Karneval der Kulturen zieht wieder durch Kreuzberg

Auch im 24.Jahr seines Bestehens zieht der Karneval der Kulturen wieder durch Kreuzberg. Foto: Frank LoehmerAuch im 24.Jahr seines Bestehens zieht der Karneval der Kulturen wieder durch Kreuzberg. Foto: Frank Loehmer

„Dinge, die bleiben sollen, müssen sich verändern“, sagte Nadja Mau die Leiterin des Karnevals der Kulturen, bei der Vorstellung des diesjährigen Programmes sagt und erläutert die aktuellen Probleme bei der Organisation des  viertägige Straßenfestes und den Karnevalsumzug am Pfingstsonntag mit etwa einer Million Besuchern.

Aber natürlich wird der Karneval der Kulturen im 24. Jahr seines Bestehens wieder in guter Tradition durch Kreuzberg ziehen, von der Yorckstraße, über die Gneisenaustraße und Hasenheide bis zum Hermannplatz. Die angekündigten Veränderungen betreffen vor allem Das Sicherheitskonzept. Neue Sicherheitsmaßnahmen sind nötig, damit diese Massenveranstaltung auch weiterhin mitten in Kreuzberg, stattfinden kann. Erstmalig werden Videokameras den Umzug aufnehmen und in ein Kontrollzentrum übertragen, wo man dann bei eventuellen Problemen schnell für Hilfe sorgen kann. Zudem werden die Straßen rund um die Umzugsstrecke noch weiträumiger gesperrt, um Rückzugsräume zu schaffen, sollte es gefährliche Situationen geben. Das bedeutet für die Karnevalsbesucher teilweise größere Umwege. Aber die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen sind nötig, damit Berlins größtes Straßenfest auch weiterhin – wie Nadja Mau sagt – „multikulturell und offen“ bleiben kann.

Foto: Frank Loehmer

Foto: Frank Loehmer

Und auch das Thema Umwelt und Klima wird in diesem Jahr eine große Rolle spielen und zwar nicht nur als Lippenbekenntnis. Erstmals verzichten 23 Gruppen im Umzug auf Motorfahrzeuge. „Wir möchten die Fahrzeuge des Straßenumzugs hin zu alternativ betriebenen Plattformen entwickeln“, sagt Festivalleiterin Nadja Mau. Das sei nachhaltiger, in ökologischer aber auch sozialer Hinsicht. „Und es ist sicherer.“ So werden einige Gruppen auf Plattformen ohne Motor unterwegs sein oder auch mit Bollerwagen, Rikschas oder Lastenrädern. Insgesamt haben sich fünf Gruppen für Plattformen ohne Motorkraft entschieden, andere sind mit Lastenrädern, Rikscha, Bollerwagen und Schubkarren beim Umzug dabei.

Ein besonderes Anliegen der Veranstalter ist es auch, die Anwohner so weit es geht von übermäßigem Lärm, Verschmutzung und Müll oder tagelangen Parkverboten zu entlasten und „eine neue Kultur des Miteinander etablieren“. So werden die Soundchecks der Muikgruppen stark verkürzt, es wird sehr viel mehr Müllbehälter geben und auf Einwegbecher und Plastikgeschirr wird verzichtet. Akteure und Besucher sollten für die Bedürfnisse der Anwohner sensibilisiert werden.

Die immer mal wieder auf die Tagesordnung gesetzte Diskussion der vergangenen Jahre, den Karnevalsumzug etwa auf das Tempelhofer Feld oder in einen anderen Bezirk zu verlegen, ist glücklicherweise vom Tisch. „Wir wollen in Kreuzberg bleiben“, sagt Nadja Mau. Die Veranstaltung sei in Kreuzberg entstanden und solle auch dort bleiben. „Der Karneval hinter einem Zaun wird nicht gehen.”

Foto: Daniela Coronato

Foto: Daniela Coronato

Zum Umzug am Pfingstsonntag haben sich bei dieser 24. Ausgabe des Karnevals der Kulturen 74 Gruppen mit gut 4400 Teilnehmern angemeldet. Neben Tanz- und Musikgruppen sind darunter auch etwa ein Dutzend Gruppen, die sich explizit politischen Themen wie Umwelt-, Frauen- oder Flüchtlingspolitik widmen.

Mau sieht im Karneval der Kulturen „ein breites Bündnis für multikulturelle Offenheit”. Um dieses Anliegen zu unterstreichen werden erstmals auch Berliner Politiker an der Spitze des Umzugs mitlaufen: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), Schirmherr des Karnevals der Kulturen, und Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Finanzielle Unsicherheiten, die vor ein paar Jahren noch die Existenz des Karnevals in Frage gestellt hatten, wird es nicht geben.

www.karneval.berlin

 

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