Schlosspark Theater: Wenn der Vater mit dem Sohne

Ein Fest für Hallervorden-Fans: Ab 7.September im Schlossparkthater „Adel verpflichtet“ mit Dieter und Johannes Hallervorden (li) in verschiedenen Rollen. Fotomontage: DERDEHMEL/UrbschatEin Fest für Hallervorden-Fans: Ab 7.September im Schlossparkthater „Adel verpflichtet“ mit Dieter und Johannes Hallervorden (li) in verschiedenen Rollen. Fotomontage: DERDEHMEL/Urbschat

Von Volker Neef.

Foto: DERDEHMEL/Urbschat

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Das von Dieter Hallervorden geführte Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz geht in die 11. Saison. Im Rahmen einer Pressekonferenz ließ Dieter Hallervorden die vergangenen zehn Jahre noch einmal Revue passieren. Der populäre Schauspieler und Kabarettist  hatte 2008 dem damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit mit vielen anderen Bewerbern ein Konzept zur Wiederherstellung des Schauspielbetriebs im bereits 1804 als Gutshaus Steglitz im klassizistischen Stil erbauten Hauses vorgelegt  und den Zuschlag erhalten. Es war ein Herzenswunsch von Dieter Hallervorden , das traditionsreiche Schlossparktheater, das ab 2006  vor sich hin rottete, wieder zu beleben. Dafür investierte er eine Millionensumme aus seinem Privatvermögen.

Zuvor hatte das Haus glorreich Zeiten erlebt: 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg führte Boleslaw Barlog das Theater 27 Jahre lang bis 1972 und inszenierte über 100 Stücke. Unter anderem gehörten Hildegard Knef, Klaus Kinski und Martin Held zum Ensemble.

In der Nachkriegszeit feierten deutschsprachige Erstaufführungen berühmter zeitgenössischer Dramatiker hier Premiere, so zum Beispiel 1953 Samuel Becketts bekanntes Stück „Warten auf Godot“ in der Regie von Karl Heinz Stroux. Hildegard Knef hatte im Schlossparktheater ihr Theaterdebüt.

1950 wurde das Schlossparktheater als Teil des Schillertheaters zum Staatstheater ernannt und war dessen kleinere Spielstätte. Weitere große Namen zu damaliger Zeit auf oder hinter der Bühne waren: Klaus Kinski, Erich Schellow, Johanna von Koczian, Klaus Kammer, Gudrun Genest, Bernhard Minetti, Berta Drews, Walter Franck, Marianne Hoppe, Carl Raddatz, Arthur Wiesner und Peter Ustinov.

Nach der Schließung der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin im Jahre 1993 wurde das Schlossparktheater zunächst als Privattheater betrieben aber nach verschiedenen gescheiterten Anläufen, das Theater wieder profitabel zu machen,  2006 geschlossen.

Ensemble des Schlosspark Theaters. Foto: Volker Neef

Ensemble des Schlosspark Theaters. Foto: Volker Neef

Im Dezember 2008 übernahm dann Dieter Hallervorden das Schlosspark Theater (jetzt in 2 Worten geschrieben!), um es unter seiner Leitung als Sprechtheater ohne festes Ensemble zu bespielen und aus dem „Dornröschenschlaf“ wieder „wach zu küssen“. Ein riskantes Unternehmen, das Hallervorden humorvoll kommentierte:  „Damals dachten alle, der Prinz ist zu alt, das Dornröschen wieder wach zu küssen. Und nun? Die Antwort lautet: Das Theater lebt“!  Hart ging er auch mit einigen Berliner Kulturpolitikern um! Für sie ist Kunst nur, wenn man Schiller, Goethe, Kleist und Brecht spielt. „Das Boulevardtheater wird gerne übersehen.“ Dabei erfüllt jedes Boulevardtheater auch höchste kulturelle Ansprüche. „Da urteilen Parlamentarier über mein Theater, die nicht ein einziges Mal hier bei mir zu Gast gewesen sind.“

Johannes (li) und Dieter Hallervorden gemeinsam auch der Bühne de Schlosspark Theaters. Foto: Volker Neef

Johannes (li) und Dieter Hallervorden gemeinsam auch der Bühne des Schlosspark Theaters. Foto: Volker Neef

Eine Premiere ganz besonderer Art konnte Dieter Hallervorden verkünden! In der 11. Saison unter seiner Leitung heißt es sozusagen erstmals: „Wenn der Vater mit dem Sohne.“ Damit ist allerdings nicht das gleichnamige und 1955 mit Heinz Rühmann und Oliver Grimm in den Hauptrollen verfilmte Stück gemeint. Johannes Hallervorden (20) tritt gemeinsam mit dem Herrn Papa in dem Stück „Adel verpflichtet“ auf. Dabei handelt es sich um eine kohlrabenschwarze Komödie von Dogberry und Probstein, frei nach dem Roman „The Autobiography of a Criminal“ von Roy Horniman (1874 bis 1930). Regisseur des Stückes ist Anatol Preissler. Der Papa und der Sohn haben jeweils zahlreiche Rollen inne. Dieter Hallervorden ist in den Rollen der etwas älteren Herrschaften auf der Bühne zu sehen. Johannes stellt die Jüngeren dar. Premiere ist am 7. September.

 www.schlossparktheater.de

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