„Ladies in Red“ auf dem Gendarmenmarkt

Chris de Burgh freut sich mit seinem Gitarristen über die begeisterten Fans. Bild: Ingrid Müller-MertensChris de Burgh freut sich mit seinem Gitarristen über die begeisterten Fans. Bild: Ingrid Müller-Mertens

Traditionell ist der letzte Abend des beliebten fünftägigen Classic Open Air-Festivals auf dem Berliner Gendarmenmarkt meistens für einen internationalen Popstar reserviert. Zur Feier des 25-jährigen Jubiläums gratulierte Irlands wohl berühmtester musikalischer Repräsentant Chris de Burgh nun am Montag an einem lauen Sommerabend, wie er nicht schöner hätte sein können. Und er kam besonders gern. Denn bereits 2003 war der irische Folksänger auf dem Gendarmenmarkt mit seinem Solokonzert frenetisch gefeiert worden. Ein Ereignis, dass nach eigenen Worten zu seinen schönsten Live-Konzerterinnerungen zählt.

Ob diese Erinnerung für den Weltstar am Montagabend zu toppen war ist nicht bekannt. Das Publikum jedenfalls zeigte sich nach anfänglicher Zurückhaltung – was sicher auch der Titelauswahl geschuldet war – zunehmend begeistert. Unter den, in der Mehrzahl mit ihm älter gewordenen Fans, erstaunlich viele „Ladies in Red“. Rote Outfits müssen in den letzten Tagen der Renner in den einschlägigen Shops gewesen sein. Und auch grauhaarige Herren sangen inbrünstig und textsicher jeden Song mit.

Mitreißend präsentierte der irische Star alle Welterfolge seiner über 40jährigen Karriere, sowohl mit seiner eigenen, exzellenten Band, als auch in einem ganz ungewohnten bombastischen Sound mit dem Neuen Sinfonieorchester Berlin. Letzterem muss man ein besonderes Lob aussprechen für die einfühlsame und überaus wirkungsvolle Begleitung in diesem doch eher artfremden Genre.

Chris de Burgh agierte ohne Mätzchen oder künstliche Effekte und beeindruckte mit seiner Natürlichkeit, Spielfreude und dem herzlichen Kontakt zum Publikum. Fast 30 Lieder aus seinen bisher 20 Alben waren zu hören und man konnte den 68jährigen für seine Kondition in diesem dreistündigen Konzert nur bewundern. Gelegentliche stimmliche Schwächen wurden mit einer gewissen Rührung zur Kenntnis genommen. Auch an Weltstars geht das Alter nicht spurlos vorbei.

Natürlich wartete alles auf den allergrößten Hit. Und als sie dann kurz vor Schluss endlich kam, die „Lady in Red“,  gab es nicht enden wollenden Jubel und kein Halten mehr für die Fans, die nach vorn stürmten und den Sänger und alle Beteiligten mit ihrer Begeisterung zu Höchstleistungen und reichlich Zugaben animierten.

www.classicopenair.de

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