Shalom Berlin

Gruppenbild mit Abstand. Bei der Programmvorstellung von Links: Gideon Joffe, Gerhard  Kämpfe, Sara Nachama, Martina Gedeck, Sharon Brauner, Karsten Troyke und Jesko Habert. Foto: Ingrid Müller-MertensGruppenbild mit Abstand. Bei der Programmvorstellung von Links: Gideon Joffe, Gerhard Kämpfe, Sara Nachama, Martina Gedeck, Sharon Brauner, Karsten Troyke und Jesko Habert. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Von Klara Berger.

Auch in diesem so schwierigen Jahr werden die beliebten Jüdischen Kulturtage in Berlin stattfinden. Zum 33. Mal. So ist zumindest der Plan und alle Beteiligten hoffen, dass  er sich realisieren lässt.

jk20_keyvisual_presse_Vom 7.-15. November ist in Berlin wieder eine wunderbare Gelegenheit, tief in die jüdische Kultur einzutauchen. Sozusagen  hautnah die Vielfalt traditioneller und aktueller jüdischer Kultur zu erleben: Von Altem und Neuem, Vergessenem und Erinnerten, Freudvollem und Nachdenklichen, von Ost und West. Wie bisher wird es zahlreiche Veranstaltungen und Begegnungen mit Musik, Literatur, Humor, Geschichten und Geschichte, Vorträgen, Kindertheater und einem Fest mit kulinarischen Leckerbissen geben.

Im Rahmen des Festivals werden insgesamt 21 Konzerte, Lesungen und Theatervorstellungen an verschiedenen Spielorten der Stadt präsentiert, u.a. auch in der größten und wohl schönsten Synagoge Deutschlands in der Rykestraße. Diesmal auch in der Synagoge Pestalozzistraße und im Centrum Judaicum.   www.juedische-kulturtage.org/programm

Auch im 33. Jahr der Jüdischen Kulturtage Berlin soll eine möglichst große Bandbreite der jüdischen Kultur zu erleben sein.

Noa wird begleitet von Gil Dor und Band. Foto: Foto: Noa © Ronen Akerman

Noa wird begleitet von Gil Dor und Band. Foto: Foto: Noa © Ronen Akerman

Die charismatische israelische Sängerin Achinoam Nini, international vor allem als Noa bekannt, eröffnet in diesem Jahr die Jüdischen Kulturtage mit gefühlvollen Liedern, die unter die Haut gehen. Seit ihrem Plattendebüt 1991 hat Noa 15 höchst erfolgreiche Platten zwischen Singer/Songwriter-Pop, Jazz, Soul und hebräischer Folklore veröffentlicht und gibt weltweit ausverkaufte Konzerte. Sie stand mit Sting, Stevie Wonder oder Carlos Santana auf der Bühne und sang im Laufe ihrer Karriere für drei verschiedene Päpste, Bill Clinton und Yitzhak Rabin. 1997 sang Noa den Titelsong zu Roberto Benignis Oscar-prämierten Kinofilm „Das Leben ist schön“.

Foto: Jewish Monkeys © Ilya Melnikov

Foto: Jewish Monkeys © Ilya Melnikov

Aus Israel kommt auch die wunderbar skurrile Band Jewish Monkeys, so ziemlich das Frechste, Spannendste und Innovativste, was die israelische Musikszene zu bieten hat. Sie beweisen auf ihren CDs, aber vor allen Dingen auch live auf der Bühne, dass sich jiddische Gassenhauer aus dem Shtetl sehr gut mit Punk, Ska-Rhythmen, Afrobeats, Reggae und Funk-Licks vertragen.

Dudu Fisher, einer der großen israelischen Weltstars wird erstmalig in Berlin auftreten. Er sang vor der Queen, der Royal Family, aber auch für US-Präsident Clinton und Papst Benedikt. Sowohl in New York als auch in London wurde dem orthodoxen Juden als erstem Künstler überhaupt gestattet, nicht an Freitagen – also am Shabbat – auftreten zu müssen – und so nannte er auch eine seiner erfolgreichsten CDs und One-Man-Shows: „Never on Friday“.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Mit Martina Gedeck und Jasmin Tabatabai werden zwei der großen deutschen Schauspielerinnen in der Synagoge Rykestraße gastieren. Martina Gedeck mit der spannenden Lebensgeschichte von George Gershwin, begleitet von dem Ausnahmepianisten Sebastian Knauer und Jasmin Tabatabai mit ihrem Programm „Jagd auf Rehe“, begleitet vom David Klein Quartett, einer der angesagten Jazz-Formationen Europas.

Auch in diesem Jahr darf der so beliebte humorvoller Blick auf das jüdische Leben nicht fehlen. Witz und Chuzpe sind ein wesentlicher Bestandteil des jüdischen Alltags und spielen seit Jahrtausenden eine große Rolle. Man lacht „trotzdem“, sagt Gerhard Kämpfe, der auf seine unnachahmliche Weise gemeinsam mit dem Sänger und Schauspieler Karsten Troyke, einen vergnüglichen Abend mit Witzen, Liedern und Geschichten jüdischer Autoren gestalten wird.

Das Musiktheater Lori bringt in einer märchenhaften Ausstattung und mit zauberhaften Kostümen für das jugendliche Publikum die Kinderoper „Das Tierhäuschen“ auf die Bühne des Jüdischen Gemeindehauses in der Fasanenstraße.

Die zauberhaftr Märchenoper "Das Tierhäuschen" begeistert das jugendliche Publikum. Foto: © Musiktheater Lori

Die zauberhafte Märchenoper „Das Tierhäuschen“ begeistert das jugendliche Publikum. Foto: © Musiktheater Lori

Zum ersten Mal wird ein interreligiöser Poetry Slam stattfinden und traditionell wird es auch wieder den fröhlichen Balagan-Tag für die ganze Familie geben. Die Big Band der deutschen Oper beschließt mit ihrem mitreißenden Swing-Sound sozusagen als optimistischen Ausklang die diesjährigen Jüdischen Kulturtage.

„Mit den Jüdischen Kulturtagen Berlin wollen wir  die positiven und lebensbejahenden Aspekte jüdischen Lebens aufzeigen“, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, bei der Programmvorstellung. In diesem Jahr unter besonders gravierenden Herausforderungen. Natürlich werden die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln überall eingehalten, erklärt Gerhard Kämpfe, Intendant des Kulturfestivals. Für ihn ist es eine Herzensangelegenheit, auch in diesem Jahr, das bei Künstlern und Besuchern gleichermaßen beliebte Kulturfestival zu realisieren – allen Corona-Widerständen zum Trotz.

 Karten für die Jüdischen Kulturtage Berlin sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie unter www.juedische-kulturtage.org erhältlich.

Einige Veranstaltungen sind kostenfrei

 

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