25 Jahre Classic Open Air

25 Jahre Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt. Bild: Ingrid Müller-Mertens25 Jahre Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt. Bild: Ingrid Müller-Mertens

von Klara Berger

Ganz offensichtlich kam auch von himmlischer Stelle Dank und Anerkennung zum 25. Geburtstag von Deutschlands wohl attraktivstem Musikfestival „Classic Open Air“ : Bilderbuchwetter auf einem der schönsten Plätze Europas . Denn neben der einzigartigen Kulisse des Schinkel´schen Schauspielhauses und der beiden prächtigen Zwillingsdome auf dem Platz machen vor allem klarer Sternenhimmel und das mediterrane Flair einer lauen Sommernacht den Zauber dieses Festivals aus. Und der war zur Jubiläumsausgabe  optimal.

Aber auch irdische Gratulanten hatten sich eingestellt, um das beliebte Geburtstagskind gebührend zu feiern. Am Eröffnungsabend „First Night – die Jubiläumsgala“ mit Highlights aus 25 Jahren, gaben sich unter vielen anderen, Weltstars wie Ute Lemper, Chris de Burgh, Till Brönner oder Joja Wendt die Ehre. Und das traditionelle Feuerwerk fiel noch etwas üppiger aus als gewohnt.

Am zweiten Abend ging die Reise nach Wien. Aber nicht nur mit der bekannten und immer wieder beliebten Walzerseligkeit. Das Andante aus Mozarts wunderschönem Klavierkonzert No.21 schien wie geschaffen für diesen Abend. Aber auch bekannte Musical-Melodien der Wiener Schule und als Höhepunkt dann die mitreißende Hommage an Udo Jürgens begeisterten nicht nur  Tausende auf dem Platz, sondern auch die vielen Zaungäste dahinter.

Das Konzept von Festivaldirektor Gerhard Kämpfe, dem Initiator von Classic Open Air, ist voll aufgegangen: Ein Mix von Klassik und Classics. Also klassische Musik aber auch Jazz, Rock und Pop verbunden mit einem großen sinfonischen Klangkörper. Rund 750 000 Besucher haben sich in den letzten 25 Jahren daran erfreut. Mittlerweile kommen die Gäste aus ganz Europa und auch anderen Teile der Welt. Zahlreiche Fernsehsender übertragen weltweit. Besonders freut es Gerhard Kämpfe, dass sich die Zielgruppe im Laufe der Jahre verjüngt hat und viele junge Leute nicht nur Eltern oder Großeltern begleiten, sondern inzwischen auch gern selber kommen. Classic Open Air also ein musikalisches Erlebnis für Alt und Jung. Und daran wird auch weiter gearbeitet. Programmgestaltung und Solisten sind auf die gesamte musikalische Bandbreite ausgerichtet. Dafür erhielt Classic OpenAir 2006 auch den begehrten Live-Entertainment-Award, sozusagen der Oscar der Entertainmentbranche.

Eine feste Größe im Programm ist und bleibt allerdings der Abend der italienischen Oper. Dazu wurde – auch eine Tradition – eine komplette Oper eingeladen. Diesmal das Theater Vorpommern mit dem Philharmonischen Orchester und Solisten aus Stralsund und Greifswald. Bei den schönsten Melodien von Verdi, Rossini, Wagner oder Bizet schwelgte eher die ältere Generation. Mit „Gershwin, Bernstein & Friends“ gratulierte schließlich das Konzerthausorchester unter Kristjan Järvi mit Weltstars der Klassik, wie dem taiwanesischen Geigenvirtuosen Ray Chen, dem amerikanischen Pop-Organisten Cameron Carpenter und Sopranistin Nadja Michael.

Altkanzler Helmut Schmidt prägte einmal den vielleicht etwas pessimistischen Satz: „Wer Visionen hat, der sollte besser zum Arzt gehen“. Gerhard Kämpfe hat dies nicht getan, als er vor über 25 Jahren seine Vision von einem populären Musikfestival auf dem Berliner Gendarmenmarkt hatte. Vielen Dank!

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