Somali-Wildesel: Die seltensten Fohlen der Welt

Somali-Wildeselfohlen im Tierpark Berlin. Foto; © 2017 Zoo BerlinSomali-Wildeselfohlen im Tierpark Berlin. Foto; © 2017 Zoo Berlin

Als hätten sich Tabata, Savanna, Tini und Suri abgesprochen: Innerhalb von einer Woche purzeln im Tierpark Berlin gleich vier zierliche Eselchen in den Wüstensand ‒ die ersten seit vier Jahren. Zwei kleine Stuten erblickten am 14. und 17. Juli das Licht der Welt und am 21. Juli folgten zwei kleine Hengste. „Mit diesen vier Fohlen sind im Tierpark Berlin seit 1979 insgesamt 70 Somali-Wildesel geboren worden“, berichtet Kurator Dr. Florian Sicks. „Damit ist die Herde im Tierpark Berlin mit inzwischen elf Tieren eine der größten in Europa.“

Foto: © 2017 Zoo Berlin

Foto: © 2017 Zoo Berlin

Der Somali-Wildesel, der ein wenig so aussieht als wäre er eine Kreuzung aus Pferd und Zebra, ist in Wirklichkeit die einzige heute noch lebende Unterart des Afrikanischen Wildesels, von denen auch unsere Hausesel abstammen. Das natürliche Verbreitungsgebiet des Somali-Wildesels liegt im trockenen Busch- und Grasland Ostafrikas. Es leben nur noch schätzungsweise 600 Somali-Wildesel in Äthiopien und Eritrea. Der Rückgang ihrer Population liegt damit bei 95 % innerhalb der letzten 35 Jahre. Deshalb wird der Somali-Wildesel von der Weltnaturschutzorganisaation IUCN als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft und gilt als die seltenste Pferdeart der Welt.

„Beim Aufbau dieser Reservepopulation hat der Tierpark Berlin eine wichtige Rolle gespielt“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Die Tiere in Europa gehen auf rund 15 Somali-Wildesel zurück, die damals glücklicherweise aus der Wildbahn in Zoos gebracht wurden. Inzwischen sind es immer mehr die Zoos, die die Populationen in der Wildbahn wieder aufstocken.“

Heißer Tipp: Die vier Zuckerschnuten sind noch auf der Suche nach einem liebevollen Paten!

Namen gesucht für kleinen Schneeleoparden

Schneeleopardnachwuchs im Berliner Tierpark. Foto; © 2017 Zoo Berlin

Schneeleopardnachwuchs im Berliner Tierpark. Foto:© 2017 Zoo Berlin

Aber auch über Nachwuchs bei den Schneeleoparden freut man sich im Berliner Tierpark. Sie gehören zu den mit am stärksten bedrohten Großkatzen. Nach Schätzungen der Weltnaturschutzorganisation IUCN sind nur noch rund 4.000 bis 6.600 Schneeleoparden in Ihrer Heimat in den Hochgebirgen Zentralasiens zu finden. Seit beinahe 20 Jahren engagiert sich der Tierpark Berlin für den Schutz der stark bedrohten Katzen. „Die jahrelangen Bemühungen der Tierpfleger und Kuratoren zahlen sich aus. Wir konnten uns bereits über 13 kleine Schneeleoparden freuen, welche im Rahmen des europäischen Erhaltungszuchtprogrammes in Einrichtungen auf der ganzen Welt gezogen sind,“ erklärt Tierpark-Direktor Dr. Andreas Knieriem den Hintergrund der Schneeleoparden-Zucht.

Foto: © 2017 Zoo Berlin

Foto: © 2017 Zoo Berlin

Und so kann der kleine Schneeleopard behütet aufwachsen. Mit neugierigen, blauen Augen und flauschigem Fell sieht er wirklich zum Schmusen aus. Doch Vorsicht – mit einem Stubenkater hat der am 13. Juni 2017 geborene kleine Schneeleopard wenig gemein. Schneeleoparden bringen in ausgewachsenem Zustand bis zu 75 kg auf die Waage, neben äußerst spitzen Zähnen zieren auch ein paar ganz schön scharfe Krallen die großen Pranken. Sie sind exzellente Kletterer und können sagenhafte Sprünge vollziehen. Ihren buschigen bis zu 100 cm langen Schwanz nutzen sie dabei als Steuer. Bis der getupfte Kater ausgewachsen ist, muss er jedoch noch ein wenig wachsen. „Er entwickelt sich prächtig und zeigt – wie für Großkatzen-Nachwuchs in diesem Alter ganz üblich – auch schon erstes Interesse an fester Nahrung. Noch ist es aber eher ein spielerisches Probieren,“ erklärt Tierpark-Kurator Christian Kern. Mindestens bis zum 6. Lebensmonat wird der kleine Kater noch durch die nahrhafte Muttermilch ernährt werden, erst dann wird er sich langsam von seiner Mutter lösen und auch größere Portionen Fleisch fressen. Noch genießt das Mutter-Sohn-Gespann die wohlige Wärme der Wurfhöhle. Sobald der Nachwuchs ein Alter von etwa 2-3 Monate erreicht hat, werden die beiden – wie das auch in der Wildbahn üblich ist – das erste Mal auf Entdeckungstour gehen. Für die Tierpark-Besucher wird das Jungtier dann voraussichtlich ab Mitte August auf der Außenanlage zu sehen sein.

Aufruf zur Namenssuche: Noch ist der kleine männliche Schneeleopard namenlos, Vorschläge können bis Freitag, den 11. August (12:00 Uhr) unter https://www.facebook.com/tierparkberlin/ abgegeben werden. Der Name sollte dabei einen Bezug zum zentralasiatischen Lebensraum haben. Eine Jury aus Tierpark-Mitarbeitern wird dann einen Favoriten auswählen

Nach Informationen des Tierpark Berlin

Kommentar hinterlassen zu "Somali-Wildesel: Die seltensten Fohlen der Welt"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*