NEONYT: Mode, Nachhaltigkeit und Innovation

Internationale nachhaltige Mode präsentierte die NEONYT-Show auf der Berliner Fashion Week . Foto: Ingrid Müller-MertensInternationale nachhaltige Mode präsentierte die NEONYT-Show auf der Berliner Fashion Week . Foto: Ingrid Müller-Mertens

 

Von Klara Berger.

Wie sieht die Zukunft der Modeindustrie aus? Auch auf diese aktuelle Frage gab die gerade beendete Berliner Fashion Week  Antworten. Einmal auf der Neonyt Trade Fair. Hier zeigten internationale und nationale Sustainable Fashion Brands ihre Herbst-/Winter 19/20-Kollektionen. Dazu gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Networking-Veranstaltungen, Diskussionsforen und dem Influencer- und Blogger-Event Prepeek.

Damit ist Neonyt die weltweit größte Veranstaltung für nachhaltige Mode. Hier wurden die dringenden Themen der Modebranche gebündelt, beraten, Lösungsmöglichkeiten präsentiert und diskutiert. Allerdings lässt sich der Begriff Nachhaltigkeit unterschiedlich definieren – für einige bedeutet es, ethisch korrekt zu produzieren, andere arbeiten ausschließlich mit biologisch korrekt hergestellten Materialien, wieder anderen ist Recycling besonders wichtig.

Insbesondere widmete Neonyt sich 2019 dem Thema Wasser. Vor allem dem dringlichen Problem, wie kann die Modeindustrie ihre globalen Auswirkungen hinsichtlich Wasserverbrauch und -verschmutzung minimieren und aktiv dazu beitragen, diese lebenswichtige Ressource zu erhalten?

 

Seit etwa fünf Jahren findet in der Gesellschaft auch auf dem Gebiet der Mode ein Umdenken statt. Die Lebenseinstellung der sogenannten Millenials, also für die um die Jahrtausendwende geborene Generation, zwingt Unternehmen zu mehr Verantwortung. Genauso wie sie Bio-Lebensmittel essen und grünen Strom beziehen,  wollen sie nachhaltige Mode kaufen.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Foto: Ingrid Müller-Mertens

In Deutschland ist der Standard von Nachhaltigkeit sehr hoch angesetzt. Es wird genau darauf geachtet, dass die Markenfirmen in der Materialität nachhaltig arbeiten, aber auch, dass sie nachhaltig produzieren. Das heißt: An welchen Standorten  sie produzieren, dass sie ihre Lieferketten genau kennen und vorweisen können, dass die Produzenten nachhaltig orientiert sind. Dabei geht es auch um Details, wie zum Beispiel die chromfreie Färbung.

Nachhaltigkeit ist auch Fair Trade, die gerechte Behandlung und existenzsichernde Entlohnung von Mitarbeitern auf allen Ebenen. Upcycling und Recycling sind natürlich auch ein Thema, viele Designer entwerfen beispielsweise aus alten Denim-Stoffen neue Produkte. Denim selbst nachhaltig neu zu produzieren ist nämlich so gut wie unmöglich.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Designer müssen, wenn sie wirklich nachhaltig sein wollen, auf alles von vorne bis hinten achten. Das fängt bei der beschränkten Auswahl an Stoffen an, geht bei Details wie Reißverschlüssen und Knöpfen weiter und endet bei Deko-Elementen. Die Materialien selbst sind nicht zwangsläufig teurer, aber die Recherche nach ihrer Herkunft ist viel zeitaufwendiger. In dem schnellen Modesystem mit bis zu acht Kollektionen pro Jahr mitzuhalten, ist für viele nachhaltige Labels eigentlich unmöglich. Positiv ist allerdings, dass aktuell Material-Innovationen praktisch aus dem Boden schießen.

Gebraucht wird auch die entsprechende Technik für die Innovationen, für die Designer. Und schließlich sollte nachhaltiges Arbeiten auch einen eigenen Raum im Modestudium bekommt.

Dass nachhaltige Mode überzeugend und vielseitig sein kann und schon lange keine Nischenthema mehr ist, zeigte sich dann auf der Neonyt-Fashion Show, die von einem internationalen Fachpublikum gefeiert wurde.

Über 40 nachhaltig arbeitende Marken aus aller Welt präsentierten sich und bewiesen einmal mehr die große Bandbreite nachhaltiger Mode. Dazu gehörten Labels wie Norwegian Rain oder Ecoalf aus Spanien, Lanius oder Wunderwerk aus Deutschland. Aber auch Firmen wie Wolford , die sich um nachhaltige Produktion bemühen oder kleinere Marken wie Julia Leifert, Natascha von Hirschhausen oder Fade Out, ein Berliner Label.

 

 

 

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