Panda müsste man sein – Luxusvilla für 10 Millionen

Panda Bao Bao lebte bis 2012 im Berliner Zoo. Foto: Zoo BerlinPanda Bao Bao lebte bis 2012 im Berliner Zoo. Foto: Zoo Berlin

Sie sollen es schön und kuschelig haben, die beiden Pandas, die im Sommer aus dem fernen China nach Berlin kommen werden. Ihr Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt wurde auf höchster Staatsebene ausgehandelt. Bereits im Oktober 2015 konnte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen einer Pressekonferenz in Peking die frohe Botschaft verkünden und der Ministerpräsident der Volksrepublik China, Li Keqiang sagt wörtlich: „Wir als Regierungschefs haben beschlossen, mit der gemeinsamen Forschung im Bereich der Pandabären zu beginnen. Pandabären gehören zu Chinas Souveränität. Sie werden dann im Zoologischen Garten in Berlin einem breiten deutschen Publikum gezeigt.“

Der Zoo Berlin bekommt danach für 15 Jahre ein Panda-Pärchen aus China und ist damit der einzige Zoo in Deutschland, in denen Große Panda gehalten werden. Nicht das erste Mal. Bereits 1980 traf Panda-Pärchen Bao Bao und Tjen Tjen als Staatsgeschenk des chinesischen Regierungschefs Hua Guofeng an Bundeskanzler Helmut Schmidt in Berlin ein. Nach dem Tod von Pandadame Tjen Tjen, kam dann 1995 Yan Yan, „die Schöne“, als Leihgabe aus Peking nach Berlin. Der erhoffte Nachwuchs blieb aus. Die „Schöne“ verstarb 2007, Bao Bao 2012.

Das neue Panda-Pärchen – bisher noch ohne Namen – wird standesgemäß residieren. Auf einer 5.480 Quadratmeter großen Anlage mitten im Zoo-Gelände entsteht für knapp 10 Millionen Euro ein Komplex mit Besucherpavillon, Panda-Haus und Außenanlage, sozusagen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Bedürfnisse der Bewohner maßgeschneidert. PandaGarden_von_oben_ZooBerlin_2017_1Die Pandas werden es gut haben: Mit Bambus, Gesteinsformationen und kleinen Wasserläufen wird ihr natürlicher Lebensraum nachgebildet, und damit ihnen nicht langweilig wird, gibt es Kletterparcours, Sandbecken, Unterstände, Schaukeln und Rutschen.

Pandas sind Einzelgänger. Daher gibt es zwei separate, jeweils über 1100 Quadratmeter große Gehege, die allerdings durch einen Tunnel verbunden sind, damit sich Beide bei Bedarf auch treffen können. Und da Panda-Weibchen nur 72 Stunden im Jahr fruchtbar sind, darf es keine Hindernisse geben auf dem Weg zum ersehnten Nachwuchs. Bei den Vorgängern hat es schließlich nicht geklappt.

Der Bau wird voller Hightech sein, es gibt eine Art Mutter-Kind-Zimmer, ein Behandlungszimmer, einen Raum für die Haustechnik, Klimatisierung, Futterküche, Gänge für die Pfleger. Besucher betreten über eine Brücke die sogenannte Plaza und können dann in die Gehege hineinschauen.

Die Bauarbeiten für die neue Panda-Anlage „Panda Garden“ im Zoo Berlin laufen bereits seit vier Monaten auf Hochtouren. Nun war Richtfest und es fehlte nicht an Prominenz. Neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und seiner Exzellenz dem chinesischen Botschafter Shi Mingde, die beide ein herzliches Grußwort sprachen, war auch eine Delegation aus China anwesend, die sich vom Fortschritt der Baustelle überzeugte. Michael Müller nannte es gar einen „besonderen Tag für Berlin“ und ein Zeichen der engen Beziehungen zwischen Berlin und Peking. Botschafter Shi Mingde bezeichnete die Leihgabe als Sinnbild für die „Freundschaft und Verbundenheit“ beider Länder.

Direktor

vlnr: Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem, Regierender Bürgermeister Michael Müller, Botschafter Shi und Aufsichtsratsvorsitzender Frank Bruckmann. Foto: Zoo Berlin

Sein Land bemüht sich sehr um den Schutz und die Aufzucht der vom Aussterben bedrohten Tiere, von denen es nur noch etwa 2000 gibt und die insbesondere für China von hohem symbolischen Wert sind. Und da das viel Geld kostet, wird sich Berlin als Dankeschön auch finanziell an Chinas Rettungsbemühungen beteiligen. Über die Höhe der Summe wahrt man Stillschweigen.

Noch ist die Leihgabe allerdings nicht in trockenen Tüchern. „Wir hoffen, dass wir im Frühjahr die Verträge unterzeichnen können“, sagte Zoo-Sprecherin Christiane Reiss. Bisher sind die Zusagen nur mündlich. Aber Zoo-Direktor Andreas Knieriem zeigte sich beim Richtfest überzeugt: „Pünktlich bevor der G20-Gipfel beginnt“ würden die Tiere eintreffen. Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer am 7. und 8. Juli in Hamburg wollen offenbar die Regierungen Deutschlands und Chinas zuvor die Übergabe der Großen Pandas zelebrieren.

Bis dahin ist die Luxus-Villa empfangsbereit und man kann – ohne Prophet zu sein – vorhersagen, dass die beiden Pandas eine Riesenattraktion sein werden.

www.zoo-berlin.de

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