Anja Gockel setzt ein eindrucksvolles Zeichen mit ihrer neuen Mode-Kollektion

Designerin Anja Gockel überraschte zur Fashion Week mit einer sehr emotionalen Show. Foto: Bozena BehrensDesignerin Anja Gockel überraschte zur Fashion Week mit einer sehr emotionalen Show. Foto: Bozena Behrens

Von Bozena Behrens.

Auch die Berliner Fashion Week fiel weitgehend der Pandemie zum Opfer. Neue Kollektionen wurden zwar live vorgeführt aber ohne Publikum und per Livestream weltweit präsentiert. Auch die Mainzer Designerin Anja Gockel, war schon zum zweiten Mal in dieser nun gut einjährigen Corona-Zeit mit ihrer Show in der Lobby des Hotel Adlon Kempinski in Berlin. Aber leider ohne Applaus, ohne das unmittelbare Feedback des Publikums, ohne Fachgespräche und natürlich unter strikter Einhaltung aller Hygienevorschriften, die die Präsentation prägten und durchaus auch stilistisch bereicherten.

Kein üblicher Catwalk sondern eine faszinierende Performance aus Mode, Musik und Tanz. Besonders der zweite Teil – untermalt mit Musik aus Bedrich Smetanas „Die Moldau“ – berührte emotional, mit einem Wechselspiel von leisen und dann wieder dramatischen Sequenzen. Man konnte den Bezug zur aktuell schwierigen Zeit akustisch fühlen. Die passende Choreografie dazu war perfekt, beeindruckend und wunderschön.

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Gemeinsam mit 12 Tänzerinnen und Tänzern wollte Anja Gockel nicht nur ihre neue Winterkollektion 2021/22 „Embraceland“ (Land der Umarmung) präsentieren, sondern auch ein deutliches Statement für die momentan so total eingeschränkte Kreativszene abgeben: „Mit unserer Show setzen wir ein Zeichen für die gegenseitige Wertschätzung, ein Zeichen für die Kultur, ein Zeichen für die Akzeptanz der Vielfältigkeit. Embrace life! Embrace the moment! Embrace yourself and your opposite! Mit offenen Armen auf dein Gegenüber zugehen, selbst ohne Berührung eine Geste, die von der ganzen Welt verstanden wird. Eine Geste von Respekt und Bewusstsein.”

Anja Gockels neue Kollektion verkörpert Großzügigkeit und lässt Raum für die Wertschätzung des Besonderen. Die Outfits bewegen sich zwischen einer figurbetonten Silhouette und großzügigem Volumen. Scheinbare Gegensätze werden vereint, von prägenden Karomustern über feminine Nadelstreifen-Couture bis hin zu petrolfarbenen, lasziven Lackstoffen kombiniert mit hochwertigem Cashmere des Labels „Edelziege“.

PXL_20210119_141847535_3Anja Gockel findet in jedem Outfit die Balance der Extreme und rückt alle Facetten der Weiblichkeit in den Mittelpunkt. Jeder Stoff bekommt die Freiheit, die er braucht, um sich verspielt mit seinem Gegenüber einzulassen. Die Stoffe verschmelzen miteinander und schaffen in ihrer Vielfalt einen Raum – dieser Raum ist „Embraceland“. Natürlich legt Anja Gockel Wert auf Nachhaltigkeit. Ihre Stücke werden aus hochwertigen Materialien in Deutschland produziert, die Schneiderinnen fair bezahlt.

Die menschenleere Lobby des Hotel Adlon Kempinski wurde zu einer eigenen Welt, surreal aber auch inspirierend. „Wir spiegeln uns in der Welt, so wie sich Zwillinge gegenseitig spiegeln“, sagt Anja Gockel. „Zwillings-Models, Tänzerinnen und Tänzer zeichnen Bilder der Achtsamkeit, Akzeptanz und des gegenseitigen Miteinanders. Gerade diese Zeit wirft uns auf uns selbst zurück, lässt uns innehalten und ermöglicht es unsere Werte neu zu definieren. Fangen wir damit an! Folgt unserem Statement für die Stärke und die Relevanz von Mode, Kunst und Kultur als unverzichtbare Essenz unseres Menschseins“.

https://www.youtube.com/watch?v=l5uwlLDFPJo

Die Designerin freute sich, dass Zuschauer aus der ganzen Welt die einzigartige Show verfolgt haben und auch über die Distanz ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Zusammenhalts zu spüren.

Fotos: Bozena Behrens

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