„Gundermann“ ist der große Gewinner beim Deutschen Filmpreis 2019

Andreas Dresen und sein Team konnten sich beim Deutschen Filmpreis gleich über sechs "Lolas" für ihren Film "Gundermann" freuen.  Foto: Deutsche Filmakademie, Sebastian GrabschAndreas Dresen und sein Team konnten sich beim Deutschen Filmpreis gleich über sechs "Lolas" für ihren Film "Gundermann" freuen. Foto: Deutsche Filmakademie, Sebastian Grabsch

Am Freitag hieß es wieder: Vorhang auf für den deutschen Film! Zur 69. Verleihung des Deutschen Filmpreises „Lola“ – der renommiertesten und höchstdotierten Auszeichnung des Deutschen Films – feierte sich die deutsche Filmbranche für ihr durchaus sehenswertes Schaffen. Der Deutsche Filmpreis wird von den knapp 2000 Mitgliedern der Deutschen Filmakademie gewählt. Eröffnet wurde die glamouröse Veranstaltung im Berliner Palais am Funkturm von Ulrich Matthes in seiner neuen Funktion als Präsident der Deutschen Filmakademie. Für seine Vorgängerin Iris Berben hatte er mit seiner umgedichteten Interpretation des Klassikers „That‘s why Iris is a tramp“ eine besondere Überraschung parat. Schauspielerin und Moderatorin Desirée Nosbusch und Schauspieler und Comedian Tedros Teclebrhan führen durch die Gala und präsentieren die Highlights der Saison 2018/2019.

plakatAn Andreas Dresens Film „Gundermann“ führte an diesem Abend nichts vorbei, und das ist umso erstaunlicher, da der Regisseur im Sommer noch unsicher war, ob sich neben den Fans des Liedermachers überhaupt jemand für diesen singenden Baggerfahrer aus der Lausitz interessieren würde, der auch noch IM gewesen ist. Zwölf Jahre lang hatte Dresen mit seinem Team an diesem nicht unumstrittenen Projekt gearbeitet. Die Finanzierung war schwierig und nach mehrmaligen Versuchen immer wieder an Vorbehalten gegen die Hauptfigur gescheitert. Andreas Dresen blieb hartnäckig und konnte nun mit seinem Film den verdienten Triumph feiern. (Filmrezension in berliner umschau  http://berliner-umschau.de/?p=3370)

Alexander Scheer als Gundermann. Bild: Pandora Film

Alexander Scheer als Gundermann. Bild: Pandora Film

Sein Film über den legendären Baggerfahrer, Poeten und Liedermacher Gerhard „Gundi“ Gundermann erhielt die begehrte Trophäe gleich in sechs Kategorien. Neben der „Bester Spielfilm“-Lola in Gold für die Produzenten Claudia Steffen und Christoph Friedel bekam Andreas Dresen den Deutschen Filmpreis für die „Beste Regie“. Laila Stieler wurde für das „Beste Drehbuch“ ausgezeichnet.

Alexander Scheer erhielt die Lola für die „Beste männliche Hauptrolle“. Die Lola für das „Beste Szenenbild“ nahm Susanne Hopf entgegen, Sabine Greunig gewann für das „Beste Kostümbild“. „Es werden sich viele Menschen im Osten freuen, dass wir jetzt andere Geschichten erzählen können, nicht nur über Opfer oder Täter, sondern auch das Dazwischen“, sagte Dresen in seiner Dankesrede.

Der_Junge_Artworkposter_Proof11-290x410-c-centerRegisseurin Caroline Link konnte eine Lola für den besucherstärksten Film entgegennehmen. 3,6 Millionen Menschen ließen sich bisher von ihrem Film „Der Junge muss an die frische Luft“ unterhalten und zu Tränen rühren. Überreicht wurde ihr der Preis von Hape Kerkeling, auf dessen Kindheitserinnerungen die Geschichte beruht. „Es geht um Respekt“, sagte Kerkeling in seiner Laudatio. Respekt vor Andersfühlenden, Andersglaubenden, Andersaussehenden.

Susanne Wolff. Foto: Deutsche Filmakademie, Eventpress Harald Fuhr

Susanne Wolff. Foto: Deutsche Filmakademie, Eventpress Harald Fuhr

Schauspielerin Susanne Wolff bekam verdientermaßen die Lola als beste Hauptdarstellerin in dem beklemmenden Flüchtlingsdrama „Styx“.

Der Ehrenpreis der Filmakademie ging in diesem Jahr an die Regisseurin Margarethe von Trotta, die an ihre Anfänge in dem Beruf erinnerte: „Das Wichtigste ist die Unterstützung beim ersten Film. Wie viele hören gleich wieder auf der fangen gar nicht erst an.“

Margarethe Trotta. Foto:Deutsche Filmakademie, Eventpress Harald Fuhr

Margarethe Trotta. Foto:Deutsche Filmakademie, Eventpress Harald Fuhr

Wider Erwarten keine Rolle spielten zwei künstlerisch sehr ambitionierte Filme: Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“, der ja immerhin einen Golden Globe gewonnen hatte und Christian Petzolds „Tansit“, nach dem Roman von Anna Seghers. Beide gingen leer aus.

Alle Preisträger:

BESTER SPIELFILM GOLD (500.000 Euro): „Gundermann“ von Andreas Dresen

BESTER SPIELFILM SILBER (425.000 Euro): „Styx“ von Wolfgang Fischer

BESTER SPIELFILM BRONZE (375.000 Euro): „Der Junge muss an die frische Luft“ von Caroline Link

BESTER KINDERFILM (250 000 Euro): „Rocca – Verändert die Welt“ von Katja Benrath

BESTER DOKUMENTARFILM (200.000 Euro): „Of Fathers And Sons“ von Talal Derki

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE (10.000 Euro): Susanne Wolff („Styx“)

BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE (10.000 Euro): Alexander Scheer („Gundermann“)

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE (10.000 Euro): Luise Heyer („Der Junge muss an die frische Luft“)

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE (10.000 Euro): Alexander Fehling („Das Ende der Wahrheit“)

BESTE REGIE (10.000 Euro): Andreas Dresen („Gundermann“)

BESTES DREHBUCH (10.000 Euro): Laila Stieler („Gundermann“)

BESTE KAMERA/BILDGESTALTUNG (10.000 Euro): Benedict Neuenfels („Styx“)

BESTER SCHNITT (10.000 Euro): Anne Fabini („Of Fathers And Sons“)

BESTE MUSIK (10.000 Euro): Hochzeitskapelle („Wackersdorf“)

BESTES SZENENBILD (10.000 Euro): Susanne Hopf („Gundermann“)

BESTES KOSTÜMBILD (10 000 Euro): Sabine Greunig („Gundermann“)

BESTES MASKENBILD (10.000 Euro): Maike Heinlein, Daniel Schröder und Lisa Edelmann („Der Goldene Handschuh“)

BESTE TONGESTALTUNG (10.000 Euro): Andreas Turnwald, Uwe Dresch, André Zimmermann und Tobias Fleig („Styx“)

BESUCHERSTÄRKSTER FILM DES JAHRES (undotiert): „Der Junge muss an die frische Luft“ von Caroline Link

EHRENPREIS (undotiert): Margarethe von Trotta

BERND EICHINGER PREIS (undotiert): Christian Becker (dpa)

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