Kunst im Alltag – 100 Beste Plakate im Kulturforum am Potsdamer Platz

100 beste Plakate aus Deutschland, der Schweiz und Österreich aus dem Jahr 2018 sind derzeit im Kulturforum am Potsdamer Platz zu sehen. Foto: Ingrid Müller-Mertens100 beste Plakate aus Deutschland, der Schweiz und Österreich aus dem Jahr 2018 sind derzeit im Kulturforum am Potsdamer Platz zu sehen. Foto: Ingrid Müller-Mertens

Von Katharina Zawadsky.

Wer einen Überblick über aktuelle Trends und innovative Ansätze der grafischen Plakatgestaltung im deutschsprachigen Raum sucht, ist mit der Schau „100 beste Plakate“ am Kulturforum an der richtigen Stelle. In Zusammenarbeit mit dem Verein 100 Beste Plakate e.V. präsentiert die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin die 100 besten Plakate des Jahres 2018 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

In der eindrucksvollen Schau wird schnell klar, dass jedes der hundert Plakate eine ganz spezifische Botschaft vermitteln will. Daher geht es vor allem darum, mit den unterschiedlichsten Mitteln und Formensprachen Aufmerksamkeit zu wecken – sei es für ein Produkt, eine Veranstaltung oder auch gesellschaftlich und politisch relevante Themen.

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Der Wettbewerb „100 beste Plakate“ hat bereits eine lange Tradition. Vor 50 Jahren wurde er vom damaligen Verband Bildender Künstler in der DDR ins Leben gerufen. Der Wettbewerb bot erstmals auch den Grafikern und Plakatgestaltern die Möglichkeit, ihre Arbeiten einem größeren Publikum bekanntzumachen und Akzeptanz für die angewandte Kunst als eigenständige und auch sehr spezielle Sparte zu gewinnen. Nach 1989 als gesamtdeutscher Wettbewerb fortgesetzt – eines der ganz seltenen Beispiele für ein Weiterbestehen einer kulturellen DDR-Institution –   , wird er seit nunmehr 18 Jahren in den deutschsprachigen Ländern ausgetragen.

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Ein Plakat ist kein Kunstwerk als Selbstzweck, es steht immer für ein bestimmtes Anliegen. Dabei soll es aber auch ästhetischen Maßstäben standhalten, unmissverständlich informieren und sich visuell optimal in der heutzutage total überfrachteten Medienlandschaft behaupten, damit es zur Kenntnis genommen wird und den Betrachter im besten Fall zum Handeln aktiviert. Die gestalterischen Mittel und Möglichkeiten sind ungemein vielfältig und der künstlerischen Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

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Keine leichte Aufgabe für die Jury, aus den insgesamt 2.353 beim Wettbewerb eingereichten Einzelplakaten aus dem Jahre 2018 die Hundert besten Arbeiten auszuwählen. Unterschieden wurde dabei nach drei Kategorien: Plakate als Werbemittel für Wirtschaft, Kultur und Soziales, Plakate als Eigenwerbung, als Autorengrafik oder als Experiment und Plakate Studierender.

Eindrucksvoll sind sie alle. Wieweit die prämierten Plakate ihren gesellschaftspolitischen oder kommerziellen Zweck erfüllen konnten, lässt sich sicher nur selten feststellen. So wurde offenbar vor allem nach künstlerisch-ästhetischen Gesichtspunkten entschieden. Die Jury mit Anette Lenz (Paris, Vorsitz), Anna Haas (Zürich), Astrid Seme (Wien), Johanna Siebein und Andrea Tinnes (Berlin) traf zunächst eine Online-Vorauswahl. In die engere Wahl kamen dann schließlich 695 Plakate von 105 Teilnehmern aus Deutschland, 129 aus der Schweiz und 17 aus Österreich. Daraus wählte die Jury dann schließlich die 100 Gewinnerplakate, 54 und damit die meisten aus der Schweiz, 42 aus Deutschland und 4 aus Österreich.

Nach dem Auftakt der Ausstellungstournee mit Launch des Jahrbuchs im Berliner Kulturforum wandert die Schau nach Essen, Luzern, Wien, La Chaux-de-Fonds, Zürich und an andere Stationen.

100 beste Plakate 18  Deutschland Österreich Schweiz

noch bis zum 7. Juli in der unteren Sonderausstellungshalle des Kulturforums am Potsdamer Platz  bei freiem Eintritt

Weitere Informationen und eine Übersicht über die 100 Gewinnerplakate: 100-beste-plakate.de

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