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Afrikanische Savannenlandschaft im Tierpark für Giraffe, Gnu und Co.

VonRedaktion

Mai 31, 2023

Rund 15 Prozent der Erdoberfläche werden von Savannen bedeckt. Damit gehören sie zu den größten und wichtigsten Lebensräumen des Planeten. Mt der Eröffung der afrikanischen Savannenlandschaft im Tierpark Berlin kann man nun mehr über die unterschiedlichen Bewohner dieser faszinierenden Landschadt und ihren natürlichen Lebensraum erfahren.

Auf den rund 45.000 Quadratmeter großen Terrain streifen nun Grevyzebras, Weißbart-Gnus und Thomson-Gazellen gemeinsam in Herden durch ihr neues Habitat. Aufgeweckte Rosapelikane tauchen ihre Schnäbel ins Wasserloch, neugierige Rothalsstrauße begutachten ihre neuen Nachbarn und majestätische Giraffen zupfen vorsichtig Blätter von den Zweigen. „Die Zusammenführung so vieler Tiere aus unterschiedlichen Arten war eine spannende Aufgabe, aber auch eine enorme logistische Herausforderung für uns“, berichtet Kurator Markus Klamt, „der beste Beweis, dass in der frischgebackenen Wohngemeinschaft alles harmonisch läuft, ist die Geburt von zwei gesunden Weißbart-Gnus – der allererste Nachwuchs in der neuen Berliner Tierpark-Savanne.“ Die beiden Gnu-Jungtiere kamen am 9 und 15. Mai zur Welt.

Ein wahrer Höhepunkt der neuen Tierpark-Savanne ist der 120 Meter lange Giraffenpfad: Hier werden die Gäste den bis zu fünf Meter hohen Grazien der Savanne zukünftig auf Augenhöhe begegnen können – wer sich traut, bahnt sich den Weg durch den Wald bis zu den Aussichtsplattformen über eine abenteuerliche Hängebrücke. Auf der Reise durch die Tierpark-Savanne gibt es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken und zu lernen: Warum hat das Zebra streifen? Weshalb treten Gnus zu Millionen jedes Jahr eine lange Reise an und wie verbringt eine Giraffen-Forscherin ihren Tag im Feld? Eine begleitende interaktive Ausstellung sorgt für einen tieferen Einblick in den Lebensraum Savanne und sensibilisiert für die Bedeutung von Artenvielfalt.

“Unser Berliner Tierpark und Zoo sind moderne zoologische Einrichtungen, die die Aufgabe haben, Menschen für Tiere und Lebensräume zu begeistern und sie für deren Schutz zu sensibilisieren. Mit der neuen afrikanischen Savannenlandschaft und dem Giraffenpfad, die vom Senat mit rund 7 Millionen Euro gefördert wurden, erhält unser Tierpark ein richtiges Highlight. Groß und Klein können hier die einzigartige Vielfalt der afrikanischen Tierwelt erleben, vom Rosapelikan bis zur Rothschild-Giraffe. Als Ausflugsziel für Familien aus Berlin und Brandenburg und für überregionale Touristinnen und Touristen gewinnt der Tierpark damit deutlich an Attraktivität. Die Besucherinnen und Besucher erhalten hier die Möglichkeit, auf unterhaltsame Weise ein tieferes Verständnis für die einzigartige Vielfalt des Planeten zu erlangen. Unser Tierpark ist ein wichtiger Ort für Umweltbildung, Artenschutz und Forschung und zugleich ein bedeutender Faktor für den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt. Deswegen unterstützen wir auch weitere anstehende Investitionen des Tierparks mit rund 53 Millionen Euro aus GRW-Mitteln“, erklärt Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Aktuell ist die Afrikanische Savannenlandschaft noch durch eine, mit dem Umbau des ehemaligen Dickhäuterhauses zusammenhängende, Baustraße getrennt. Erst nach Fertigstellung des Elefantenhauses werden Rothschild-Giraffen, Marabus, Gnus, Zebras und Antilopen das gesamte Areal gemeinsam bewohnen.

Der Tierpark Berlin erreicht mit der Eröffnung der Afrikanischen Savannenlandschaft ein neues Etappenziel auf seinem Weg zu einem Zoo der Zukunft. Seit knapp neun Jahren wird der 1955 gegründete und 160 Hektar große Tierpark Berlin zu einem naturnahen Geozoo umgebaut. Um einen Einblick in den Lebensraum der einzelnen Tierarten und deren Interaktionen, Besonderheiten und Problematiken zu ermöglichen, werden die Tiere im Tierpark größtenteils nach geografischen Gesichtspunkten zu sehen sein. Mit ihrem eigenen Artenschutz-Programm Berlin World Wild arbeiten Zoo und Tierpark Berlin mit rund 35 Projekte auf der ganzen Welt zusammen. Schon seit vielen Jahren arbeiten die Zoologischen Gärten Berlin eng mit dem „Wild Nature Institute“ in Tansania zusammen, welches sich der Erforschung und dem Schutz der gefährdeten Giraffen verschrieben hat.

Mosaik von Ortraud Lerch am ursprünglichen Standort, Foto: Susanne Kähler, 2019, CC-BY-4.0

Ein weiteres Highlight innerhalb des Projekts „Savanne“ war der Umzug eines der größten Mosaike der Hauptstadt. „Die Entwicklung der Rüsseltiere“ ist mit 4,42 Metern Höhe und 17,53 Metern Breite eines der bedeutendsten Kunstwerke der Berliner Künstlerin Ortraud Lerch (1939-2013). Es ist gleichzeitig eines der letzten Kunstwerke, die in der Deutschen Demokratischen Republik geschaffen wurden. Das beeindruckende Werk zierte rund drei Jahrzehnte das Innere des 7.000 qm großen Dickhäuterhauses. Nach dem Umbau des Hauses, bei dem den Tieren ein deutlich größerer Teil des Gebäudes zur Verfügung stehen wird, wäre es vom Besucherbereich aus nicht mehr sichtbar gewesen. Um diesen Teil des kulturellen Erbes für die Öffentlichkeit weiterhin sichtbar zu erhalten, wurde es fachgerecht von der Firma Müller-Bohrtechnik GmbH aus Wittenberg abgetragen. Mit größer Sorgfalt bauen die Restauratorin Joana Pomm und ihr Team das Mosaik zwischen Hyänen und der Giraffensavanne wieder auf.

Fotos:© 2023 Tierpark Berlin

Von Redaktion