Opulente „Perlen der Cleopatra“ in der Komischen Oper

kleopatra_1-!

Von Klara Berger.

Amüsanter, opulenter und schwungvoller geht´s kaum. Nach dem Erfolg von Paul Abrahams „Ball im Savoy“ und Oscar Straus’ „Eine Frau, die weiß, was sie will!“ ,  hat Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky für die Komische Oper erneut ein Werk aus der Blütezeit der Operette ausgegraben und aus den „Perlen der Cleopatra“ einen strahlenden Diamanten gezaubert.

 

Dagmar Manzel brilliert als Cleopatra. Bild: Ingrid Müller-Mertens

Dagmar Manzel brilliert als Cleopatra. Bild: Ingrid Müller-Mertens

1923 in Wien uraufgeführt und 1924 in Berlin gefeiert, griffen Komponist Oscar Straus und seine Librettisten genüsslich die Ägypten-Begeisterung der Zeit auf. Damals war das Grab des Tutenchamun gerade entdeckt, und die berühmte Büste der Nofretete wurde erstmals öffentlich ausgestellt . Die Titelrolle hatte Oscar Straus der seinerzeit wohl berühmtesten Operettendiva Fritzi Massary sozusagen auf den Leib komponiert. Gut neunzig Jahre später brilliert nun Schauspielerin Dagmar Manzel als betörende Königin von Ägypten. Betörend ja – aber ganz anders als klischeemäßig erwartet.kleopatra_5

 

Dagmar Manzel und Dominique Horowitz

Dagmar Manzel und Dominique Horowitz

Dagmar Manzel , die sich nun bereits zum sechsten Mal die Ehre an der Komischen Oper Berlin gibt, begeistert als waschechte, hinreißend berlinernde Pharaonin zwischen liebesbedürftiger Naive, taffer Powerfrau und hinreißender Femme fatale. Umworben wird Ihre Hoheit von einer umwerfend komischen Liebhaberschar aus dem hauseigenen Ensemble: Dominik Köninger, Johannes Dunz und Peter Renz, komödiantisch wie stimmlich in Höchstform.

Dagmar Manzel und Dominik Köninger

Dagmar Manzel und Dominik Köninger

Vollblutschauspieler und Chansonnier Dominique Horwitz umgibt als diensteifriger Minister Pampylos die liebestolle Herrscherin – und gibt damit sein beeindruckendes szenisches Debüt am Haus.

Tempo und Timing des skurril-frivolen, von Pointen überquellenden Bühnenspaßes liegen bei Barrie Koskys vierter Operettenarbeit in bewährten Händen. Für die Berliner Produktion macht Dirigent und Arrangeur Adam Benzwi Straus’ Partitur in nie gehörtem Facettenreichtum erlebbar, von Chansons mit kammermusikalischer Begleitung, die den Wortwitz des Librettos in den Mittelpunkt stellen, bis hin zu zahlreichen großen, dynamischen Tanz- und Chornummern der „Wilden Zwanziger“, choreographiert von Otto Pichler.kleopatra_14

Rufus Didwiszus’ schwarz-weißes Art-Deco-Bühnenbild und die ebenso extravaganten wie farbenfrohen Kostüme von Viktoria Behr sorgen für ein in jeder Hinsicht exotisches und garantiert historisch inkorrektes Ägypten auf der Bühne.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

Informationen unter: www.komische-oper-berlin.de

Kommentar hinterlassen zu "Opulente „Perlen der Cleopatra“ in der Komischen Oper"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*