Landpartie mit Ministerpräsidenten – ein Highlight und ein Geheimtipp

Die alljährliche Sommer-Landpartie mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke führte diesmal zur Landesgartenschau nach Wittstock und in die Kyritz-Ruppiner Heide. v.li: Jörg Gehrmann, Bürgermeister von Wittstock, Dietmar Woidke und Rosenkönigin Tanja. Foto: Ingrid Müller-MertensDie alljährliche Sommer-Landpartie mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke führte diesmal zur Landesgartenschau nach Wittstock und in die Kyritz-Ruppiner Heide. v.li: Jörg Gehrmann, Bürgermeister von Wittstock, Dietmar Woidke und Rosenkönigin Tanja. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Winken, Hände schütteln, für Fotos posieren und mit Bürgern ins Gespräch kommen – im gegenwärtig nicht ganz einfachen politischen Alltag ein angenehmer Termin für den Brandenburger Ministerpräsidenten Dietmar Woidke(SPD).

Der genoß es sichtlich, den zahlreichen Journalisten aus Anlass der alljährlichen Sommer-Tourismus-Pressefahrt ein Highlight der Region zu präsentieren: Die Landesgartenschau (LaGa) in Wittstock/Dosse.

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Bestens gelaunt führte er bei Kaiserwetter in Begleitung des Wittstocker Bürgermeisters und der reizenden Rosenkönigin durch den Friedrich-Ebert-Park, den Amtshof mit dem Museum des Dreißigährigen Krieges und entlang der historischen roten Stadtmauer, besichtigte die Blumenhalle, kostete regionale Spezialitäten und lauschte interessiert den Ausführungen des gärtnerischen Personals zu den einzelnen liebevoll gestalteten Themenbereichen.

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Da durfte natürlich auch Fontane nicht fehlen, zu dessen 200.Geburtstag man auch hier seiner mit zwei besonderen Gartenbereichen  gedenkt.

Geschäftsführer Christian Hernjokl freut sich über die erfolgreiche Halbzeitbilanz der Schau, die seit dem 18.April gut 190.000 Besucher verzeichnen konnte. 300.000 müssen noch kommen, damit sie sich rechnet. Aber er ist optimistisch „ das schaffen wir auch noch, wenn denn der Wettergott weiter so gut mitspielt wie bisher“. Woidke findet, das sei eine „tolle Werbung“ für Wittstock, für den Landkreis und das Land Brandenburg. Aber nicht nur aus touristischer Sicht. Vor allem für die Stadt und die Region sei die Landesgartenschau ein Glücksfall, freut sich Bürgermeister Jörg Gehrmann. Die Stadt habe sich für alle sichtbar verändert, nicht nur, dass der Bahnhof saniert wurde, die Menschen seien optimistischer und wieder stolz auf ihr Wittstock mit seinem sehenswerten historischen Altstadtkern und sehr motiviert, jetzt auch die zweite Halbzeit so gut hinzubekommen wie die erste. 27 Millionen Euro wurden in den letzten Jahren rund um die LaGa in Wittstock investiert, davon kamen 20 Millionen Euro an Fördermitteln von Land, Bund und EU.

6Ministerpräsident Woidke sieht die LaGa bereits jetzt als einen großen Erfolg für Wittstock und die gesamte Prignitz. „Ich freue mich sehr, dass das große Engagement des LaGa-Teams, aber insbesondere auch der Wittstockerinnen und Wittstocker zu spüren ist und sich auszahlt. Zum einen behalten die so zahlreichen Besucherinnen und Besucher diese LaGa in bester Erinnerung und werden sicher wieder in die Stadt kommen. Zum anderen haben Wittstock und die ganze Region an Attraktivität und Strahlkraft gewonnen. Das wird auch in den kommenden Jahren weiter zu spüren sein.” Nicht zuletzt sei die Schau ein attraktives Aushängeschild für den gärtnerischen Berufsstand im Land.

Wittstock ist die sechste dieser Landesgartenschauen in Brandenburg und jede habe einen positiven Langzeiteffekt für die Region gehabt, erläutert der Ministerpräsident. Daher werde man das Konzept beibehalten. Die nächste LaGa ist 2022 in Beelitz geplant.

