstar im Haus in der Behrenstraße hat sich damit den Traum erfüllt , ein Bühnenwerk mit Kindern für Kinder zu inszenieren. Zwei Jahre war sie mit dem Projekt beschäftigt. Nach eigener Auskunft ist reichlich Herzblut verströmt worden. In Astrid Lindgren scheint sie eine Schwester im Geiste gefunden zu haben, die in ihren Kinderbüchern wohl mehr Weisheit verpackt, als so mancher Philosoph. Mehr als 75 Jahre alt, aber um keinen Tag gealtert: Das Spiel mit den vermeintlich ach so wichtigen Konventionen und Regeln und der Reiz, als Kind auf sich allein gestellt zu sein, begeistern bis heute alle Menschen, egal ob jung oder alt. Mit viel Fantasie, Liebe zum Detail und einem spielfreudigen jungen Ensemble erweckt die Regisseurin und ihr Team zusammen mit der idealen Pippi-Darstellerin Devi-Ananda Dahm und dem sehr stimmsouveränen und ausdrucksstarken Kinderchor die Villa Kunterbunt zu neuem Leben. Ein Festival der Lebensfreude.

Bernd Stempel, Devi-Ananda Dahm, Christoph Jonas.
Foto: Barbara Braun

Durchaus auch ein beispielhafter Beitrag zu dem aktuell breit geführten Diskurs über den Umgang mit Kinderbüchern, die in bestimmten Aspekten nicht mehr unserer heutigen Ansicht von Menschenrechtsfragen und Demokratieverständnis entsprechen. Wobei der Regisseurin der schwierige Spagat zwischen Nostalgie, Tradition und Zeitgeist sehr gut gelingt. Und nicht nur alle Beteiligten haben sichtlich großen Spaß, vor allem das jugendliche Publikum samt Eltern und Großeltern amüsiert sich prächtig und lernt, dass man mit viel Fantasie, festem Willen und ein bisschen Mut sehr viel erreichen kann.

Pippi Langstrumpf
Kinderoper in zwei Akten von Franz Wittenbrink (empfohlen ab 6 Jahre)
Libretto von Susanne Lütje und Anne X. Weber
nach dem gleichnamigen Buch von Astrid Lindgren
Karten 10 – 33 Euro

www.komische-oper-berlin.de

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