Flying Pictures – die Flying Steps tanzen Bilder im Museum

Eine neue Dimension der Kunstbetrachtung im Hamburger Bahnhof, die Flying Steps tanzen Gemälde von Modest Mussorgski. Foto: Ingrid Müller-MertensEine neue Dimension der Kunstbetrachtung im Hamburger Bahnhof, die Flying Steps tanzen Gemälde von Modest Mussorgski. Foto: Ingrid Müller-Mertens

 

Die Gruppe vor dem Hamburger Bahnhof. Foto: Dennis Koon Kuhnert

Die Gruppe vor dem Hamburger Bahnhof. Foto: Dennis Koon Kuhnert

Wie würden Bilder klingen, wenn sie Musik wären? Wie würden sie aussehen, würden sie von Tänzern zum Leben erweckt? Und was entsteht, wenn sich die Künstler ihrer Zeit über Genregrenzen hinweg inspirieren und ihre Kunst verschmelzen? Nach ihren Erfolgsproduktionen „Flying Bach“ und „Flying Illusion“ versuchen die Berliner Breakdancer Flying Steps auch darauf eine Antwort zu finden.

Mit „Flying Pictures“ präsentiert Vartan Bassil, Gründer der weltweit erfolgreichen Urban-Dance-Company Flying Steps, gemeinsam mit dem international gefeierten Street-Art Künstlerduo OSGEMOS aus Brasilien in einer neuen Live-Show nicht nur Kunst, Musik und Tanz-Performance, sondern erweckt auch die berühmten Klavierstücke „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgskys erstmalig zum Leben. Der russische Komponist hatte sich bereits vor 150 Jahren mit der Umsetzung visueller Eindrücke in musikalischen Ausdruck beschäftigt. Als Grundlage nahm er Zeichnungen und Aquarelle seines Freundes Viktor Hartmann, die auf dessen Reise durch die Welt entstanden aber zum großen Teil verschollen sind.

So hatten OSGEMOS, die als Straßenmaler in Brasilien anfingen und ihre sympathischen geheimnisvollen Riesenfiguren auf Güterwagen und Hauswände malten und die inzwischen auf der ganzen Welt ihr fröhliches Unwesen treiben, viel Freiraum für eigene Interpretationen. Zu den Figuren und Requisiten, die sie für die Flying Pictures Show kreiert haben, gehört die aufblasbare Version eines riesigen „B-Boy“.

Im Zentrum von Mussorgskys Komposition steht ein Ich-Erzähler, der durch die Räume einer Gemäldegalerie wandelt. Die zehn Bilder, die er auf seinem Gang durch die Ausstellung betrachtet, verkörpern dabei unterschiedliche musikalische Sprachen, die von jeweils verschiedenen Stilen und Ländern beeinflusst sind.Die Tänzer der Gruppe Flying Steps – viermaliger Weltmeister im Breakdance – gingen nun noch einen Schritt weiter und fragten sich: Wie sähen die bildgewaltigen Kompositionen aus, wenn sie in Dance-Acts zum Leben erweckt würden? Ja nicht nur getanzt würden, sondern quasi entgegen alle Gesetze der Gravitation durch die Luft fliegen.

Foto: Ingrid Müller-Mertens

Auch der Direktor der Nationalgalerie, Udo Kittelmann (li hinten) ist begeistert . Foto: Ingrid Müller-Mertens

Die deutsch-indischen Komponistenbrüder Vivan und Ketan Bhatti haben nun die Partitur von 1874 aufgegriffen und für die Flying Steps mit Beats und Rhythmen zeitgenössisch adaptiert. Anstelle von Mussorgskis Ich-Erzähler erwecken nun Tänzerinnen und Tänzer in einer Choreografie aus Elementen des Urban und Contemporary Dance Bilder zum Leben und beflügeln nicht nur die Phantasie, sondern faszinieren mit ihrer Kreativität und tänzerischen Perfektion. Klanggewaltig begleitet von dem Berlin Music Ensemble und dem Beatboxer Mando.

Der Hamburger Bahnhof öffnet damit erstmalig auch abends seine Tore und unterstreicht sein experimentelles Verständnis eines Museums der Gegenwart. „Der Hamburger Bahnhof ist ein Ort der Bewegung. Bei ‚Flying Pictures‘ geht es um die kreative Bewegung. Mit dieser Produktion haben wir eine perfekte Symbiose. Das ist ein Gesamtkunstwerk“, freut sich Nationalgaleriedirektor Udo Kittelmann, zugleich Kurator der Ausstellung von Werken des Duos OSGEMEOS, die tagsüber in den Hallen des Kunsttempels zu bewundern sind.

image_manager__img_content_flyingpictures_16_9

Die Show „Flying Pictures“ ist noch bis zum 2.Juni 2019 jeweils Freitag bis Sonntag, sowie an jedem zweiten Mittwoch im Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Invalidenstraße 50 – 51, 10557 Berlin zu verschiedenen Zeiten zu erleben.

Informationen unter www.smb.museum/hbf

 

 

 

 

Kommentar hinterlassen zu "Flying Pictures – die Flying Steps tanzen Bilder im Museum"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*