Tierische Neuigkeiten: Kleine Knutschkugeln und erster Ausflug der Panda-Zwillinge

Der erste Erdmännchen-Nachwuchs seit sieben Jahren im Berliner Zoo. Foto:  © 2020 Zoo BerlinDer erste Erdmännchen-Nachwuchs seit sieben Jahren im Berliner Zoo. Foto: © 2020 Zoo Berlin

Flauschiger Erdmännchen-Nachwuchs im Berliner Zoo gesichtet

Foto: © 2020 Zoo Berlin

Foto: © 2020 Zoo Berlin

 

Ein kleines Stupsnäschen schnuppert vorsichtig aus einem Erdloch heraus – ‚Ist die Luft rein?‘ scheint es zu prüfen. Ein skeptischer Blick in den Himmel, dann wagt sich das kleine Fellknäul weiter aus seinem schützenden Bau. Kurz darauf trippeln seine drei Geschwisterchen mutig hinterher. Mit einer großen Portion Glück konnten Besucher des Zoo Berlin in den vergangenen Tagen Szenen wie diese erleben.

Die Erdmännchen zählen zu den Publikumslieblingen im Zoo Berlin. Vor zwei Jahren bezogen sie ihr neues Eigenheim samt großzügiger Gartenanlage. Das Bodensubstrat aus Lehm und Sand ermöglichte den neuen Hausherren eine eigene, kreative Ausgestaltung von weiteren Kellerräumen unterhalb des Vorgartens. Genau in diesen selbstgebauten Höhlen brachte Mutter Nanni (1) ihre vier Jungtiere – ungeachtet winterlicher Temperaturen – in den ersten Tagen des neuen Jahres zur Welt. Zusammen mit Vater Josta (8) und Tante Hanni (1) bewacht sie ihren Schatz rund um die Uhr.

Fotos: © 2020 Zoo Berlin

Der erste Erdmännchen-Nachwuchs seit sieben Jahren sorgte auch bei den Mitarbeitern des Zoo Berlin für große Begeisterung. Denn lange war es ruhig im Hause Erdmann: Die Wohngemeinschaft war fortgeschrittenen Alters, sodass mit Nachwuchs nicht mehr zu rechnen war. „Bei den Erdmännchen besteht eine Gruppe immer aus einem Alpha-Pärchen und weiteren – meist verwandten – Tieren, die als Helfer bei der Aufzucht agieren“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem das Sozialverhalten der kleinen Raubtiere. „Die Fortpflanzung ist nur Alpha-Männchen und -Weibchen gestattet. Sind diese jenseits des fortpflanzungsfähigen Alters, stehen die Chancen auf Nachwuchs in der Gruppe somit schlecht.“ Das Blatt wendete sich, als 2019 nach dem altersbedingten Tod des bisherigen Alpha-Weibchens zwei junge Erdmännchen-Damen von Augsburg nach Berlin zogen. Das Zusammenstellen einer Erdmännchen-Patchworkfamilie erfordert viel Fingerspitzengefühl. Umso mehr freut sich die Mannschaft rund um Revierleiter Mario Grüßer über die erste Mini-Erdmännchen-Sichtung im Januar: Endlich wieder Trubel bei Familie Erdmann!

Erdmännchen leben in großen Gruppen von bis zu 30 Tieren und sind in Südafrika, Namibia, Angola sowie Teilen Botswanas zu Hause. Hier schlagen sie ihre Lager in bis zu 3 Meter tiefen unterirdischen Höhlen auf, tagsüber jagen sie draußen in der Sonne Spinnen, Käfer und andere Insekten. Ein Erdmännchen der Gruppe hält immer Wache. So kann der Rest der Großfamilie in Ruhe auf Beutezug gehen oder faul in der Sonne herumliegen. Nähern sich Feinde wie Schakale oder Greifvögel, stoßen die kleinen Wachmänner ein schrilles Pfeifen aus und der Rest fegt in die Höhlen. Dieses Verhalten ist auch bei den Erdmännchen im Zoo Berlin zu beobachten. In der Gruppe kümmern sich alle erwachsenen Tiere um die Aufzucht der quirligen kleinen Erdmännchen. Jungtiere kommen das ganze Jahr über zur Welt. Die Würfe umfassen zwischen ein und sieben Babys – rund 80 Tage werden sie gesäugt.

