Dietmar Woidke geht stempeln

Ein Stempel in den Luther-Pass vom Ministerpräsidenten. Bild: Ingrid Müller-MertensEin Stempel in den Luther-Pass vom Ministerpräsidenten. Bild: Ingrid Müller-Mertens

Der Ministerpräsident von Brandenburg geht stempeln. Und es scheint ihm auch Spaß zu machen. Denn es handelt sich hier um eine gute Tat für das Image, die Tourismusförderung und damit das Landeswohl. Der Tourismus boomt zwar im schönen Land Brandenburg aber es gibt auch Regionen, die weniger davon profitieren. Dazu gehört der Elbe-Elster-Kreis, im äußersten Südwesten des Bundeslandes. Sehr zu Unrecht, wie Dietmar Woidke auf seiner traditionellen Pressefahrt mit Medienvertretern nachhaltig beweist. Und so wandelt er diesmal auf den Spuren Martin Luthers, denn im kommenden Jahr werden 500 Jahre Reformation gefeiert.

Auch wenn der Fokus auf Wittenberg in Sachsen-Anhalt gerichtet ist, es gibt erstaunlich viele und sehenswerte Berührungspunkte im Brandenburgischen, die man publik machen muss. Und so bot sich ein Tourismus-Kompass an. Ein länderübergreifendes Projekt, dass Gäste auf anregende Spurensuche nach Luthers Leben und Wirken durch die Länder Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt führen will: Der Luther Pass. Ein interaktiver Wegweiser zu touristischen Highlights, deren Besuch  man sich dann vor Ort mit einem Stempel bestätigen lassen kann.  Dazu gehören auch Stationen wie Jüterbog, Herzberg und Mühlberg.

So erinnert Jüterbog (Teltow-Fläming) mit der Ausstellung „Tetzel – Ablass – Fegefeuer“ im Kulturquartier Mönchenkloster an die bewegten Jahre der Reformation. Gezeigt wird auch ein besonders seltenes museales Kleinod: Ein originaler Ablassbrief. Beeindruckend die  Nikolaikirche, wo Luthers Widersacher, der Ablass-Verkäufer Johann Tetzel der Überlieferung nach Predigten hielt ebenso Thomas Müntzer. In der schönen gotischen Backsteinkirche kann man viel entdecken, unter anderem einen Original-Cranach-Altar, der seinerzeit für beträchtliche Irritationen gesorgt hatte.

Weiter geht es nach Herzberg (Elbe-Elster) zu einem ebenfalls äußerst interessanten Schauplatz der Reformationsgeschichte. Hier darf der Regierungschef vor der eindrucksvollen   St. Marienkirche nun als Erster seinen ganz persönlichen Luther Pass stempeln. Der Pass verbindet die Stätten der Reformation im Landkreis Elbe-Elster mit der Tetzelstadt Jüterbog, mit Torgau, dem Sterbeort von Luthers Gemahlin Katharina von Bora, und dem Ort des Thesenanschlags, Lutherstadt Wittenberg. Mit diesem speziellen Reisepass können sich die Gäste auf eine gezielte thematische Spurensuche durch 8 Städte in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt begeben. Das kann man auf vielfältige Weise tun. Sehr beliebt, die gut ausgebauten Fahrradwege der Region. An den acht Standorten, die direkt oder indirekt die Geschichte der Reformation auf individuelle Weise erzählen, bekommen die Reisenden dann ihren Stempel.

So sollte man auch nicht versäumen, sich seinen Stempel im idyllischen Mühlberg abzuholen. Der Sieg Kaiser Karl V. über den Schmalkaldischen Bund protestantischer Fürsten in der Schlacht bei Mühlberg 1547 gilt als ein Schlüsselereignis der Reformation und ist damit auch ein Gedenkort von europäischen Dimensionen.

Neben dem ehemaligen eindrucksvoll restaurierten Zisterzienserkloster besticht  die Elbestadt vor allem mit eher seltenen Renaissancebauten. Einen besonders schönen Giebel findet man am Museum, dessen aktuelle Ausstellung „Mühlberg 1547“ wichtige Stationen der örtlichen und regionalen Reformationsgeschichte aufzeigt und  eine der größten und wichtigsten Schlachten zwischen katholischen und protestantischen Truppen beleuchtet.

Dietmar Woidke freut sich über den zweiten Stempel in seinem neuen Lutherpass. Vielleicht schafft er es ja noch, das Dokument mit den restlichen Stationen zu vervollständigen und mit gutem Beispiel   auch zahlreiche Gäste zu werben. Nicht nur im Lutherjahr.  „Ich setze auch darauf, dass dieser Teil der Landesgeschichte, der in DDR-Zeiten weitgehend vernachlässigt wurde, wieder stärker in das Bewusstsein unserer Bürger rückt“, sagte der Ministerpräsident und offensichtlich wird auch viel dafür getan.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

Informationen unter:

www.lutherpass.de

www.elbe-elster-land.de

www.reiseland-brandenburg.de

 

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