Schalom Berlin – Highlights der Jüdischen Kulturtage 2019

Jüdische Kulturtage auch in Europas größter und schönster Synagoge in der Rykestraße. Foto: Ingrid Müller-MertensJüdische Kulturtage auch in Europas größter und schönster Synagoge in der Rykestraße. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Von Klara Berger.

Schalom, der traditionelle jüdische Gruß seit biblischen Zeiten hat viele Bedeutungen. Vor allem will er sagen: „Ich hoffe, es geht dir gut und du lebst mit dir und mit anderen im Frieden“- Eine Botschaft und ein Wunsch, der aktueller nicht sein könnte.

Freuen sich auf die Veranstaltungen: (v.li)Andrej Hermlin mit Rachel und David Hermlin, Avi Avital, Sabra Lopes mit ihrer Puppe Mascha Kaleko. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Freuen sich auf die Veranstaltungen: (v.li) Andrej Hermlin mit Rachel und David Hermlin, Avi Avital, Sabra Lopes mit ihrer Puppe Mascha Kaleko. Foto. Ingrid Müller-Mertens

Seit nunmehr 32 Jahren veranstaltet die Jüdische Gemeinde zu Berlin ein Kulturfest, das einen einzigartigen Einblick bietet in jüdisches Leben und die Vielseitigkeit jüdischer Kultur. Unter dem Motto „Schalom Berlin“ – Zehn Tage Jüdische Kultur von Berlin bis Moskau, hat man die Qual der Wahl zwischen zahlreichen hochkarätigen Veranstaltungen. Dabei geht es um Vergessenes und Erinnertes, Freudvolles und Nachdenkliches, Begegnungen und – getreu dem Motto – gemeinsames friedliches Miteinander. Mit Jazz, Soul, Pop, Rock, Weltmusik, Synagogaler Musik, Klassik, Comic, Literatur, Vorträgen, öffentlichen Gottesdiensten und einem großen Fest bieten die Festivaltage auch nicht jüdischen Besuchern die Möglichkeit, das jüdische Leben in vielen Facetten kennenzulernen. Das Angebot reicht von Musik, Literatur, Humor, Geschichten und Geschichte, Lesungen, Vorträgen und Ausstellungen bis hin zum Familienfest. Die Liste der eingeladenen Künstler ist bunt und vielfältig wie das Judentum selbst auch.

"Nicht ohne meine Stradivari" - Violinstar Yuri Revich. Foto: Ingrid Müller-Mertens

„Nicht ohne meine Stradivari“ – Stargeiger Yuri Revich. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Dabei sind neben den Weltstars der jüdischen Populärmusik The Klezmatics u.a. der Starviolinist Yury Revich mit seinem Programm „Russian Soul“, die israelischen Musiker Avi Avital, der als der weltbeste, für den Grammy nominierte Mandolinenspieler gilt. Yasmin Levy, eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Worldmusic-Szene, die vor allem in Ladino, der Sprache der sephardischen Juden singt. Katja Riemann widmet Edgar Hilsenrath einen literarisch-musikalischen Abend. Nissim Black, der „Rapper mit der Kippa“ gibt ein Konzert im Columbia Theater.

Katja Riemann. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Katja Riemann. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Simone Thomalla gehört zum Ensemble von „Lerne lachen, ohne zu weinen“, einem humoristisch-literarischen Stück im Renaissance-Theater mit Texten von Ephraim Kishon, Kurt Tucholsky, Mascha Kaleko und Woody Allen. Und natürlich darf auch Andrej Hermlin mit seinem Swing Dance Orchestra nicht fehlen, der sich diesmal mit seinem erfolgreichen Programm „Russian and American Jewish Swing“ vor allem den großartigen Swing-Titeln russischer jüdischer Komponisten der 30er und 40er Jahre widmet.

Zum bunten, fröhlichen Balagan-Day mit jüdischer Kulinarik, Bühnenprogramm jüdischer Berliner Künstler und Puppentheater lädt die Jüdische Gemeinde große und kleine Gäste ein. An den 9. November 1938 wird mit einer Gedenkveranstaltung erinnert. Der 9. November wird allerdings auch von einer anderen Seite beleuchtet: Dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 folgte durch die Zuwanderung von vielen Menschen aus den GUS-Staaten eine Verdreifachung der Mitgliederzahlen der jüdischen Gemeinden in Deutschland, die heute wieder etwa 12.000 Mitglieder hat. Ein Schwerpunkt der Jüdischen Kulturtage Berlin liegt daher in diesem Jahr auch auf der russisch-jüdischen Kultur.

Die Jüdischen Kulturtage Berlin 2019 finden an elf Locations in Berlin statt: Synagoge Rykestraße, Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Jüdisches Gemeindehaus Fasanenstraße, Renaissance-Theater Berlin, Geistesblüten, Vaganten Bühne, Ibero-Amerikanisches Institut, Ballhaus Berlin, Columbia Theater, Literaturhaus Berlin, Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund.

Karten für die Jüdischen Kulturtage Berlin gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, bei Ticketmaster, in den meisten Fällen an den Theaterkassen der Spielstätten und unter www.juedische-kulturtage.org

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