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Stolze 60 kg Geburtsgewicht

VonRedaktion

Jun 21, 2022

Einen Namen hat es noch nicht, das am 16.Juni geborene Giraffenmädchen im Berliner Tierpark. Foto© 2022 Tierpark Berlin

Nachwuchs bei den Giraffen im Tierpark Berlin. Fast pünktlich zum Welt-Giraffen-Tag am 21. Juni wurde hier ein Giraffenmädchen geboren. Mutter Amalka (8) und Jungtier sind wohlauf und bereits im Giraffenhaus zu sehen.
Rund 15 Monate wächst eine kleine Giraffe im Bauch ihrer Mutter heran. Wenn es endlich so
weit ist, bringt die Giraffenkuh ihren gar nicht mehr ganz so kleinen Nachwuchs im Stehen
zur Welt. Mit einer Größe von etwa 1,80 m und schätzungsweise 60 kg Geburtsgewicht ist die am 16. Juni geborene Giraffe nicht nur die Maße betreffend eine kleine Besonderheit, denn frisch
geborene Giraffen können fast unmittelbar nach der Geburt auf eigenen Beinen stehen.
Auch der Nachwuchs von Giraffenkuh Amalka stakst – noch etwas unbeholfen – hinter und
zeitweise sogar unter seiner Mutter durch den Stall.

Foto © 2022 Tierpark Berlin

„Es ist immer ein besonderes Ereignis, wenn ein Jungtier bei uns das Licht der Welt erblickt. Gerade als ehemaliger Zootierarzt weiß ich, dass man bei Giraffen so gut wie keine Geburtshilfe leisten kann. Hier kommt es besonders auf die Mutter und ihre natürlichen Instinkte an. Umso mehr freut es mich, dass Amalka diese Aufgabe auch bei ihrem dritten Nachwuchs so hervorragend meistert“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. Optisch fehlen der kleinen Giraffenkuh nur die markanten Hörner, die bei Giraffen zwar schon im Mutterleib vorhanden sind, sich jedoch erst in der ersten Lebenswoche aufstellen. „Man kann kleinen Giraffen praktisch beim
Wachsen zusehen: In den ersten Wochen entwickeln sie sich rasant und wachsen bis zu drei Zentimeter pro Tag“, ergänzt Knieriem. Mutter Amalka und ihr Jungtier verbringen die ersten Tage in Zweisamkeit und werden sich erst nach einer Kennenlernzeit der Herde anschließen. Für die Tierpark-Gäste sind die beiden aber schon ab dem 21. Juni im Giraffenhaus im Tierpark zu sehen.
Für Giraffen-Mutter Amalka ist es bereits der dritte Nachwuchs. Erst vor wenigen Tagen verließ ihr letztes Jungtier Henry im Alter von zwei Jahren den Tierpark Berlin, um in einem französischen Zoo eine neue Herde kennenzulernen. In ein paar Tagen wird die kürzlich geborene Giraffenkuh auch den Rest der Herde begegnen und den ersten Ausflug auf die Außenanlage wagen.

Auch im natürlichen Lebensraum bringen Giraffen-Mütter ihre Jungtiere abseits der Herde zur Welt. Wie für Giraffen typisch, ist Vater Jabulani (10 Jahre) nicht in die Aufzucht des Jungtiers involviert. Neben Amalka, Jabulani und dem noch namenlosen Nachwuchs leben derzeit vier weitere Giraffen im Tierpark Berlin.

Giraffen im Zoo Berlin. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Die Geburt des Jungtiers zum Welt-Giraffen-Tag ist eine besondere Nachricht. Denn in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden Giraffen in ihrem Gesamtbestand seit einigen Jahren als „gefährdet“ gelistet. Für die Rothschild-Giraffe – eine von neun Giraffenunterarten – bedeutet das konkret, dass im natürlichen Lebensraum nur noch etwa 2000 Tiere dieser Unterart durch die Savanne ziehen.

„Die Lage für Giraffen ist insgesamt besorgniserregend. Wir arbeiten eng mit unserem Partner. dem Wild Nature Institute in Tansania zusammen, um die grazilen Säugetiere vor Ort zu schützen“, erklärt Säugetier-
Kurator und Giraffen-Experte Dr. Florian Sicks. „Neben unserer wissenschaftlichen Zusammenarbeit finanzieren wir aktuell einen Teil der Feldforschung im Tarangire-Nationalpark“, ergänzt Sicks. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Wild Nature Institute in Tansania erforschen die dort lebenden Giraffen, um wirkungsvolle Maßnahmen zum Giraffenschutz empfehlen zu können. Zudem betreiben sie Umweltbildung, um vor allem bei Schulkindern eine Faszination für das größte Landsäugetier der Welt zu wecken.

www.zoo-berlin.de

www.tierpark-berlin.de

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