100 Tage doppeltes Panda-Glück

Nach chinesischer Tradition erhielten  die Berliner Panda-Zwillinge an ihrem Hundertsten Lebenstag ihre Namen und wurden im Beisein des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller und dem chinesischen Botschafter Wu Ken erstmalig öffentlich präsentiert. Foto: Ingrid Müller-MertensNach chinesischer Tradition erhielten die Berliner Panda-Zwillinge an ihrem Hundertsten Lebenstag ihre Namen und wurden im Beisein des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller und dem chinesischen Botschafter Wu Ken erstmalig öffentlich präsentiert. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Von Klara Berger.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

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Ein leichtes Kopfheben und ein müder Blick – die Panda-Zwillinge zeigten sich anlässlich der feierlichen Namensverkündung und ihrem ersten kleinen Ausflug im Zoo Berlin nur minimal beeindruckt. Auch die geladenen Medienvertreter konnten mit eifrigem Kameraklicken und entzückten Begeisterungsrufen die beiden Kuscheltiere nicht aus der Ruhe bringen.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

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Nach rund zehn Minuten in ihrem vorgewärmten gläsernen Bettchen ging es für die beiden zurück hinter die Kulissen, wo Panda-Mutter Meng Meng gemütlich bambusfressend auf sie wartete. Nach chinesischer Tradition wurde am 100. Lebenstag der Nachwuchs gefeiert und die offiziellen Namen der Tiere bekannt gegeben. Die Jungtiere sind die ersten Pandabären, die in einem deutschen Zoo geboren wurden.

Im Zoo Berlin leben seit Sommer 2017 Deutschlands einzige Große Pandas. Am 31. August 2019 hat Panda-Dame Meng Meng (6) zwei Baby-Pandas (Gewicht: 186 g und 136 g) zur Welt gebracht. Der Vater Jiao Qing (9) ist an der Aufzucht – wie für Große Pandas typisch – nicht beteiligt. Nach der letzten Zählung des weltweiten Bestandes geht man von nur noch etwa 1.864 ausgewachsenen Großen Pandas im natürlichen Lebensraum aus. Daher wird der Panda auf der Roten Liste für bedrohte Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft. Dass der Berliner Zoo nun gleich mit einem Zwillingspärchen zur Arterhaltung beitragen kann, ist ein besonders freudiges Ereignis. Gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller und dem Botschafter der Volksrepublik China Wu Ken lüftete Zoo und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem nun dieses bislang streng gehütete Geheimnis: Die beiden Panda-Zwillinge sind Jungs und haben die offiziellen Namen Meng Xiang und Meng Yuan verliehen bekommen.

Pandas erster öffentlicher Auftritt (v.li. nach re.: stehend Aufsichtsratsvorsitzender der Zoologischen Garten Berlin AG Frank Bruckmann, die chinesische Tierärztin Liao Lihui, Panda-Revierleiter Norbert Zahmel, stellvertretender Leiter der Panda Base Jingchao Lan. Vorn der chinesische Botschafter Wu Ken, Zoo- und Tierpark Direktor Dr. Andreas Knieriem und der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller)© 2019 Zoo Berlin

Pandas erster öffentlicher Auftritt (v.li. nach re.: stehend Aufsichtsratsvorsitzender der Zoologischen Garten Berlin AG Frank Bruckmann, die chinesische Tierärztin Liao Lihui, Panda-Revierleiter Norbert Zahmel, stellvertretender Leiter der Panda Base Jingchao Lan. Vorn der chinesische Botschafter Wu Ken, Zoo- und Tierpark Direktor Dr. Andreas Knieriem und der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller)© 2019 Zoo Berlin

Die Übersetzung der Namen bilden im chinesischen eine stimmige Einheit und bedeuten so viel wie Ersehnter Traum (Meng Xiang) und Erfüllter Traum (Meng Yuan). „Wie im deutschen Gebrauch ist die Namensvergabe auch in der chinesischen Tradition sehr wichtig, denn Namen tragen Segen und Hoffnung. Mit den Namen Meng Xiang und Meng Yuan für die jungen Pandas, die im Chinesischen „Träume verwirklichen“ bedeuten, möchten wir unsere besten Glückwünsche für die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern und Völkern überbringen“, erklärte Botschafter Wu Ken.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

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Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, outete sich sogleich als Panda-Fan: „Mit großer Freude haben die tier- und zoobegeisterten Berlinerinnen und Berliner bisher schon die Entwicklung unserer beiden Berliner Pandas verfolgt. Sie sind ein wunderbares Geschenk für unsere Stadt und im 175. Jubiläumsjahr besonders für den Zoo Berlin. Ich freue mich, dass ich beim nächsten Schritt auf dem Lebensweg unserer beiden Neu-Berliner dabei sein konnte und ihnen das erste Mal persönlich begegnet bin“.

Die Zwillinge bringen mit ihren mittlerweile dreieinhalb Monaten über 6 kg auf die Waage und starten bereits erste Gehversuche. Voraussichtlich Anfang kommenden Jahres – sobald die Zwillinge mobil genug sind, um ihrer Mutter sicher zu folgen – werden auch die Zoo-Besucher die Panda-Familie kennenlernen. Der Nachwuchs wird die kommenden zwei bis vier Jahre in Berlin verbringen, anschließend werden die Zwillinge nach China ziehen.

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