Nachts im Museum – 75 Berliner Museen öffnen ihre Türen

75 Berliner Museen öffnen für eine Nacht ihre Türen. Foto: Lange Nacht der Museen-Oana Popa75 Berliner Museen öffnen für eine Nacht ihre Türen. Foto: Lange Nacht der Museen-Oana Popa

Wenn Menschen in einer einzigen Nacht von Dr. Motte durch sein Berlin der 90er geführt werden, bei einer DadaTataZirkus-Sause jonglieren, psychedelische Lichtshows  und Batik-Kleider aus der Flower-Power-Ära bewundern, Kammermusik im Schloss hören, zu Hip-Hop unter der Synagogenkuppel tanzen, Bauhaus-Designklassiker ausprobieren und einen Flug durchs Weltall machen – dann ist Lange Nacht der Museen. 75 Museen bieten in diesem Jahr am 31.August von 18.00 bi 2.00 Uhr ein besonders abwechslungsreiches Programm für alle. Ob treue Museumsnachtschwärmer oder Neuling, ob Museumsfan oder Museumsmuffel, Achtzig- oder Sechsjährige, erfahrungsgemäß sind Tausende auf den Beinen und genießen das reiche Kulturangebot der Hauptstadt. Seit Gründung im Jahre 1997 hat sich das populäre Event immer weiter vergrößert.

Andrang vor dem Alten Museum. Foto: Sergej Horovitz

Andrang vor dem Alten Museum. Foto: Sergej Horovitz

„Die Lange Nacht der Museen erreicht mit ihrem vielfältigen Programm, den besonderen Gästen und Formaten wie Kurzführungen und Mitmachangeboten auch Menschen, die sonst selten oder nie ins Museum gehen.  Kulturprojekte Berlin entwickelt gemeinsam mit den Museen jedes Jahr ein neues spannendes Programm – mit Erfolg: Die Lange Nacht der Museen verzeichnet nicht nur steigende Publikumszahlen, sondern zählt immer mehr Erst-Besucher zu ihren Gästen: Im Jahr 2018 lag deren Anteil bei 54%. Und nicht nur viele Besucher werden in diesem Jahr wieder neu dabei sein, auch 10 Museen steigen dieses Jahr ins Programm ein und sorgen für noch mehr Vielfalt: Neben Pergamonmuseum. Das Panorama, PalaisPopulaire oder der Neuen Synagoge Berlin – Centrum Judaicum sind auch kleinere dabei wie z.B. Schloss Biesdorf, das Heimatmuseum Zehlendorf oder die Wanderausstellung „Der Krieg und ich“. Ein Neuzugang ist auch die James-Simon-Galerie, auf deren großer Freitreppe die Lange Nacht der Museen um 18 Uhr eröffnet wird. Das Landesjugendballett setzt dabei den Chipperfield-Bau spektakulär in Szene. Besucher zentren befinden sich neben der James-Simon-Galerie, am Brandenburger Tor/Straße des 17. Juni und am Potsdamer Platz.

 

Eine Auswahl aus dem reichhaltigen Angebot zu treffen ist schier unmöglich. Hier eine kleine Auswahl:

Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin: Seit über 250 Jahren entstehen in der KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin Porzellane in filigranster Handarbeit. Sie gehört zu den ältesten Manufakturen Europas und ist nun mit einem Bauhausschwerpunkt wieder bei der Langen Nacht der Museen dabei.

Heimatmuseum Zehlendorf: Das Heimatmuseum Zehlendorf im historischen Schulhaus von 1828 zeigt u.a. die Sonderausstellung „100 Jahre Bauhaus in Zehlendorf“.

Haus Bastian: Das Galeriehaus am Kupfergraben entstand nach einem internationalen Architekturwettbewerb, den das Büro von David Chipperfield Architects gewann. Es wird ab Herbst 2019 als Zentrum für kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin genutzt werden.

Historischer Hafen an der Fischerinsel, der zu Fahrten auf dem Dampfschiff „Andreas“ einlädt.

PalaisPopulaire Das PalaisPopulaire im ehemaligen Prinzessinnenpalais lädt ein zur Ausstellung „Summer of Love – Art, Fashion and Rock and Roll“. Mit interaktiven Musik- und Lichtshows und einer einmaligen Sammlung von ikonischen Rockplakaten, „Flower-Power“-Mode, Fotografien, Psychedelic Art und Plattencovern geht die Reise in das Jahr 1967 und somit ins Herz der Hippie- und Beatnikbewegung in San Francisco.

