70 Jahre Luftbrücke: Jubiläumsfeier am Flughafen Tempelhof

Zum Fest der Luftbrücke am 12.Mai auf dem Tempelhofer Feld können auch historische "Rosinenbomber" bewundert werden. Foto: Ingrid Müller-MertensZum Fest der Luftbrücke am 12.Mai auf dem Tempelhofer Feld können auch historische "Rosinenbomber" bewundert werden. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Auf den Tag genau 70 Jahre nach dem Ende der sowjetischen Blockade West-Berlins richtet die Hauptstadt ein „Fest der Luftbrücke“ aus. Berliner und Gäste aus aller Welt sind dazu am 12. Mai eingeladen. 50 000 Besucher werden auf dem Vorfeld und in zwei Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof erwartet.

 

Historische C54. Copyright FdL

Historische C54. Copyright FdL

Nachdem die Sowjetunion zuvor sämtliche Straßen, Bahnlinien und Wasserwege nach Berlin sperren und den Strom abschalten ließen, versorgten Amerikaner, Briten und Franzosen offiziell ab dem 26. Juni 1948 mehr als zwei Millionen Einwohner West-Berlins mit allen lebenswichtigen Dingen. Fast ein Jahr lang brachten die Alliierten mit mehr als zwei Millionen Tonnen Güter wie Kohle und Lebensmittel in die Stadt und retteten damit das Überleben der Stadt. Am 12. Mai 1949 hob die Sowjetunion schließlich die Blockade West-Berlins auf.

Restaurierter "Rosinenbomber".Foto: Ingrid Müller-Mertens

Restaurierter „Rosinenbomber“.Foto: Ingrid Müller-Mertens

Vor allem zweimotorige Maschinen des Typs DC-3 landeten und starteten während der Blockade 1948/49 im Minutentakt auf dem Westberliner Flughafen Tempelhof, von den Berlinern liebevoll Rosinenbomber genannt, weil sie auch Süßigkeiten für die Kinder abwarfen. Insgesamt flog die US-Air Force fast 280 000 Mal mit jeweils gut 3 Tonnen Last nach Tempelhof. Der Rosinenbomber wurde zu einer Ikone dieser Stadt, die Piloten zu Helden

Das Ende der Berlin-Blockade sei ein besonderes Datum in der Geschichte der Stadt, erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller anlässlich der Programmvorstellung. Die damalige Hilfe der Alliierten für Deutschland sei keine Selbstverständlichkeit gewesen. Die Solidarität habe nicht nur konkret dem Überleben gedient, sondern auch Mut und Kraft zum Durchhalten gegeben. Auch in seiner eigenen Familie, so Müller, habe die Erinnerung an die Luftbrücke immer eine große Rolle gespielt. Sein Vater habe zu den Kindern gehört, die in Tempelhof den Abwurf von Süßigkeiten erwarteten.

Historisches Foto. Quelle Tempelhof Projekt GmbH, www.thf-berlin.de

Historisches Foto. Quelle Tempelhof Projekt GmbH, www.thf-berlin.de

Geplant ist nun am 12.Mai auf dem Tempelhofer Feld ein vielfältiges Programm für die ganze Familie. Das Luftbrücken-Fest soll Gelegenheit zum fröhlichen Feiern und zum Informieren über die vielen spannenden Einzelheiten des Geschehens vor 70 Jahren bieten. Unter anderem mit Zeitzeugengesprächen, Ausstellungen und einer Videoinstallation aus Archivmaterial können die Besucher in die damalige Zeit eintauchen können. Zu sehen sind neben historischen Fotos auch originale Fahrzeuge von damals aus der Sammlung des Deutschen Technikmuseums. Dazu gehört auch ein Rosinenbomber, der dauerhaft auf dem Vorfeld des Ex-Flughafens steht als ein Symbol der Versöhnung und der Menschlichkeit. Zahlreiche Veteranen werden zum großen Festakt erwartet.

Gail Halvorsen in einem Videointerview

Gail Halvorsen in einem Videointerview

Ob der zu besonderer Berühmtheit gelangte US-Luftbrückenpilot Gail Halvorsen am 12. Mai teilnehmen kann, steht noch nicht fest. Der heute 99jährige hatte im Landeanflug selbstgebastelte Taschentuch-Fallschirme mit Schokolade und Kaugummis abgeworfen und damit unter Kollegen viele Nachahmer gefunden.

Die Besucher betreten das Festgelände durch das Tor der Luftbrücke, einer Adaption der Luftbrücken-Denkmäler, die im Original in Frankfurt am Main, Celle und auf dem Platz der Luftbrücke in Berlin stehen.  Die daran anschließende Allee der Alliierten präsentiert alle an der Luftbrücke beteiligten Alliierten (USA, Großbritannien, Frankreich, Australien, Neuseeland, Südafrika, Kanada) mit Zeitzeugen-Porträts und führt vorbei an schematischen Rosinenbombern mit exemplarischer Ladung der Hilfstransporte.    Ebenfalls auf dem Flughafen Vorfeld präsentiert sich auf den riesigen Aktionsflächen Humanitäre Hilfe heute: Institutionen wie das Deutsche Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk, der Arbeiter Samariter Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., aber auch der    Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge UNHCR oder Care Deutschland e.V., die Bundeswehr sowie die Bundes- und Berliner Polizei und die Berliner Feuerwehr zeigen vor Ort, wie Helfen damals aussah, aber auch heute funktioniert. Mit einer eindrucksvollen Ausstellung von historischen und modernen Fluggeräten, Fahrzeugen und Hilfsgerätschaften präsentieren sie ihre humanitäre Arbeit gestern und heute.

pilotenteddiesDie an der Luftbrücke beteiligten alliierten Ländern gestalten auch ein vielseitiges  Bühnenprogramm.  So kommen The United States Air Forces in Europe Band – The Jazz Ambassadors, die amerikanische Opernsängerin Susan Wheeler Martosko und die südafrikanische Kombo Qadasi + Maqhinga. Den Abschluss des Bühnenprogramms bilden die Pipes & Drums des Royal Armoured Corps aus Großbritannien. Für viel Stimmung werden zudem das Stabsmusikkorps der Bundeswehr, das Bundespolizeiorchester, The Frogs, Big Band Beethoven Gymnasium sowie Andrej Hermlin and his Swing Dance Orchestra sorgen.

 FEST DER LUFTBRÜCKE 

am 12. Mai 2019 von 12 bis 19 Uhr am Flughafen Tempelhof

Der Eintritt ist frei

ACHTUNG: Zugang nur über das Tempelhofer Feld möglich!

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