Kirill Petrenko präsentiert sich den Berlinern mit Beethovens Neunter am Brandenburger Tor

Kirill Petrenko, der neue Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, will sich am kommenden Sonnabend mit einem Open-Air-Konzert vom Brandenburger Tor vorstellen. Foto: Berliner Philharmoniker/Monika Rittershaus.Kirill Petrenko, der neue Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, will sich am kommenden Sonnabend mit einem Open-Air-Konzert vom Brandenburger Tor vorstellen. Foto: Berliner Philharmoniker/Monika Rittershaus.

Das gab es noch nie! Anlässlich seines Amtsantritts will sich Kirill Petrenko, den die Berliner Philharmoniker zum Nachfolger ihres bisherigen Chefdirigenten Simon Rattle gewählt haben, am kommenden Sonnabend mit einem Open-Air-Konzert den Berlinerinnen und Berlinern vorstellen. Natürlich bei freiem Eintritt und natürlich an einem  besonders symbolträchtigen Ort: Dem Brandenburger Tor. Eine Kulisse, die nicht eindrucksvoller sein könnte, für die Aufführung eines der größten symphonischen Meisterwerke des 19. Jahrhunderts: die Neunte Symphonie von Ludwig van Beethoven.

Kirill Petrenko. Foto: Berliner Philharmoniker/Stephan Rabold

Kirill Petrenko. Foto: Berliner Philharmoniker/Stephan Rabold

Nur dieses Werk sei für den Beginn seiner Zeit in Berlin in Frage gekommen, bekennt Petrenko, „Die Neunte enthält alles, was uns als Menschheit auszeichnet – das Gute und das Böse“. Der im westsibirischen Omsk geborene Kirill Petrenko ist der siebte Chefdirigent des 1882 gegründeten Orchesters. Ein Porträt mit Video-Ausschnitten unter www.petrenko-live.de/de/portrait/

Nach wie vor ist die humanistische Botschaft Ludwig van Beethovens hochaktuell, dessen 250.Geburtstag im nächsten Jahr die Philharmoniker mit zahlreichen Konzerten und einer konzertanten Opernaufführung feiern werden. Sein hochaktueller Appell, Gegensätze und Grenzen zu überwinden soll vom Brandenburger Tor auch in Gedenken des Mauerfalls vor 30 Jahren in die Welt getragen werden. Der grandiose Finalsatz mit dem Schlusschor über Schillers Ode „An die Freude“ könnte aber auch nicht eindringlicher den Enthusiasmus zum Ausdruck bringen, mit dem der neue Chefdirigent und die Philharmoniker in die gemeinsame Zukunft starten, befindet Intendantin Andrea Zietzschmann. Der russische Maestro brenne darauf, klassische Musik in alle Schichten der Gesellschaft zu tragen und für Alle zugänglich zu machen.

„Dieses Projekt war eine der größten Herausforderungen meiner Karriere“, erklärt Andrea Zietzschmann zum Open-Air-Konzert. Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen.  Im Vorfeld gab es vor allem in Bezug auf die Sicherheit viele Bedenken. Schließlich habe man sich mit Polizei, Verkehrslenkung und Feuerwehr auf bis zu 32 000 Zuschauer geeinigt. Über drei Eingänge wird das eingezäunte Gelände auf der Tiergartenseite des Tors zugänglich sein, von Norden und von Süden her jeweils in der Ebertstraße und von Westen her an der Straße des 17. Juni auf Höhe der Yitzhak-Rabin-Straße. Alle drei Eingänge sind barrierefrei und bieten einen Service, der die Rollstuhlfahrer bei Bedarf abholt und zur Tribüne geleitet.

Die beiden Intendantinnen, Patricia Schlesinger (li) vom rbb und Andrea Zietzschmann (Berliner Philharmoniker) freuen sich auf ihr gemeinsames Projekt. Foto: Stephan Rabold

Die beiden Intendantinnen, Patricia Schlesinger (li) vom rbb und Andrea Zietzschmann (Berliner Philharmoniker) freuen sich auf ihr gemeinsames Projekt. Foto: Stephan Rabold

Und natürlich stellt ein solches Open-Air-Konzert auch das Orchester vor eine harte Bewährungsprobe. Aber für alle sei es eine Herzensangelegenheit.  Im Gegensatz zum akustisch perfekten Konzertsaal muss die Beschallung im Freien durch ein originalgetreues Soundsystem erfolgen. Die Kollegen vom Rundfunk machen es möglich. Da das Ereignis vom rbb-Fernsehen live übertragen wird, werden 60 Mitarbeiter über 11 Kameras und 60 Mikrofone, für die fünf Kilometer Kabel verlegt wurden, den Zuschauern vor Ort und vor den Fernsehern einen möglichst optimalen Hör- und Sehgenuss vermitteln.

Einlass ist 18 Uhr, Beginn des Konzerts gegen 20.15 Uhr, wegen der Fernsehübertragung gleich im Anschluss an die „Tagesschau“ in der ARD.

Sitzplätze wird es nicht geben, auch Klapptische, Klappstühle und-hocker sind verboten, ebenso Stockschirme, Glasflaschen, Laserpointer, Drohnen, natürlich Waffen jeglicher Art, Rucksäcke und Taschen über DINA3- Format. So wird es auch mit dem bei solchen Anlass äußerst beliebten Picknick schwierig. Aber der geübte Waldbühnenkonzertfan füllt den Sekt in Plasteflaschen und verstaut die Snacks in den erlaubten Behältnissen. Die Berliner lassen sich von kleinen Einschränkungen ganz sicher nicht die Freude an diesem einmaligen Konzertereignis verderben.

www.berliner-philharmoniker.de

 

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