Über 36.000 am Start beim Berliner Halbmarathon

Am Gendarmenmarkt. Foto: Ingrid Müller-MertensAm Gendarmenmarkt. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Die größte deutsche Laufveranstaltung im Frühjahr läutet traditionell die Laufsaison ein. Inzwischen emanzipiert vom Status des Kleinen Bruders des großen Marathons, zählt der Berliner Halbmarathon mit insgesamt 36.001 Teilnehmern in diesem Jahr zu den größten Halbmarathons weltweit, dazu ist er international hochklassig besetzt. Über 20.000 dieser Teilnehmer reisen an und übernachten, was einen Hinweis darauf gibt, welch hohen ökonomischen Stellenwert diese Großveranstaltung für die Stadt Berlin hat. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag mit dem Wettkampf der Inline-Skater um 9.30 Uhr. Das Läuferfeld startet  um 10.05 Uhr in der Karl-Marx-Allee zum genau  21,0975 Kilometer-Lauf durch die Hauptstadt.

Weltklasse-Elitefeld am Start

Die deutschen Weltklasse-Teilnehmer. Fotoquelle: SCC EVENTS/Petko Baier

Weltklasse-Teilnehmer. Fotoquelle: SCC EVENTS/Petko Baier

Deutsche Läufer haben beim hochklassigsten und größten nationalen Halbmarathon am Sonntag deutlich bessere Chancen als das zuletzt der Fall war. Während Läufer aus Kenia und Äthiopien einmal mehr als Favoriten beim 38. Berliner Halbmarathon an den Start gehen, sind vorallen Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt) und Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) für Überraschungen gut Bei den Männern kommen die Favoriten aus Kenia: Mit Gilbert Masai und Richard Mengich treffen dabei die Sieger der vergangenen beiden Jahre aufeinander. Masai geht als Titelverteidiger ins Rennen, sein kenianischer Landsmann Mengich gewannden Berliner Halbmarathon 2016. „Ich habe gut trainiert, nachdem mich im vergangenen Jahr ein Ermüdungsbruch im linken Bein zurückgeworfen hat. Am Sonntag will ich gewinnen“, sagte Richard Mengich. Ein kenianischer Newcomer gehört ebenfalls zu den Favoriten: Erick Kiptanui gewann sein Halbmarathon-Debüt in Lissabon im März in flotten 60:05 Minuten. Auch Homiyu Tesfaye will vorne mitlaufen. „Richard Mengich wird es nicht leicht haben, wenn er gewinnen will“, sagte der aus Äthiopien stammende 1.500-m-Spezialist, der bereits vor einem Jahr beim Berliner Halbmarathon als Siebenter in 62:58 Minuten überrascht hatte. „Das war gar nicht so gut im letzten Jahr, dieses Mal bin ich besser vorbereitet“, sagte Homiyu Tesfaye, der sich im März in Den Haag auf starke 61:20 steigerte und nun am Sonntag in Berlin den deutschen Rekord ins Visier nimmt. „Mein Ziel ist es, diesen Rekord zu brechen.“ Die Bestmarke hatte der damalige Leipziger Carsten Eich beim Berliner Halbmarathon vor 25 Jahren aufgestellt. Er gewann 1993 das Rennen in 60:34 Minuten, was damals sogar ein Europarekord war. Mit Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) ist ein zweiter deutscher Topläufer am Start, der gut in das Wettkampfjahr 2018 gestartet ist. „Ich habe zuletzt gut trainieren können und will mich am Sonntag weitersteigern“, sagte der 30-Jährige.

Hindernisspezialistin Gesa Krause erstmals in Berlin dabei

Einen zweiten Anlauf nimmt beim Berliner Halbmarathon Gesa Krause. Europas beste Hindernis-Läuferin und Leichtathletin des JAhres 2017 hatte sich vor einem Jahr in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) schon einmal an den 21,0975 km versucht, kam dort jedoch nicht ins Ziel. „Ich freue mich, dass ich wieder in Berlin laufen kann – wenn auch auf einer ungewohnten Strecke. Deswegen ist es schwer, eine Zeitprognose abzugeben. Aber ich bin in Topform“, sagte Gesa Krause, die erst am Freitagmorgen aus einem Trainingslager in Südafrika direkt nach Berlin kam. Wenn die Hindernis-WM-Dritte von 2015 ihr Potenzial auch nur halbwegs auf den Halbmarathon übertragen kann, kann sie am Sonntag eine gute Rolle spielen. Hilfreich ist für Gesa Krause, dass mit Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt) eine Trainingspartnerin und Freundin im Rennen ist. Nachdem sie vor einem Jahr beim Berliner Halbmarathon ihre persönliche Bestzeit um 30 Sekunden verpasst hatte, will Heinig es dieses Mal besser machen. 72:55 Minuten war sie vor zwei Jahren in Barcelona gelaufen. In Berlin plant die 28-Jährige eine deutliche Steigerung. m Rennen der Frauen startet mit Kejeta Melat eine Läuferin, die vor kurzem sehr gute Form zeigte: Die Äthiopierin, die für Grün-Weiß Kassel startet und in Deutschland lebt, ist die einzige Läuferin im Feld, die eine Bestzeit von unter 70 Minuten aufweist (68:41). „Ich habe gut trainiert und hoffe, dass das Wetter gut ist“, sagte Melat. Diese Hoffnung, das kann man schon sagen, wird sich erfüllen.

Ebenfalls am Start: Hans Sarpei

Am Start ist außerdem der ehemalige Fußball-Profi Hans Sarpei (u.a. VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen, Schalke 04), der in Berlin erstmals einen Halbmarathon bestreiten will. Der ehemalige ghanaische Nationalspieler , der zweimal an der Fußball-Weltmeisterschaft teilgenommen hat (2006, 2010), bereitet sich seit sechs Monaten auf diese Herausforderung vor. Sechs Jahre nach Karriereende hat er nun seinen Spaß am Dauerlauf entdeckt. Sein Ziel: „Hauptsache durchkommen“.

www.berliner-halbmarathon.de

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