Auf den Inseln Attikas

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Rund 2,5 Stunden dauert der Flug von Berlin in die griechische Hauptstadt Athen. Die Metropole mit ihren 3,7 Millionen Einwohnern ist auch Ausgangspunkt für eine Fahrt in den Saronischen Golf. Vorbei an den 16 Kilometer langen Stränden der Athener Riviera geht es zum Hafenstadt Piräus. Im dortigen Haften heißt es Leinen los. Hier starten die Fähren auf die Inseln der Hauptstadtregion Attika.

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Hydra

Rund 65 Kilometer südlich von Athen erhebt sich die Insel Hydra aus dem Saronischen Meer. Ihren Namen verdankt das knapp 50 km² große Bergeiland den einst reichlich vorhandenem Wasser. Die meisten der 2.000 Einwohner siedeln im malerisch um eine Bucht gelegenen Hauptort.

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Von hier brachen sie einst als tüchtige und wohlhabende Seeleute ins Mittelmeer auf. 1821 war Hydra eines der Zentren des Unabhängigkeitskrieges gegen das Osmanische Reich. Allein 130 Kriegsschiffe stellte Hydra im Unabhängigkeitskrieg. Einen Einblick in die lebhafte Geschichte der Insel bietet das Marinemuseum unmittelbar am Hafen.

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Mittlerweile geht es auf Hydra friedlich und vor allem ruhig zu. Die Insel ist autofrei, Lasten werden durch die Gassen des Ortes und zu den oft abgelegenen Klöstern vor allem mit Eseln transportiert. Um das Wohl der Tiere, wie auch der allgegenwärtigen Katzen bemüht sich seit 2007 die Freiwilligenorganisation HydraArk.

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Zudem hat sich Hydra als Künstlerinsel einen Platz in der Geschichte gesichert. So wurden die Nikolaos Vokos (1854–1902), ein Vertreter der Münchener Schule, Nikos Nikolaou (1909–1986) und Panayiotis Tetsis (* 1925) hier geboren.

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Um das Flair ihrer Insel zu erhalten, setzen die Einwohner bis heute vor allem auf sanften Tagestourismus. Hotelanlagen und Diskotheken sind ebenso untersagt wie Leuchtreklamen, Tennisplätze und Swimmingpools. Dank dieser Regeln blieb Hydra bis heute vom Massentourismus verschont und bietet seinen Besuchern den perfekten Ort für Entspannung.

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Spetses

Weit lebhafter geht es auf der nicht weit entfernten Insel Spetses zu. Die 27 km² große Insel zu Füßen des Berges Profitis Ilias empfängt seine Besucher in einem quirligen Hauptort. Lange war Spetses vor allem ein Urlaubsort wohlhabender Griechen, deren Villen nach wie vor präsent sind. Ins Auge sticht das 1914 im Stile der Cote D’Azure errichtete Grand Hotel Poseidonion. Von dort schlängelt sich die Promenade mit ihren Geschäften und Gaststätten bis zum alten Haften.

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Bekannt ist die „Insel der Gewürze“, so die Übersetzung von Spetzes, vor allem für seine sportlichen Großereignisse. Einmal pro Jahr beginnt hier eine Yacht-Regatta, 2015 mit einer Rekordbeteiligung von 75 Schiffen. Im Oktober ist die Insel Gastgeber eines Mini-Marathons, der als Vorbereitung für die Lauf vom historischen Marathon nach Athen dient.

