Tschüss Tristan – Tyrannosaurus rex reist nach Kopenhagen

Große Abschiedsfeier für Saurier Tristan Otto,  vier Jahre lang Publikumsliebling im Berliner Naturkundemuseum. Foto: Ingrid Müller-MertensGroße Abschiedsfeier für Saurier Tristan Otto, vier Jahre lang Publikumsliebling im Berliner Naturkundemuseum. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Großes Abschiedsfest für einen Publikumsliebling am Wochenende im Berliner Naturkundemuseum. Jeweils 10.000 Gäste feierten am Samstag und Sonntag in der Invalidenstraße eine große Familienparty zu Ehren von Tristan Otto. Eines der weltweit vollständigsten Exemplare eines Tyrannosaurus rex wird nun nach vier Jahren in Berlin weiterziehen nach Kopenhagen. Dazu gehörte bei freiem Eintritt am Freitagabend auch eine Party mit Drinks, Live Musik und Tanz – bisher einmalig und spektakulär unter dem riesigen Saurier in der Eingangshalle.

Seinen Namen hat der T.rex von seinen beiden Eigentümern, den dänischen Geschäftsleuten Niels Nielsen und Jens Peter Jensen, die das Skelett nach den Vornamen ihrer Söhne benannten und es dem Berliner Naturkundemuseum kostenlos zur Verfügung stellten.

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Die Fossilien waren 2012 von dem Paläontologen Craig Pfister in der Hell-Creek-Formation in Montana auf einem Privatgrundstück entdeckt und geborgen worden. Die Region ist bekannt für ihre zahlreichen Dinosaurierknochen und ihre Formationen aus der späten Kreidezeit.3

 

Tristan hat das stolze Alter von 66 Millionen Jahren. Er ist zwölf Meter lang, vier Meter hoch und besteht aus 300 einzelnen Knochen, davon sind immerhin 170 originale Fossilien. Sie alle werden nun einzeln in eigens angefertigte Kisten verpackt und per LKW auf die Reise nach Kopenhagen gehen, wo Tristan Otto zweifellos der Star der Ausstellung „König der Dinosaurier“ sein wird. Danach soll er nach Berlin zurückkehren. Kündigt jedenfalls Johannes Vogel, Direktor des Naturkundemuseums, an. Denn Tristan ist ein wichtiger Botschafter für den Umweltschutz und gegen Klimawandel und Artensterben. Denn, so Vogel: „ Vor 66 Millionen Jahren hat es ihn erwischt. Dasselbe sollte uns nicht passieren“.

4Tristan ist Aufmerksamkeit gewöhnt. Etwa drei Millionen Gäste haben ihn im Naturkundemuseum seit 2015 besucht. Dank seiner Anwesenheit hat sich die Gesamtbesucherzahl des Hauses in den letzten Jahren fast verdoppelt und dem Museum vor allem auch einen beachtlichen Schub gegeben bei der wissenschaftlichen Erforschung der Raubsaurier. So hat man im Berliner Naturkundemuseum bereits mithilfe modernster Computertechniken und medizinischer Experten der Charité interessante Entdeckungen machen können zum Gesundheitszustand des T.rex, der einige Rippenbrüche zu verkraften hatte und eine Entzündung im Unterkiefer, dem bislang noch unklaren Zahnwechsel der Riesensaurier oder der ungeheuren Beißkraft ihrer Kiefern, die 57 000 Newton betrug. Der Mensch bringt es bestenfalls auf 1000 Newton.

Tristan Otto begegnet uns in seiner ganzen Schönheit allerdings kopflos. Natürlich thront auf seinem Hals ein Kopf aber der stammt aus dem 3D-Drucker der Technischen Universität Berlin. Der originale Schädel mit seiner Masse von 180 kg wäre für die Installation am Skelett zu schwer gewesen und musste in einer separaten Vitrine präsentiert werden.

Ob es ein Junge oder ein Mädchen war wird für immer ein Rätsel bleiben. Aber seine Magie hat sich positiv ausgewirkt auf das Interesse am Thema Natur in der Gesellschaft, Politik und nicht zuletzt auch auf die Finanzierung. 660 Millionen Euro wurden für die Modernisierung und Erneuerung des Museums von Bund und Land Berlin bewilligt.

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Wenn Tristan Otto wie erhofft, in einem Jahr zurückkommt, wird er andere Bedingungen vorfinden, erläutert Museumschef Johannes Vogel (re) mit sichtlicher Vorfreude.  Er wird Teil des geplanten neuen Wissenschaftscampus des Naturkundemuseums, der in den nächsten zehn Jahren zusammen mit der Humboldt-Universität in der Invalidenstraße entstehen wird. Neue Ausstellungsräume sollen die Schönheit und Vielfalt unserer Natur aber auch ihre Zerbrechlichkeit zeigen und die aktuelle Forschung erlebbar machen. Eine Zukunftsvision, die auch dank Tristan Otto mit seinen 66 Millionen Jahren, nun Wirklichkeit wird.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

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