From Berlin With Love I

Starballerina Polina Semionova brilliert in der Eröffnungsgala des Staatsballetts . Foto: Ingrid Müller-MertensStarballerina Polina Semionova brilliert in der Eröffnungsgala des Staatsballetts . Foto: Ingrid Müller-Mertens

Von Katharina Zawadsky.

In der Berliner Kulturszene geht es langsam wieder voran. Mit Hygieneregeln, Masken, Abstandsgebot. Aber so nach und nach beleben sich erfreulicherweise die Hauptstadtbühnen.

Polina Semionova. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Das Staatsballett Berlin eröffnet die Saison 2020/21 und beginnt mit einer Gala in der Deutschen Oper. Zunächst etwas gespenstisch anmutend im ziemlich leeren Zuschauerraum. Nur etwa ein Drittel der verfügbaren Plätze darf besetzt werden, um Abstände zwischen den Besuchern einhalten zu können. Eine Durchsage empfiehlt das Maskentragen während der ganzen Vorstellung. Bei Erreichen des Platzes können sie allerdings auch abgenommen werden. Die Klimaanlage scheint die Luft – so zumindest der persönliche Eindruck – heftiger als sonst herumzuwirbeln. Man fröstelt leicht. Aber das alles ist vergessen, wenn sich der Vorhang hebt und man nicht ohne emotionale Bewegung auf eine Szenerie blickt, die bis vor Kurzem noch völlig selbstverständlich war und heute zu Freudentränen rührt. Ein kleines Stück Normalität, das dringend gebraucht wird und das wir uns zurückerobern müssen.

Sarah Brodbeck und Vahe Martirosyan. Fotos: Ingrid Müller-Mertens

Auch die Ballett-Gala ist geprägt von der gegenwärtigen Situation. Die Tänzer und Tänzerinnen haben viel Raum und können sich in ihrem ganzen eindrucksvollen Können in einem kontrastreichen Programm mit den unterschiedlichsten Bewegungssprachen präsentieren.

Schwanensee. Iana Salenko und Marian Walter. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Iana Salenko und Marian Walter. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Ksenia Ovsyanick. Foto: Ingrid Müller-Mertems

Ksenia Ovsyanick. Foto: Ingrid Müller-Mertems

Der Spielraum für eigene künstlerische Gestaltung ist groß und vielfältig. Man ist gebannt von der Virtuosität der Solisten. Ist fasziniert von choreographischen Meisterwerken, Raritäten des Repertoires und vollkommen neuen, überraschenden Werken und Interpretationen. Man bestaunt die schier unglaublichen Möglichkeiten an Ausdruckskraft und Körpersprache – die man so komprimiert bei den üblichen Ballettinszenierungen nur selten zu sehen bekommt.

 

Dass Gala-Abende sich vielfältig und bisweilen auch kurzfristig zusammenstellen lassen, erlaubt es dem Staatsballett Berlin, aus der Not organisatorischer Planungsunsicherheit in Corona-Zeiten eine Tugend zu machen und gleich zwei Programme maßzuschneidern : maßzuschneidern: „From Berlin With Love I“ für die Deutsche Oper, „From Berlin With Love II“ für die Staatsoper Unter den Linden folgt in Kürze.

Alexander Abdukarimov, Elisa Carillo Cabrea und Mikhail Kaniskin (Mitte) und Cameron Hunter. Fotos: Ingrid Müller-Mertens

Und so macht das Staatsballett das Beste aus der Situation und kehrt mit einem überwältigenden Auftakt zur Eröffnung dieser ganz besonderen, neuen Spielzeit mit virtuosen Pas de deux, Solo-Variationen und Ensemblestücken zurück auf die Bretter, die für Künstler die Welt bedeuten. Die aber erst durch die Inspiration und Interaktion mit dem Publikum ihren ganzen Zauber entfalten. Selten war das so spürbar.

www.staatsballett-berlin.de

 

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