Erster Ausflug für die Panda-Zwillinge im Zoo Berlin

Etwas mühsam erklimmt Pit (Meng Xiang) den dicken Ast der zum mit weichen Rindenmulch gefüllten Badeteich führt, mit Hilfe seiner scharfen Krallen zieht er seinen flauschigen Körper vorwärts. Oben erwartet ihn sein Bruder Paule (Meng Yuan) und begrüßt ihn mit einem beherzten Biss ins Fell. So sieht Geschwisterliebe à la Panda aus! Nachdem die Panda-Zwillinge ihren ersten Ausflug Ende Januar gemeinsam mit Bärenmutter Meng Meng (7) gut überstanden haben ist die Panda-Familie inzwischen endlich auch für die Besucher zu sehen.

Die Bärenbrüder spielen gerne an ihren hölzernen Kletterstationen, am liebsten necken sie sich jedoch gegenseitig.

Die Zwillinge sind schwer auseinanderzuhalten. Links ist Paule ((Meng Yuan) und rechts Pit (Meng Xiang) . Fotos © 2020 Zoo Berlin

Die Zwillinge sind schwer auseinanderzuhalten. Links ist Paule (Meng Yuan) und rechts Pit (Meng Xiang) . Fotos © 2020 Zoo Berlin

Inzwischen haben sie sich schon zu sehr unterschiedlichen Charakteren entwickelt: Pit (Meng Xiang) ist gemütlich, verträumt und immer für ein entspanntes Schläfchen zu haben. Er ist zwar 48 Minuten älter als sein Bruder, zeigt sich bei seinen Erkundungstouren jedoch deutlich zurückhaltender. Pit kann aber auch anders: Wird es ihm beim Spielen zu bunt, weist er seinen Bruder gerne mal mit einem lauten Bellen zurecht.

Paule (Meng Yuan) ist dagegen neckisch, schelmisch, neugierig. Kein Felsen erscheint ihm hoch genug und jedes noch so kleine Astloch wird genauestens untersucht. Er ist ständig auf Erkundungstour.

Bisher besuchten rund 35.000 Panda-Fans die Zwillinge im Berliner Zoo. Alleine am Sonntag kamen über 9.000. Die Panda-Familie ist während der Öffnungszeiten voraussichtlich durchgehend zu sehen. Nur zum Wiegen, Messen und Trinken sind die kleinen Pandas gelegentlich hinter den Kulissen. In voraussichtlich zwei bis vier Jahren werden die Panda-Zwillinge – wie auch in der Natur – eigene Wege gehen und den Zoo Berlin verlassen.

Im Zoo Berlin leben seit Sommer 2017 Deutschlands einzige Große Pandas. Am 31. August 2019 hat Panda-Dame Meng Meng zwei Baby-Pandas (Gewicht: 186 g und 136 g) zur Welt gebracht. Der Vater Jiao Qing (9) ist bei der Aufzucht – wie für Große Pandas typisch – nicht beteiligt. Nach der letzten Zählung des weltweiten Bestandes geht man von nur noch etwa 1.864 ausgewachsenen Großen Pandas im natürlichen Lebensraum aus. Daher wird der Panda auf der Roten Liste für bedrohte Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft. Der Zoo Berlin zahlt eine jährliche Leihgebühr an die Volksrepublik China für die seltenen Bambusbären, welche zu 100 Prozent in den Artenschutz fließt.

www.zoo-berlin.de

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