Und weiter geht´s zur zweiten Station der Landpartie. Einem touristischen Geheimtipp, der allerdings nun gerade durch ein Jubiläum aus dem unverdienten Dornröschenschlaf geholt wird und von sich reden macht: 10 Jahre Kyritz-Ruppiner Heide. Die sich von einem ehemaligen Truppenübungsplatz zu einem einzigartigen Landschafts-Juwel entwickelt hat.

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Nachdem die Bundeswehr vor genau 10 Jahren nach heftigen Protesten von Naturschützern auf die weitere Nutzung des sogenannten  „Bombodrom“ verzichtete, begann nach 56 Jahre langer militärischer Nutzung zunächst die Munitionsentsorgung entlang der Hauptwege. Mittlerweile sind 13 km der Wege im 4.000 Hektar großen Südteil der Heide begehbar. Über die lange Zeit hat sich in diesem größten zusammenhängenden Heidegebiet Europas eine einzigartige Flora- und Fauna-Vielfalt entwickelt. Und – interessant für Sternengucker – es ist der dunkelste Ort Deutschlands. Auf den 120 Quadratkilometern Fläche sieht man nachts kein fremdes Licht, sagt Michael Beier, Geschäftsführender Vorstand der Heinz-Sielmann-Stiftung, die sich seit neun Jahren um den ehemaligen Truppenübungsplatz kümmert.

10Erkunden kann man das Gelände am besten natürlich zu Fuß aber auch mit einer gemächlichen Kremserfahrt. Eine schöne Gelegenheit für den Ministerpräsidenten sich hier auch als kompetenter Lenker auf dem Kutschbock zu profilieren, der weiß wo es lang geht und die Zügel fest in der Hand hält. Eine wichtige Botschaft im aktuellen Wahlkampf des Bundeslandes, in dem die AfD inzwischen in den Umfragen gleichauf mit seiner SPD liegt. Da muss man alles geben und um dem noch eins draufzusetzen, wagt Dietmar Woidke sich auch mutig auf eines der angebotenen „Faträder“. Mit einem Elektromotor versehene Mountainbikes mit XXL Rreifen, die im Gegensatz zu normalen Fahrrädern auch auf den tiefen, lockeren Sandwegen nicht steckenbleiben. Auszuleihen bei Susann und Andreas Richter aus Pfalzheim, am Eingang zum Bombodrom.11

Zahlreiche Schautafeln erklären anschaulich Flora und Fauna. Es kann auch gepicknickt werden. Biologe Dr. Jörg Müller, Projektleiter bei der Heinz-Sielmann-Stiftung, erläutert: „In dieser Naturlandschaft sind allein 350 verschiedene Schmetterlingsarten beobachtet worden.“ Diesen einzigartigen Lebensraum haben viele Tiere für sich entdeckt. Wiedehopf, Steinschmelzer und Ziegenmelker kämen auf dem Gelände vor. Und auch der Wolf ist hier inzwischen heimisch geworden. Nur hier gedeihen seltene Pflanzen, die sonst fast schon verschwunden sind. Der Besucher kann sich auf 14 Kilometern Wanderstrecke garantiert sicher bewegen. Von den vorgegebenen Wegen abzuweichen empfiehlt sich nicht – noch immer befindet sich mehr oder weniger gefährliche Streumunition auf und vor allem unter der Erde. An der Ortung und Bergung wird emsig gearbeitet. Ein Generationenprojekt.

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Höhepunkt im wahrsten Sinne des Worte ist der im Mai eröffnete Aussichtsturm auf dem Heinz-Sielmann-Hügel. Wenn man von 15 Metern Höhe weit über diese einzigartige Landschaft schaut und die Stille hört, scheint die Zeit stehen zu bleiben. Man bekommt eine Ahnung, vom Wunder der Natur, das sich auch dieses, über Jahrzehnte geschundene Fleckchen Erde zurückgeholt hat.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

laga.wittstock.de

www.sielmann-stiftung.de

www.kyritz-ruppiner-heide.de

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