Cher in Berlin – Mamma Mia, was für ein Abend!

Pop-Ikone Cher begeisterte in Berlin . Foto: Ingrid Müller-MertensPop-Ikone Cher begeisterte in Berlin . Foto: Ingrid Müller-Mertens

Wenn jemand mit Grandezza „Ich bin 73“ in die Halle ruft und über 12.000 Menschen in frenetischen Jubel ausbrechen, dann kann es eigentlich nur eine sein: Cher! Am Donnerstagabend begann sie in der seit Wochen ausverkauften Berliner Mercedes-Benz-Arena ihre Europatournee.

Die begeisterten Fans verzeihen ihr, dass sie eine knappe Stunde auf sich warten ließ. Schließlich haben sie seit ihrer letzten Deutschlandtour fast 15 Jahre lang auf diesen Moment gehofft. Und das Warten hat sich gelohnt: Die Pop-Ikone bietet ein Showspektakel, wie man es kaum je erlebt hat. Mit ihrer Vegas-Show “Here we go again” präsentiert sie prägnante Stationen ihrer bewegten Biografie.

 

Mit blauer XXL-Perücke und goldenem Mikrofon erscheint sie auf der Bildfläche: Makellos, Topfigur, die unverwechselbare rauchige Stimme. Man ist verblüfft und fragt sich einen Augenblick, ob sie das wirklich ist. Aber nach dem ersten Song „Woman´s World“ gibt es keinen Zweifel mehr. Und beim folgenden „Strong Enough“ kein Halten. Ekstatisch feiert das Publikum die scheinbar alterslose Pop-Göttin, umgeben von Tänzerinnen und Tänzern in wechselnden schillernden Kostümen. Und natürlich brilliert auch die Diva mit einem Feuerwerk wechselnder Outfits, passend zu jedem Song von folkloristisch bunt bis edel oder sexy gewagt. Und ebenso die Perücken. Ein bisschen Bollywood-Kitsch darf auch sein.

Beim Mega-Hit „I Got You Babe“ dann auch ein sehr emotionaler Moment, wenn sie im knallpinken 70iger-Jahre Anzug ein Video Duett mit ihrem inzwischen verstorbenen Ex-Mann Sonny singt – die Ehe wurde bereits 1975 geschieden. Besonders schrille Kostüme bei den drei ABBA-Songs „Fernando“, „Waterloo“ und „SOS“. Im Musical-Film „Mamma Mia! Here We Go Again“ begeisterte Cher vergangenes Jahr weltweit.

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Ganz im Stil der großen Shows von Las Vegas – wo sie seit Jahren eine feste Größe ist – ein fröhlicher Monolog zur Einleitung. „In Amerika bin ich ziemlich lustig, ich bin nicht sicher, wie das hier klappt“, gestand Cher eingangs. Erzählt von abgesagten Auftritten bei David Letterman („die unfreundliche Version von Thomas Gottschalk“) und darüber, dass sie das Alter hasst. Aber: „Alt sein heißt nicht, gleich hinüber sein“, ruft die scheinbar ewig junge 73-Jährige. Und: „Alle Mädchen sollen wissen, dass sie alles tun können“!

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Cher bleibt ihrem Publikum nichts schuldig. Die temporeiche Show ist perfekt durchgetaktet, das Zusammenspiel zwischen Videofilmen, Band und der realen Bühnenszenerie minutiös kombiniert, alles läuft wie am Schnürchen. Und trotzdem bleibt Cher bei aller bewundernswerten Perfektion immer ganz sie selbst, natürlich, herzlich dem Publikum zugewandt und vermittelt unbändige Lebensfreude und Vitalität.

Fotos: Berliner Umschau

Weitere Termine in Deutschland:

03.Oktober in München, 05.Oktober in Köln, 11.Oktober in Mannheim und 13.Oktober in Hamburg

 

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