Schönheit, Grazie und hohe Ballettkunst in „La Sylphide“

Ballettklassiker "La Sylphide" begeistert an der Deutschen Oper. Foto: Ingrid Müller-Mertens Ballettklassiker "La Sylphide" begeistert an der Deutschen Oper. Foto: Ingrid Müller-Mertens

3Das romantische Ballett „La Sylphide“ von Filippo Taglioni über einen schottischen Landjunker und dessen unerfüllbare Liebe zu einer Sylphide hatte man zur Uraufführung 1832 in Paris den Nerv des romantischen Zeitalters getroffen.

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Dem Zeitgeist entsprechend wurde der Konflikt zwischen Irdischem und Übersinnlichem zum Ausdruck gebracht. Der konsequenten Durchführung dieser Idee ist es zu verdanken, dass das Ballett La Sylphide zum Modell wurde: für das weiße Ballett schlechthin, für die Bedeutung der Ballerina, die rätselhaft, überirdisch und unberührt auf Spitze entschwebt.17

Als die Vollendung dieses Ballett-Ideals fand La Sylphide Verbreitung in ganz Europa, auch durch den Choreographen August Bournonville. August Bournonville, selbst ein phantastischer Tänzer, zugleich Ballettmeister und Choreograph, der seine Profession in Paris gelernt hatte, legte den Grundstein für einen eigenen Ballettstil, der bis heute im Prinzip unverändert an der Königlich Dänischen Ballettschule gelehrt wird. Neben der Entwicklung einer virtuosen Technik geht es dabei auch um die Intensität der künstlerischen Darstellung . Bournonvilles Fassung von 1836 wird nun vom Staatsballett Berlin in der Rekonstruktion des renommierten dänischen Choreographen Frank Andersen zelebriert und ist sehr viel mehr als ein Besuch im Ballett-Museum: Nah am Original aber ohne Kitsch und Pathos.

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Franks Credo: Grazie, Schönheit und Natürlichkeit. Aber immer verbunden mit technischer Perfektion mit natürlich wirkender darstellerischer Überzeugungskraft. Auch die historische Ausstattung hat er übernommen. Der erste Akt spielt in einem schottischen Landadel-Haus, viel dunkles Holz, Kamin und Ohrensessel, der zweite Akt besticht mit einem märchenhaften Zauberwald. Die Kostüme sind historisierend: die Herren im karierten Schottenrock, die Damen in Folklore-Tracht und die Sylphiden im weißen Tutu mit kleinen Flügelchen. Bestechend die feengleichen ätherischen Wesen in ihrer makellosen Eleganz und hinreißender Grazie und Schönheit.

6Gaststar Maria Kochetkova, bezaubert als anmutige Sylphide in jeder Hinsicht, Marian Walter – der zur Premiere für den erkrankten Daniil Simkin einsprang – beeindruckt als kraftvoller tragischer Held. Henrik Vagn Christensen führt das Orchester der Deutschen Oper schlüssig und souverän durch die Musik von Herman Lovenskjold.

Man muss kein Hellseher sein, um zu prophezeien, dass diese zauberhafte Produktion ein Publikumsrenner werden wird.

Fotos: Ingrid Müller-Mertens

 

La Sylphide“

Deutsche Oper Berlin,

Weitere Termine: 12.,22. März, 04., 22., 26. April, 26.Mai 2019

www.staatsballett-berlin.de

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