Pergamon: Das Panorama Das 30 Meter hohe Pergamon-Panorama von Yadegar Asisi gegenüber der Museumsinsel lädt die Besucher*innen ein, über den Burgberg der antiken kleinasiatischen Stadt zu blicken und in das Pergamon des Jahres 129 n. Chr. einzutauchen.

Stiftung Neue Synagoge BerlinCentrum Judaicum: In der Neuen Synagoge mit ihrer weithin sichtbaren Kuppel lesen und musizieren Prominente und führen durch die neue Dauerausstellung. Mit dabei sind unter anderem Kantor Jochen Fahrenkamp und Swing-Musiker Andrej Hermlin.

Schloss Biesdorf Das Schloss Biesdorf zeigt wechselnde Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst, richtet immer wieder auch den Fokus auf das künstlerische Erbe und die Kunst der DDR und ist ein Ort für Veranstaltungen.

Berliner Medizinhistorisches Museum: Die Sonderausstellung „Auf Messers Schneide. Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch zwischen Medizin und Mythos“ beleuchtet das Leben und Wirken des berühmten Charité-Chirurgen, an dem sich die Geister bis heute scheiden.

Gropius Bau: In der Gruppenausstellung „Garten der irdischen Freuden“ interpretieren über 20 internationale Künstler*innen das Motiv des Gartens als eine Metapher für den Zustand der Welt, um die komplexen Zusammenhänge unserer chaotischen und zunehmend prekären Gegenwart zu erforschen.

Rahmenprogramm

Auch in diesem Jahr wird es wieder ein vielseitiges Rahmenprogramm geben. Viele Museumsräume Berlins werden zu Bühnen oder verwandeln sich in Klangräume und Tanzparketts, so z.B.:

Nineties Berlin In der Alten Münze legt der Vater der Loveparade Dr. Motte eine Stunde lang auf und führt durch die Sonderausstellung „Dr. Mottes Loveparade“ und damit mitten hinein in die anarchischen Neunzigerjahre.

Deutsches Historisches Museum:Im Zeughaushof des Deutschen Historischen Museums spielt das „Rufus Temple Orchestra“ aus Berlin Hot Jazz aus New Orleans und lässt die Zwanzigerjahre aufleben.

Deutsches Technikmuseum: Das einzigartige Universal Druckluft Orchester, ein Ensemble mechanischer Musikapparaturen und sein Musikmaschinist, präsentieren mit „Musik auf Rädern“ schöne Melodien und flotte Rhythmen in einzigartiger Darbietung.

Jüdisches Museum Berlin: Im Jüdischen Museum wird die Vielfalt jüdischen Lebens durch die DJs Soul Bait und Syriantal lebendig. Sie mischen Old-School-Disco mit hebräischen Melodien und Soul Covers mit der Berliner Elektro-Szene.

Märkisches Museum: Hier intonieren die „Herren von der Tankstelle“ Schlager und Hits aus alten Ufa-Tonfilmen

Museum für Kommunikation Berlin: Der Maestro des Diabolo Guillaume Karpowicz präsentiert seine neodadaistische Show und der Artist Vincent Bruyninckx seine energetisch absurde Einreifen-Rad-Akrobatik. Zu hören sind Zirkus-Tanzmusik und Dada-Poetik mit Annika von Trier und der funky Micro Brass Band.

Und damit man möglichst stressfrei die gewünschten Museen erreichen kann, werden auch in dieser Nacht wieder die bewährten Shuttlebusse der BVG die Besucher quer durch die Stadt bequem und zuverlässig auf verschiedenen Routen zum Museum ihrer Wahl befördern. Auch das gehört zur besonderen Attraktion des Events. Und das alles mit nur einem Ticket für 18 €, ermäßigt 12 €. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Die Tickets gelten ab 18 Uhr für alle teilnehmenden Museen, für den öffentlichen Nahverkehr (15 bis 5 Uhr, Tarifbereich ABC) sowie für die Shuttle-Busse auf insgesamt acht Routen.

Das komplette Programm unter:     www.lange-nacht-der-museen.de

 

 

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