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„Die Zaubermelodika“ bezaubert Kinder und Eltern in der Komischen Oper

VonRedaktion

Nov 28, 2021

Von Katharina Zawadsky

Pamina hat es satt, immer Taminos Drachen hinterherzuputzen, die Königin der Nacht hat einen Bart, als Zauberinstrument dient die allseits unbeliebte Melodika und der nicht weniger unbeliebte Monostatos wird zum eigentlichen Helden. – Mit Witz und Humor und einem Schuss Unbefangenheit haben der namhafte finnische Jazzpianist Iiro Rantala und die ebenfalls finnische Bestsellerautorin Minna Lindgren im Auftrag der Komischen Oper mit der „Zaubermelodika“ eine Fortsetzung der Zauberflöte (frei nach Mozart) speziell für Kinder geschrieben. Aber auch die Eltern werden sich köstlich amüsieren.

Prinzessin Pamina (Alma Sadé) und Prinz Pamino (Johannes Dunz) haben die hehren Gefilde der Mozart´schen Zauberflöten-Welt verlassen und sind im schnöden Alltag angekommen. Der ist zwar sehr schön bunt aber nicht problemlos. Pamina ist voll damit beschäftigt, die Hinterlassenschaften der domestizierten, gehätschelten Drachen ihres Gatten zu beseitigen. Da hängt der Haussegen schon Mal schief. Und um den Schwiegervater muss sie sich auch noch kümmern. König Sarastro leidet an Demenz und kann die Regierungsgeschäfte nicht mehr führen. Ein neuer König muss gewählt werden. Oder eine Königin!

Zur Wahl stellen sich drei Bewerber: Prinz Tamino, Prinzessin Pamina und der an sich selbst zweifelnde, von allen geschmähte Monostatos (Christoph Späth), Diener der Königin der Nacht. Und eigentlich der personifizierte Bösewicht. Aber eben auch nur bei Mozart. Hier kämpft er sich als blonder, fröhlicher Königsanwärter wacker durch die anstehenden Prüfungen, die es für den künftigen König oder Königin zu bestehen gilt. Schauplätze typisch finnisch : Sauna, zugefrorener See und Ameisenhaufen.

Und man begegnet auch wieder den aus dem Original-Singspiel bestens bekannten Liebespaar Papagena (Sylvia Rena Ziegler) und Papageno (Nikita Voronchenko), nun auch etwas in die Jahre gekommen, das mit beachtlicher Kinderschar und in deutlicher Erwartung weiteren Nachwuchses fröhlich in den Tag hinein lebt und nun zusammen mit drei Gnomen aktiv und sehr lebhaft in das Geschehen eingreift. Eine Glanzleistung des Kinderchors der Komischen Oper (Leitung Dagmar Fiebach).

Eine beschwingte, mitreißende Show (Regie Nicole C. Weber ) in einem glamourösen Bühnenbild (Friedrich Eggert) und zauberhaften, glitzerbunten Kostümen (Alfred Mayerhofer). Musikalisch eine gelungene Mischung aus Musical, Jazz und Oper. Überraschend: Das Orchester unter der Leitung von Koen Schoots wird dann schon mal zur swingenden Big Band.

Das jugendliche Publikum geht begeistert mit und bejubelt das Geschehen vom Anfang bis zum Happy End. Absoluter Liebling natürlich der „voll süße“ freundliche Drache.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

Die Zaubermelodika

Weitere Aufführungen: 10., 13., 16., 21., 26., 27. Dezember 2021, 24. Januar, 13. Februar 2022

www.komische-oper-berlin.de

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