Der „lange Lulatsch“ ist 90

Modernste LED-Lichttechnik sorgt für die Illumination des Funkturms in der gewünschten Farbe. Foto: Messe Berlin GmbHModernste LED-Lichttechnik sorgt für die Illumination des Funkturms in der gewünschten Farbe. Foto: Messe Berlin GmbH

Er ist 147 Meter hoch, wird von den Berlinern liebevoll „langer Lulatsch“ genannt und inzwischen 90 Jahre alt: Der Berliner Funkturm ist eines der – im wahrsten Sinne des Wortes – überragenden Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt. Nach seiner obligatorischen Wartungszeit im Sommer öffnet der Funkturm am 14. September wieder seine Aussichtsplattform und das Restaurant für die Gäste aus aller Welt. Bis Ende Oktober wird dann ein Gala-Geburtstagsbuffet mit über 30 kulinarischen Genüssen und einem herrlichen 360 Grad-Panorama auf das Häusermeer und die Grünflächen der Stadt serviert.

Seit seiner Einweihung zur 3. Funkausstellung im Jahre 1926 hat der Funkturm mehr als 17,3 Millionen Gäste empfangen. Funktional als Antennenträger geplant, entwickelte sich der Berliner Funkturm wegen seines exklusiven Restaurants in 55 Metern Höhe und der Aussichtsplattform in luftigen 126 Metern Höhe schnell zu einem der attraktiven Anziehungspunkte von Berlin.

Am 8. November 1924 war Baubeginn und knapp zwei Jahre später wurde der Berliner Funkturm am 3. September 1926 bei strahlendem Sonnenschein zur 3. Funkausstellung eingeweiht. Im selben Jahr, als die Grüne Woche ihre Erfolgsgeschichte begann, Queen Elisabeth und Marilyn Monroe das Licht der Welt erblickten und die Deutsche Lufthansa AG und die Daimler Benz AG gegründet wurden. Beim Ausbau des Stahlgittermastes zum Wahrzeichen „Funkturm“ nach Plänen von Professor Heinrich Straumer musste immer wieder technisches Neuland betreten werden, beispielsweise bei der Installation der Fahrstuhlanlage sowie bei der Versorgung des Bauwerks mit Gas, Wasser, Elektrizität und Wärme. 1932 entstand zu Füßen des Funkturms der Sommergarten als reich bepflanztes Oval. Selbst ein Großfeuer 1935 und die verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges hat der Funkturm überstanden.

Der Funkturm war bei seiner Einweihung der höchste Turm Deutschlands. Er war auch Leuchtturm für alle Flugzeuge, die Berlin als Luftkreuz Europas anflogen und wies in der Zeit der Berlin-Blockade den Flugzeugen der Alliierten den Weg zum Flughafen Tempelhof. Außerdem war unter dem Restaurant eine „Wanderschrift-Anlage“ mit 4000 Glühbirnen angebracht, die damals wohl die höchste Werbefläche dieser Größenordnung in Deutschland darstellte. Und der Funkturm schrieb Rundfunkgeschichte: Am 8. März 1929 wurden hier die ersten Fernsehbilder über den Sender Witzleben ausgestrahlt.

Heute glänzt der Funkturm mit neuem Farbanstrich und erstrahlt in der Nacht durch starke LED-Leuchten in unterschiedlichen Farbkombinationen. Das Funkturmrestaurant ist in Abstimmung mit dem Landeskonservator renoviert und spiegelt die Atmosphäre der 20er Jahre wider. Die Besucher sausen in einem funkgesteuerten Fahrstuhl mit gläsernen Wänden in 33 Sekunden nach oben zur Aussichts-Plattform. Eigentümer des Berliner Funkturms ist heute das Land Berlin. Betreibergesellschaft ist die Capital Catering GmbH, ein Tochterunternehmen der Messe Berlin GmbH.

 

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