Sternstunde – Zeiss-Planetarium wieder eröffnet

Virtuelle Reisen in fernste Galaxien mit dem neuen Hightech-Großprojektor. Foto: Ingrid Müller-MertensVirtuelle Reisen in fernste Galaxien mit dem neuen Hightech-Großprojektor. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Ab Donnerstag strahlen sie wieder, die 9 200 Sterne und viel viel mehr im Berliner Großplanetarium Prenzlauer Berg, das nach zweijähriger, millionenteurer Modernisierung nun wieder seine Türen zum Himmel öffnet. Der eigens hierfür entwickelte neue Hightech-Hochleistungsprojektor von Zeiss kann neben noch schärferen und intensiveren Sternenansichten auch rasante dreidimensionale Reisen durch die Galaxis und faszinierende Videos auf die riesige Kuppel werfen. Dazu gehört auch die erste 360-Grad-Projektion „Sterne über Berlin“, in der man nicht nur die spannende Forschungsgeschichte Berlins erlebt sondern auch tagesaktuell den Berliner Himmel darstellen kann.

Zehn neue Beamer ermöglichen virtuelle Reisen durch das Weltall in bewegten Bildern. So zum Beispiel kann ein Flug zum mehr als 26 000 Lichtjahre von uns entfernten Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße simuliert werden.

Auch wenn die Astronomie Schwerpunktthema bleiben wird , mit der hochmodernen Medientechnik wurde auch eine inhaltliche Neugestaltung des Planetariums möglich und neue Themengebiete, wie Biologie, Chemie oder Medizin können nun in bisher nie gekannter Anschaulichkeit wissenschaftlich exakt und unterhaltsam vermittelt werden. So ist es erstmalig möglich, die Sterne nicht nur von der Erde aus zu sehen, sondern auch unser Sonnensystem zu verlassen und dreidimensonal durch das Universum zu reisen. Ein sensationelles Erlebnis, das es so bisher nur hier geben wird und das Planetarium zur modernsten Einrichtung dieser Art in Europa macht.

Das Großplanetarium versteht sich als Wissenschaftstheater, das durch die digitale Technik nun auch in ganz neue „Galaxien“ der Wissenschaft vorstoßen und sie plastisch erlebbar machen kann. So fährt die Kamera zum Beispiel im Programm „Rätsel des Lebens“ ins Innere eines Blattes. Fasziniert verfolgt man in überdimensionalen wunderschönen Bildern, was im Innersten der Zellen vor sich geht und erlebt so die unerschöpfliche Vielfalt des Lebens vom kleinsten Baustein bis zu den exotischsten Lebensformen.

Das Planetarium startet mit 14 unterschiedlichen Programmen, die den Besuchern – und vor allem Kindern und jungen Menschen – die Wunder des Universums und des Lebens nahebringen werden. Darunter spezielle Kita- und Schulprogrammen. Neu ist auch, dass häufig live moderiert wird und man so auf die speziellen Interessen der Besucher intensiver eingehen kann. Was sich besonders bei Kindergruppen anbietet. Auch musikalische Veranstaltungen sind geplant. So wird es eine musikalische Tour durch die Astronomiegeschichte Berlins geben aber auch speziell im 3D-Sound produzierte Hörspiele und Filme im Kinosaal. Dort sollen Science-Fiction-Klassiker oder Defa-Filme über die Leinwand flimmern. Auch im Bistro fehlt es nicht an Sternen. Sternekoch Tim Raue ist zuständig für das kulinarische Angebot.

Das Planetarium war das letzte große Bauvorhaben in der DDR. Erich und Margot Honecker hatten den attraktiven Kuppelbau zur 750-Jahrfeier von Berlin im Jahre 1987 noch persönlich eingeweiht. Man habe ihn nur sehr “behutsam vom kosmischen Staub der Geschichte befreit, so erläutert Tim Florian Horn, der Direktor des Hauses. Man wollte bewußt einiges vom alten Flair erhalten, so den Fußboden mit den kubanischen Marmorplatten wie auch Teile des Mobiliars und die strahlenförmigen Deckenleuchten.

Von der imposanten Kuppel blieb allerdings nur die Betonhülle erhalten, unter der 30 Meter weiten Wölbung  ist alles neu und vom Feinsten. Und so können die Besucher nun bequem in den nach hinten klappbaren Polstersesseln Platz nehmen, entspannt auf die herrlichen Bilder der Rundumprojektionen schauen, sich als Astronaut fühlen bei den rasanten Fahrten durch das Weltall. Aber am meisten fasziniert doch immer wieder der Blick in den unendlichen Himmelsdom mit seinen unzähligen, brillant wiedergegebenen Gestirnen und die einzigartige Magie und Schönheit des Universums

Infos unter www.planetarium.berlin

 

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