„Horch und Guck“ – Das Spionagemuseum zeigt wie`s geht

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Von Volker Neef.

DSM_Fassade3_1600_rgb-1Fällt das Wort „Spionage“, denkt man unweigerlich an den BND, natürlich an die Stasi und all die vielen einschlägigen Kinofilme und TV-Serien. Die aus England stammende Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“ mit den beiden Hauptdarstellern Patrick Macnee als Mr. John Steed und Diana Rigg als Mrs. Emma Peel lockte bereits in den 60er Jahren eine ganze Generation vor die „Flimmerkiste.“ Kinofilme wie der 1965 gedrehte „Der Spion, der aus der Kälte kam“ von dem Autor John le Carre mit Richard Burton als britischer Geheimdienstoffizier Alec Leamas faszinierten ebenfalls Millionen Menschen weltweit. Und wer kennt ihn nicht, 007. Den Geheimdiensthelden Ihrer Majestät mit der Lizenz zum Töten von Sean Conneray über Roger Moore, Pierce Brosnan bis Daniel Craig. Kultstreifen alle samt. Im 1983 gedrehten „James Bond 007 – Octupussy“ begibt sich Bond-Darsteller Roger Moore sogar nach Ost-Berlin, um mitten im Kalten Krieg wiedermal die Welt zu retten. Da damals natürlich die DDR-Behörden keine Drehgenehmigung erteilt hatten drehte man alle Ost-Berliner-Szenen kurzerhand in West-Berlin. Sozusagen ein Eldorado für Geheimdienste.

In Berlin tummelten sich vom Bau der Mauer 1961 bis zum Fall 1989 Spione aus aller Welt. Nirgendwo anders trafen auf einer so engen Nahtstelle NATO und Warschauer Pakt sowie die Wirtschaftsblöcke EU und RGW aufeinander. Bequem konnte man mit der U-Bahn oder S-Bahn von West-Berlin aus über den damaligen Grenzbahnhof Friedrichstraße in die „Hauptstadt der DDR“ einreisen. Wo anders also als in dieser Stadt könnte man authentisch alles Wissenswerte um „Horch und Guck“ erfahren, Nervenkitzel und Gänsehaut als Zugabe.  Seit 2015 befindet sich das „Deutsche Spionagemuseum“ am Leipziger Platz 9, also in unmittelbarer Nähe des Potsdamer Platzes. Hier verlief damals die Berlin trennende Mauer. Einige Rudimente existieren noch – beliebte Fotomotive der Touristen.

Hunderte seltene Objekte lassen Geschichte atmen: Hitlers Chiffriermaschine Enigma, Spion-Ausrüstung wie BH-Kameras, Wanzen im Lederschuh, Pistolen im Handschuh, Regenschirme mit Giftpfeil genauso wie Original-Requisiten aus den James Bond-Filmen. Top-Spione erzählen ihre atemberaubenden Geschichten.

Auf rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche kann man sich in Wort, Bild und anhand authentischer Geräte über die Arbeitsweise der Spione in Zeiten des Kalten Krieges informieren. Spektakuläre Geheimoperationen, mysteriöse Spionagefälle und legendenumwobene Spione, oder auch Kundschafter des Friedens (so nannte die Stasi ihre eigenen Leute, die Feinde waren natürlich Spione und Agenten der anderen Seite) werden dargestellt.

DSM_KalterKrieg_B_rgb_1600 Zu Zu den Ausstellungsstücken zählt auch ein ganz besonderer Trabant aus DDR-Zeiten. Natürlich ein kostbares Einzelstück. Unsichtbar ist in der Beifahrertür eine große Infrarotkamera versteckt. Die Beifahrertür wurde für die Ausstellung im Museum so präpariert, dass nunmehr die eingebaute Kamera sichtbar ist. Eine Spionageausrüstung für Kampfschwimmer, die aus der UdSSR stammt, ist ebenfalls zu sehen. Aktiv kann der Besucher auch sich selber „ausspionieren!“ Er kann beispielsweise sein Passwort für den PC eingeben und dann teilt ihm die Maschine mit, wie lange man im Computerprogramm benötigt, um nach einem Zufallsprinzip das Passwort zu knacken.

Quelle: Deutsches Spionagemuseum

www.deutsches-spionagemuseum.de

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