Mauerfall-Feierlichkeiten: Berlin verwandelt sich 7 Tage in ein Open-Air-Festivalgelände

7 Tage Open Air Festival zum 30jährigen Mauerfalljubiläum. Auch die East Side Gallery wird einbezogen.7 Tage Open Air Festival zum 30jährigen Mauerfalljubiläum. Auch die East Side Gallery wird einbezogen.

Erzählende Orte“, „Sprechende Fassaden“, „Schwebende Botschaften“ und noch vieles mehr bieten die offiziellen Feierlichkeiten zum 30.Jahrestag des Mauerfalls am 9. November.

Diesmal wird es, anders als bei den runden Mauerfalljubiläen der vergangenen Jahre, nicht den einen großen Staatsakt geben, sondern vom 4. bis zum 10. November eine ganze Festivalwoche unter dem Motto „7 Tage – 7 Orte“. An sieben Originalschauplätzen der Friedlichen Revolution verwandelt sich Berlin sieben Tage lang in ein großes Open-Air-Ausstellungs- und Veranstaltungsgelände. Mit über 200 Veranstaltungen, sieben Open-Air-Ausstellungen, 3D-Videoprojektionen an Häuserfassaden, Augmented Reality-Projekten sowie der Bühnenshow am Abend des 9. November am Brandenburger Tor erinnern die Feierlichkeiten auf vielfältigste Weise an die Menschen, die 1989 in der DDR der SED-Diktatur mutig die Stirn boten, auf die Straße gingen und mit einer friedlichen Revolution die Mauer zu Fall brachten. Zugleich gedenken sie der Opfer des tödlichen Grenzregimes und aller anderen Opfer der kommunistischen Diktatur.

Videoprojektionen auf dem Alexanderplatz. Bild: Kulturprojekte Berlin

Videoprojektionen auf dem Alexanderplatz.

Gigantische Bühnenshow

Der Mauerfall, das bedeutendste Ereignis der jüngeren Berliner, deutschen und europäischen Geschichte gefeiert wird am 9.November vor dem Brandenburger Tor mit einer gigantischen Bühnenshow gefeiert. Eine crossmediale Inszenierung, die den Fall der Mauer wieder erlebbar macht und mit Musik, Schauspiel- und Lichtperformances und Gesprächen mit Bürgerrechtler*innen. Die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, Anna Loos, Trettmann, Dirk Michaelis, Zugezogen Maskulin und Die Zöllner werden unter anderen vor einem imposanten Videodome als zentraler Projektionsfläche auftreten. Danach laden 27 Clubs mit DJs aus verschiedenen Ländern zu, Feiern ein.

Während der Woche gibt es zahlreiche Konzerte: Patti Smith und Tony Shanahan werden in der symbolträchtigen Gethsemanekirche ihr Konzert „Mauern werden einstürzen“ spielen, die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot wird auftreten. In der Stasi-Zentrale in Lichtenberg spielt die Punkband Anti X und erinnert an den Punk in der DDR. Genau an dem Ort, an dem am 15. Januar 1990 die wichtigste Machtstütze der SED besetzt wurde.

Kunstinstallation am Brandenburger Tor

_Kunstinstallation am BrandenburgerTor © Patrick Shearn of Poetic Kinetics Bild: Kulturprojekte Berlin

_Kunstinstallation am BrandenburgerTor © Patrick Shearn of Poetic Kinetics Bild: Kulturprojekte Berlin

Eindrucksvoll wird sicherlich auch die spektakuläre Kunstinstallation am Brandenburger Tor sein. 30.000 im Himmel schwebende Botschaften werden unter dem Motto „Deine Vision im Himmel über Berlin“ über der Straße des 17. Juni flattern. In Anlehnung an die Transparente, die bei den Demonstrationen der Friedlichen Revolution getragen wurden, setzten sich Zehntausende in den vergangenen Monaten bei Workshops, Veranstaltungen und Aktionen in Schulen, Kirchen, auf der Straße wie auf Festivals mit dem Thema auseinander und hinterließen unter der Überschrift „Deine Vision im Himmel über Berlin“ ihre Botschaften.

Sieben Open-Air-Ausstellungen beleuchten an der Gethsemanekirche, dem Alexanderplatz, dem Brandenburger Tor, dem Kurfürstendamm, der Stasi-Zentrale, dem Schlossplatz und der East Side Gallery die Ereignisse von 1989/90 an originalen Schauplätzen der Friedlichen Revolution und liefern zugleich das thematische Fundament für die künstlerische Auseinandersetzung in Form von großflächigen 3D-Videoprojektionen. Täglich nach Einbruch der Dunkelheit versetzen historische Filmaufnahmen kombiniert mit eindrucksvollen Licht- und Soundeffekten die Besucher*innen in die Atmosphäre der Jahre 1989 und 1990. So macht etwa die 15-minütige Story auf dem Alexanderplatz am Alexanderhaus die Forderungen Hunderttausender Demonstrant*innen erlebbar, die hier am 4. November 1989 selbstbewusst der SED-Führung entgegen traten. Am Humboldt Forum wird die historische Fassade des ehemaligen Palasts der Republik wieder sichtbar und die wichtigen Stationen und Ereignisse auf dem Weg zu einer demokratischen DDR beleuchtet. Über 200 Veranstaltungen greifen unterschiedlichste Themenschwerpunkte auf und schlagen die Brücke in die Gegenwart – vom Punkrock-Konzert in der Stasi-Zentrale, Poetry Slams an der East Side Gallery über Zeitzeug*innengespräche am Breitscheidplatz bis zu Theaterperformances auf dem Alexanderplatz.

Virtuell in die Geschichte eintauchen

Die Berliner Mauer in 3D mit der App FotoStefanVincent

Die Berliner Mauer in 3D mit der App FotoStefanVincent

Besucher*innen können mit der Augmented-Reality-App MauAR und den Augmented-Reality-Stories via Facebook Messenger virtuell in die Geschichte eintauchen. Durch diese besondere Form der erweiterten Realitätswahrnehmung, kann man entlang des Mauerstreifens laufen und erhält bewegliche 3D-Modelle der Mauer auf seinem Display, hört Zeitzeugen-Geschichten oder läuft virtuell über den sogenannten Todesstreifen. Das Besondere: In der App kann man vier verschiedene Zeitpunkte – 1961, 1969, 1981 und 1989 – ansteuern und sehen, wie die Mauer die Stadt über drei Jahrzehnte prägte.

Das gesamte Programm im Internet unter www.mauerfall30.berlin

Unter www.mauar.berlin kann man die App MauAR kostenlos herunterladen, die die Berliner Mauer per Smartphone oder Tablet visualisiert.

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