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Besonders stolz sind die Spetsioten auf Laskarina Bouboulina (1771-1825), deren Denkmal am Hafen die Besucher begrüßt. Auf der Insel aufgewachsen, wurde Bouboulina zu einer der Anführer der griechischen Revolution. Als einzige Frau wurde sie Mitglied der patriotischen Geheimgesellschaft Filiki Eteria. Auf Spetzes baute sie aus eigenen Mitteln eine Privatarmee für den Unabhängigkeitskrieg auf und befehligte während der Kämpfe eines der wenigen originären Kriegsschiffe der Marine. Ihr Admiralstitel, auf den die Insulaner heute mit besonderer Ehrfurcht verweisen, wurde Bouboulina jedoch erst posthum zuerkannt. Das Wohnhaus der Kapitänin befindet sich bis heute im Familienbesitz. Seit Anfang der 1990er Jahre wurde es restauriert und dient mit vielen originalen Ausstellungsstücken aus der Revolutionszeit als Museum.

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Poros

Rund 300 Meter vor dem Festland liegt Poros mit ihrem bis heute aktiven Vulkan. Doch Feuer hat der Berg schon lange nicht mehr gespuckt und so glänzt die 23 km² Insel nicht nur mit einer guten touristischen Infrastruktur, sondern vor allem mit einer großen Zahl erhaltener alter Häuser. Vor allem der Hauptort Poros erstreckt sich in einer malerischen Kulisse auf der Westseite von Sferia bis über den Isthmus. Die dichten Kiefernwälder geben Poros ein auffallend grünes Kleid.

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Sehenswert ist unter anderem das archeologische Museum mit seinen antiken Funden aus dem antiken Troizen und der mykenischen Akropolis, die Fundamente eines Tempels des Poseidon und das Kloster Zoodochos Pigis.

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Ägina

Nur rund 27 km südlich von Athen befindet sich die Insel Ägina. Auf ihren 83 km² leben rund 13.500 Menschen. Neben dem Hauptort mit dem Fährhafen ziehen vor allem die bis zu 530 Meter hohen Berge Besucher an. Im Sommer kann das termometer hier bis auf 50 Grad steigen, im Winter fällt in den Bergregionen vereinzelt Schnee.

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Eine der Sehenswürdigkeiten von Ägina ist das Heiligtum der Aphaia, ein im Jahre 570 v.u.Z. Errichteten Tempel. Bereits zuvor wurden in mykenischer Zeit hier der Fruchtbarkeitsgottheit Aphaia dargebracht.

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Neueren Datums ist die Agios Nektarios-Kuppelkirche, weithin sichtbarer Sakralbau des gleichnamigen Klosters. Errichtet wurde sie zu Ehren des orthodoxen Heiligen Nektarios von der Pentapolis (1846-1920), der nach seiner Pensionierung im nahegelegenen Kloster lebte.

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Nur wenige Hundert Meter entfernt befand sich mit Paleochora einst die Hauptstadt der Insel. Um 1800 verließen die Bewohner den Ort, die Häuser verfielen. Erhalten blieben jedoch 32 Kirchen, hauptsächlich aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Bis heute können sie auf verschlungenen Wegen erreicht und Großteils besichtigt werden.

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Wichtigster Wirtschaftszweig auf Ägina ist jedoch die Landwirtschaft. Die Insel ist berühmt für ihre Pistazien. Bis zu fünf Prozent der Welternte stammen von den Sträuchern des Eilandes.

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griechenland

Griechenland:

Flüge nach Athen:

Touren:

  • Angelos Kokkaliaris (akokkaliaris@gmail.com)

Ausgewählte Hotels in Attika:

Schiffe mieten:

 

Alle Bilder: Martin Müller-Mertens

4 Kommentare zu "Auf den Inseln Attikas"

  1. Wow. Das wird mein nächstes Urlaubsziel.

  2. Verständlich, dass die Griechen auf ihre Unabhängigkeitsrevolution stolz sind. Doch wirklich unabhängig wurde das Land erst 1830 durch die Hilfe der europäischen Großmächte. Da scheint sich Geschichte ja zu wiederholen.

  3. Ich war im Sommer auch in Athen. Sehr empfehlenswert.

  4. Schöne Fotos. Keine Flüchtlinge zu sehen. Wenn man der Sensationspresse glauben will, laufen die doch dort überall herum.

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